Irland, Referenden

Irland: Referenden zu Familie und Rolle der Frau gescheitert

09.03.2024 - 20:42:38 | dpa.de

Die Regierung wollte die Verfassung modernisieren. Der Familienbegriff sollte erweitert, eine Formulierung zur Frau im Haushalt geÀndert werden. Der Regierungschef sieht das Vorhaben gescheitert.

Der Wortlaut der irischen Verfassung wird vorerst nicht geÀndert. Zwei Referenden wollten die Rolle der Frau und der Familie in der Verfassung modernisieren. - Foto: Cillian Sherlock/PA Wire/dpa

Irlands Regierung hat eine Niederlage bei zwei Referenden eingerĂ€umt, mit denen Formulierungen in der Verfassung zur Rolle der Frau im Haushalt und zur Familie modernisiert werden sollten. Es sei zum jetzigen Zeitpunkt klar, dass die Referenden umfassend abgelehnt worden seien, sagte Regierungschef Leo Varadkar dem Sender RTÉ, wĂ€hrend die AuszĂ€hlung der Stimmen noch lief.

«Die Regierung akzeptiert das Ergebnis und wird es vollkommen respektieren», sagte Varadkar. «Es war unsere Verantwortung, eine Mehrheit der Menschen zu ĂŒberzeugen, mit Ja zu stimmen, und wir sind eindeutig dabei gescheitert.» 

In der Republik Irland konnten – ausgerechnet am Internationalen Frauentag am Freitag – die Menschen in einer Doppelabstimmung ĂŒber zwei VerfassungsĂ€nderungen entscheiden, ob der Familienbegriff erweitert und eine Formulierung zur Rolle von Frauen zu Hause geĂ€ndert werden soll.

Ziel waren neutralere Formulierungen

Konkret konnte im ersten Referendum ĂŒber einen erweiterten Familienbegriff entschieden werden. Artikel 41.1, der die Familie «als die natĂŒrliche, primĂ€re und grundlegende Einheit der Gesellschaft» anerkennt, hĂ€tte ergĂ€nzt werden sollen um den Zusatz «Familie – unabhĂ€ngig davon, ob sie auf einer Ehe oder einer anderen dauerhaften Beziehung beruht».

Beim zweiten Referendum ging es um die Rolle der Frau im Haushalt. Die Artikel 41.2.1 und 41.2.2 sollten gestrichen werden. Sie besagten, dass der Staat anerkenne, dass «die Frau durch ihr Leben zu Hause dem Staat eine StĂŒtze ist, ohne die das Gemeinwohl nicht verwirklicht werden kann». Der Staat solle darauf hinwirken, dass MĂŒtter nicht aus wirtschaftlicher Notwendigkeit gezwungen wĂŒrden, «unter VernachlĂ€ssigung ihrer hĂ€uslichen Pflichten» einer ErwerbstĂ€tigkeit nachzugehen.

Diese Passage hĂ€tte ersetzt werden sollen mit einer geschlechtsneutralen Formulierung, zudem hĂ€tte die Bedeutung von Sorgearbeit verankert werden sollen: «Der Staat erkennt an, dass die gegenseitige FĂŒrsorge von Familienmitgliedern aufgrund der zwischen ihnen bestehenden Bindungen der Gesellschaft eine StĂŒtze ist, ohne die das Gemeinwohl nicht erreicht werden kann, und ist bestrebt, diese FĂŒrsorge zu unterstĂŒtzen.»

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