NĂ€chster, Kandidat

NĂ€chster Kandidat fĂŒr Chefposten im US-Parlament wirft hin

25.10.2023 - 00:07:59

Die Republikaner im US-ReprĂ€sentantenhaus verstricken sich immer tiefer ins Chaos: Auch ein dritter AnwĂ€rter fĂŒr das Amt des Vorsitzenden der Kammer gibt auf, weil ihm der RĂŒckhalt fehlt. Und nun?

Nur Stunden nach seiner Nominierung als neuer Kandidat fĂŒr den Vorsitz des US-ReprĂ€sentantenhauses hat der Republikaner Tom Emmer Medienberichten zufolge hingeschmissen. Mehrere US-Medien, darunter die «Washington Post» und die «New York Times», berichteten ĂŒbereinstimmend unter Berufung auf Mitglieder der Fraktion, der 62-JĂ€hrige habe seine Kandidatur zurĂŒckgezogen, nachdem er keine Mehrheit fĂŒr ein Votum im Plenum der Kammer auf die Beine stellen konnte.

Das Chaos in der republikanischen Fraktion, das das ReprĂ€sentantenhaus seit Wochen politisch lĂ€hmt, geht damit weiter. Noch gestern Abend wollte die Fraktion ĂŒber die Berufung eines neuen Kandidaten beraten.

Zwei Kandidaten zuvor gescheitert

Die Fraktion hatte Emmer erst gestern in einer internen Abstimmung als Kandidaten fĂŒr das Amt des Vorsitzenden nominiert, allerdings setzte er sich dabei nur knapp gegen mehrere Mitbewerber durch. Zuvor waren bereits seine Parteikollegen Steve Scalise und Jim Jordan bei dem Versuch gescheitert, ausreichend Parteikollegen hinter sich zu versammeln, um auf den mĂ€chtigen Posten aufzurĂŒcken. Emmer gehört wie Scalise der FraktionsfĂŒhrung an und war unter den jĂŒngsten Bewerbern noch mit der prominenteste.

Um in das nach PrĂ€sident und VizeprĂ€sident drittwichtigste politische Amt in den USA gewĂ€hlt zu werden, braucht es eine absolute Mehrheit unter den anwesenden Abgeordneten des ReprĂ€sentantenhauses. DafĂŒr wĂ€ren in der Kammer voraussichtlich 217 Stimmen nötig. Da die Republikaner mit 221 Sitzen nur eine knappe Mehrheit haben, kann sich ein Kandidat nur wenige Abweichler in den eigenen Reihen leisten.

Trump offen gegen Emmer

Wegen fehlender UnterstĂŒtzung hatten zuvor bereits Scalise und Jordan den RĂŒckzug angekĂŒndigt. Jordan, ein Getreuer von Ex-PrĂ€sident Donald Trump, scheiterte in drei Abstimmungsrunden im Parlament. Scalise hatte schon vor einem Votum im Plenum der Kammer hingeworfen. FĂŒr Emmer wurde zum Problem, dass sich Trump offen gegen ihn als Vorsitzenden aussprach und gegen ihn Stimmung machte.

Das US-ReprÀsentantenhaus steht nun seit drei Wochen ohne ordentlich gewÀhlten Vorsitzenden da. Die gesetzgeberische Arbeit dort ist damit weitgehend lahmgelegt. Der Republikaner Kevin McCarthy war Anfang Oktober in einer historischen Abstimmung von dem Posten abgewÀhlt worden. Radikale Republikaner hatten ihn aus dem Amt getrieben. Es war das erste Mal in der US-Geschichte, dass ein Vorsitzender des ReprÀsentantenhauses auf diesem Weg seinen Job verlor.

@ dpa.de