StaatsaffÀre in Peru: PrÀsidentin habe Uhren nur geliehen
06.04.2024 - 03:01:57Die peruanische PrĂ€sidentin Dina Boluarte ist wegen des Verdachts auf illegale Bereicherung nach eigenen Angaben fĂŒnf Stunden lang von der Staatsanwaltschaft befragt worden. AnschlieĂend sagte sie in einer im Fernsehen ĂŒbertragenen Ansprache am, sie mĂŒsse einen Fehler eingestehen: dass sie mehrere Uhren als Leihgabe des mit ihr befreundeten Gouverneurs des Departments Ayacucho, Wilfredo Oscorima, angenommen habe.
Sie habe diese inzwischen zurĂŒckgegeben, sagte Boluarte. Der Vorwurf, sie trage teuren Schmuck von Luxusmarken, sei jedoch falsch. Boluarte zeigte mehrere SchmuckstĂŒcke - ein Armband, zwei Paare Ohrringe, zwei Halsketten und einen Ring. Diese seien von anderen Marken, als behauptet worden sei.
Am Karfreitag war Boluartes Haus durchsucht worden. Peruanische Medien hatten berichtet, die 61-JĂ€hrige trage in der Ăffentlichkeit teure Uhren der Marke Rolex, die sie sich von ihrem Gehalt schwerlich leisten könne. Am Montag traten sechs Minister zurĂŒck - ein Zusammenhang zu der AffĂ€re um die PrĂ€sidentin lag nahe, wurde aber nicht offiziell bestĂ€tigt.
Boluarte: VorwĂŒrfe seien «Augenwischerei»
Boluarte erschien zum Termin bei der Staatsanwaltschaft in Lima. Laut Mitteilung der Behörde sagte sie vor Generalstaatsanwalt Juan Carlos Villena aus. Neben dem Verdacht auf illegale Bereicherung gehe es darum, dass der Gebrauch bestimmter Uhren und SchmuckstĂŒcke nicht korrekt deklariert worden sei.
Boluarte sagte, sie habe die Uhren in einer ErklĂ€rung ĂŒber Vermögen und Einkommen nicht angeben mĂŒssen, weil diese ihr nicht gehörten. Die VorwĂŒrfe nannte sie «Augenwischerei», die dem Ansehen des sĂŒdamerikanischen Landes schade. Zuvor hatte sie der Presse Schikane vorgeworfen und einen sexistischen Hintergrund nahegelegt.
Boluarte ist seit Dezember 2022 ĂbergangsprĂ€sidentin. Als damalige VizeprĂ€sidentin wurde sie als erste Frau Staats- und Regierungschefin des Andenstaates, nachdem PrĂ€sident Pedro Castillo des Amtes enthoben und verhaftet worden war. Castillo hatte den Kongress aufgelöst, ihm wird ein versuchter Staatsstreich vorgeworfen.


