Schweiz, ZurĂŒckweisung

Schweiz: ZurĂŒckweisung von Asylbewerbern ist rechtswidrig

08.05.2025 - 09:33:35

Die Schweiz kritisiert die schÀrferen Grenzkontrollen der neuen Bundesregierung. Sie sucht das GesprÀch mit dem neuen deutschen Innenminister.

Die Schweiz kritisiert die strengeren Regeln fĂŒr Migranten an den deutschen Landesgrenzen als rechtswidrig. Der neue Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) hatte am Mittwoch wenige Stunden nach seinem Amtsantritt angekĂŒndigt, dass die Bundespolizei kĂŒnftig auch Asylsuchende an der Grenze zurĂŒckweisen kann – ausgenommen bestimmte verletzliche Gruppen wie Schwangere oder Familien mit Kindern.

«Systematische ZurĂŒckweisungen an der Grenze verstoßen aus Sicht der Schweiz gegen geltendes Recht», schrieb das Schweizer Justizministerium anschließend auf der Plattform X. Die Schweizer Behörden «prĂŒfen gegebenenfalls Maßnahmen». 

Justizminister Beat Jans habe bereits ein Treffen dazu auf Ministerebene vorgeschlagen. Er hat sich bislang nicht dazu geĂ€ußert, wie die Schweiz mit zurĂŒckgewiesenen Asylbewerbern umgehen will. 

Im Koalitionsvertrag von Union und SPD ist eine Abstimmung mit den NachbarlĂ€ndern ĂŒber alle Maßnahmen vorgesehen. 

Deutschland hatte die Grenzkontrollen unter anderem zur Schweiz 2023 verstĂ€rkt. Dort haben Kontrolleure nach einem Bericht des Senders SRF im vergangenen Jahr rund 10.000 Menschen zurĂŒckgewiesen. Eine Sorge der Schweizer ist, dass schĂ€rfere Kontrollen das Leben von Pendlern erschweren, die tĂ€glich zur Arbeit in die Schweiz fahren. 

Auch in Polen war der deutsche Plan, die Grenzkontrollen auszuweiten und Asylbewerber zurĂŒckzuweisen, auf Widerstand von MinisterprĂ€sident Donald Tusk gestoßen. «Deutschland wird in sein Gebiet lassen, wen es will. Polen wird nur in sein Gebiet lassen, wen es akzeptiert», sagte Tusk bei einer Pressekonferenz mit dem neuen Kanzler Friedrich Merz.

@ dpa.de