Scholz zu SolidaritÀtsbesuch in Israel eingetroffen
17.10.2023 - 15:13:06Zehn Tage nach dem verheerenden Terrorangriff der Hamas ist Bundeskanzler Olaf Scholz zu einem SolidaritÀtsbesuch in Israel eingetroffen. Der SPD-Politiker will mit MinisterprÀsident Benjamin Netanjahu, PrÀsident Izchak Herzog und Angehörigen deutscher Geiseln der Hamas sprechen, die in den Gaza-Streifen verschleppt wurden.
Scholz will sich ĂŒber die Lage im Kriegsgebiet informieren, aber auch darĂŒber sprechen, wie ein FlĂ€chenbrand in der Region verhindert werden kann. Am Abend reist er weiter nach Ăgypten, das als einziges Nachbarland Israels an den Gazastreifen grenzt.
SolidaritÀt als StaatsrÀson
Dass Scholz als einer der ersten Regierungschefs nach Israel reist, kommt nicht von ungefĂ€hr. Deutschland hat wegen der Ermordung von sechs Millionen Juden im Holocaust eine besondere Verantwortung fĂŒr die Sicherheit Israels. Die damalige Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sie 2008 zur StaatsrĂ€son erklĂ€rt. Scholz hat sich das zu eigen gemacht. Jetzt gilt es zu zeigen, was StaatsrĂ€son bei einem konkreten Angriff bedeutet.
Vor seinem Abflug gab Scholz Israel erneut ganz klar RĂŒckendeckung fĂŒr die MilitĂ€rschlĂ€ge gegen die Hamas. «Der Ăberfall der Hamas war ein terroristischer Akt, der unverantwortlich war, der furchtbare Konsequenzen hat, der unglaublich viele Menschen getötet hat und unglaublich viele erniedrigt. Und deshalb hat Israel jedes Recht, sich selbst zu verteidigen.»
Konkrete militÀrische und humanitÀre Hilfe
MilitĂ€rische UnterstĂŒtzung erwarten die Israelis von Deutschland dagegen bisher kaum. Zwei geleaste israelische Drohnen, die auch bewaffnet werden können, wurden von der Bundeswehr zurĂŒckgegeben. Einen Antrag auf Lieferung von Munition fĂŒr Kriegsschiffe hat Israel nach Angaben der Bundesregierung inzwischen wieder zurĂŒckgestellt. Es geht aber auch um humanitĂ€re Hilfe fĂŒr die Menschen im Gazastreifen, die von Israel vor einer möglichen Bodenoffensive zu Hunderttausenden zur Flucht aufgefordert wurden.
Nicht zuletzt wird sich Scholz um die Freilassung der mehr als 200 in den Gaza-Streifen verschleppten Geiseln der Hamas bemĂŒhen. Darunter sind mehrere Deutsche, zu denen die Bundesregierung keinen Kontakt hat. Scholz hat dazu schon in den letzten Tagen GesprĂ€che mit den Staatschefs von Katar, Ăgypten und der TĂŒrkei gefĂŒhrt - alles LĂ€nder, von denen sich der Kanzler Einfluss auf die Hamas verspricht.
In Tel Aviv will sich Scholz auch mit dem Oppositionspolitiker Benny Gantz treffen, der auch Netanjahus Kriegskabinetts angehört. Und er besucht ein Verteilungszentrum fĂŒr HilfsgĂŒter. Am Mittwoch wird auch US-PrĂ€sident Joe Biden in Israel erwartet.





