Proiranische, Milizen

Proiranische Milizen: Irak sichert Schutz in Botschaften zu

30.10.2023 - 10:19:29

Die Sorge einer Ausweitung des Gaza-Kriegs besteht weiter - auch im Irak. Ein fĂŒhrender Abgeordneter mit NĂ€he zu Teheran stellt jetzt klar: Diplomatische Vertretungen sind sicher.

Proiranische Milizen wollen im Irak nach Worten eines Abgeordneten mit NĂ€he zum Iran keine auslĂ€ndischen Botschaften, Konsulate oder BĂŒros internationaler Organisationen angreifen. Das sagte der irakische Abgeordnete Hussein Muanis.

«Standorte von Botschaften, diplomatischen Vertretungen, internationalen Organisationen und auslĂ€ndischen Unternehmen im Irak sind keine Ziele fĂŒr den irakischen Widerstand», so Muanis in einem Interview vergangenen Donnerstag. «Sie sind sicher. Die irakische Regierung ist dem Schutz dieser Orte verpflichtet.

Muanis steht im irakischen Parlament an der Spitze des Hukuk-Blocks, der Verbindungen hat zur Iran-treuen Miliz Kataib Hisbollah. Diese zĂ€hlt zu den stĂ€rksten und einflussreichsten Milizen des Iraks. Es wird vermutet, dass Muanis eigentlich der Sprecher von Kataib Hisbollah ist unter dem Namen Abu Ali al-Askari. Muanis hat diese Verbindung stets zurĂŒckgewiesen, mutmaßlich um seine militĂ€rische von seiner politischen IdentitĂ€t zu trennen, wie die US-Denkfabrik Washington Institute schreibt.

Proiranische Milizen haben seit Ausbruch des Gaza-Kriegs zwischen Israel und der die islamistischen Hamas etwa zwei Dutzend Angriffe im Irak sowie in Syrien fĂŒr sich beansprucht, darunter auf den Flughafen von Erbil. Die Angriffe mit Dohnen und Raketen zielen meist auf von US-Truppen genutzte StĂŒtzpunkte.

Kritik an Stationierung der US-Soldaten

Die Bundeswehr ist mit einem kleinen Truppenkontingent im Irak im Einsatz. Deutschland ist mit einer Botschaft in der Hauptstadt Bagdad sowie mit einem Generalkonsulat in Erbil vertreten.

Die PrĂ€senz der US-Truppen sei fĂŒr Iraker eine «Provokation» angesichts der UnterstĂŒtzung Washingtons fĂŒr Israels Angriffe im Gazastreifen, sagte Muanis. «Die PrĂ€senz von US-MilitĂ€rstĂŒtzpunkten im Irak wird den Eintritt des Iraks in diesen Konflikt beschleunigen.» Sein Block habe im Parlament gefordert, dass alle auslĂ€ndischen Truppen das Land verlassen, vor allem nach dem beendeten Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS).

Nach dem US-Einmarsch im Irak waren mehr als 160.000 US-Soldaten im Irak stationiert. Nach ihrem Abzug 2011 blieb ein kleines Truppenkontingent zurĂŒck, das mit dem US-gefĂŒhrten Kampf gegen den IS wieder erhöht wurde. 2017 wurde der militĂ€rische Sieg ĂŒber den IS verkĂŒndet, dessen Zellen sind aber weiterhin im Land aktiv, und sie verĂŒben AnschlĂ€ge. Derzeit sind rund 2500 US-Truppen im Land stationiert. Vor allem die mit dem Iran verbĂŒndeten Milizen und politischen KrĂ€fte fordern den vollstĂ€nden Abzug der Amerikaner.

«Wir haben keinen Zeitplan fĂŒr die PrĂ€senz amerikanischer Truppen im Irak. Das widerspricht der irakischen Verfassung, schadet der Sicherheit des Landes und besorgt NachbarlĂ€nder», sagte Muani. Der «irakische Widerstand» dulde keine «FahrlĂ€ssigkeit» der USA.

Kenntnisse ĂŒber eine Beteiligung an KĂ€mpfen von Irakern im Zusammenhang mit dem Gaza-Krieg habe er nicht, sagte Muanis. Er fĂŒgte aber hinzu: «Wir werden Gaza in diesem Konflikt nicht allein lassen, denn er hat eine ideologische Dimension. Wir werden nicht erlauben, dass diese brutale, barbarische Aggression weitergeht.»

@ dpa.de