Iran, MilitÀr

Iran zieht angeblich MilitÀr aus dem Jemen ab

04.04.2025 - 05:24:23 | dpa.de

Die Spannungen zwischen Washington und Teheran nehmen zu. Das US-MilitĂ€r fliegt verstĂ€rkte Angriffe gegen die mit dem Iran verbĂŒndeten Huthi im Jemen. Beginnen bald GesprĂ€che ĂŒber ein Atomabkommen?

  • US-PrĂ€sident Trump hat dem Iran mit Bombardierungen gedroht.   - Foto: Rebecca Blackwell/AP/dpa
    US-PrÀsident Trump hat dem Iran mit Bombardierungen gedroht. - Foto: Rebecca Blackwell/AP/dpa
  • Angesichts der US-Luftangriffe im Jemen zieht der Iran angeblich eigenes MilitĂ€rpersonal von dort ab. (Archivbild) - Foto: STR/AP/dpa
    Angesichts der US-Luftangriffe im Jemen zieht der Iran angeblich eigenes MilitÀrpersonal von dort ab. (Archivbild) - Foto: STR/AP/dpa
  • Das Pentagon stockt seine StreitkrĂ€fte im Nahen Osten rapide auf. (Archivbild)  - Foto: Planet Labs PBC/Planet Labs PBC/AP/dpa
    Das Pentagon stockt seine StreitkrÀfte im Nahen Osten rapide auf. (Archivbild) - Foto: Planet Labs PBC/Planet Labs PBC/AP/dpa
  • Laut US-PrĂ€sident Trump kommt Israels Regierungschef Netanjahu möglicherweise in KĂŒrze nach Washington. (Archivbild)  - Foto: Denes Erdos/AP/dpa
    Laut US-PrĂ€sident Trump kommt Israels Regierungschef Netanjahu möglicherweise in KĂŒrze nach Washington. (Archivbild) - Foto: Denes Erdos/AP/dpa
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Angesichts der verschĂ€rften Spannungen zwischen den USA und dem Iran zieht Teheran einem Medienbericht zufolge MilitĂ€rpersonal aus dem Jemen ab. Der Iran habe wegen der verstĂ€rkten US-Luftangriffe auf die mit Teheran verbĂŒndete Huthi-Miliz sein eigenes MilitĂ€rpersonal angewiesen, den Jemen zu verlassen, zitierte der britische «Telegraph» einen ranghohen iranischen Beamten. Der Schritt ziele darauf ab, eine direkte Konfrontation mit den USA zu vermeiden.

Die islamische Republik fahre die UnterstĂŒtzung fĂŒr ihre «Stellvertreter» in der Region zurĂŒck, um sich auf die direkten Bedrohungen durch die Regierung von US-PrĂ€sident Donald Trump zu konzentrieren, wurde der Beamte weiter zitiert. Trump hatte dem Iran damit gedroht, dass jeder Schuss, der von den Huthi abgefeuert werde, kĂŒnftig als Angriff des Iran selbst angesehen werde. Die Miliz gehört mit der libanesischen Hisbollah und der palĂ€stinensischen Hamas zur islamistischen «Widerstandsfront» des Irans gegen den Erzfeind Israel.

USA erhöhen Druck auf Teheran

Trump drohte dem Iran zudem mit massiven Bombardierungen, sollte Teheran einem neuen Abkommen zur Begrenzung seines Atomprogramms nicht zustimmen. Direkte Verhandlungen mit der US-Regierung lehnte Teheran ab. Die US-Nachrichtenseite «Axios» meldete kĂŒrzlich, das Weiße Haus denke aber ĂŒber Irans Vorschlag fĂŒr indirekte GesprĂ€che in Oman nach. Einem in Israel zitierten Bericht des arabischen Senders Sky News Arabia zufolge haben sich beide Seiten nun angeblich darauf geeinigt. Iranischen Quellen zufolge sollen die GesprĂ€che in den nĂ€chsten drei Wochen in Oman beginnen.

Zugleich baut das Pentagon seine StreitkrĂ€fte in der Region laut US-Medien rapide aus. Trump wolle keinen Krieg mit dem Iran, benötige aber die militĂ€rischen Mittel, um handlungsbereit zu sein, sollten die Verhandlungen scheitern und die Dinge schnell eskalieren, zitierte «Axios» einen US-Beamten. So schickte das Pentagon laut US-Medien mehrere B-2 Tarnkappenbomber zum MilitĂ€rstĂŒtzpunkt Diego Garcia im Indischen Ozean.

Pentagon stockt StreitkrÀfte in Nahost auf

Zudem verlegen die US-StreitkrĂ€fte einen weiteren FlugzeugtrĂ€ger in die Region. Die in Asien stationierte «USS Carl Vinson» werde voraussichtlich in zwei Wochen im Nahen Osten eintreffen, wo sich seit dem Herbst bereits der FlugzeugtrĂ€ger «USS Harry S. Truman» befindet, wie das «Wall Street Journal» berichtete. Hinzu kĂ€men mit Marschflugkörpern ausgerĂŒstete Zerstörer und andere Kriegsschiffe, die Angriffen gegen die Huthi im Jemen dienen und zur Abschreckung des Irans. Es sei keine Vorbereitung auf einen bevorstehenden Angriff auf den Iran, zitierte die Zeitung zwei US-Beamte.

Die US-Regierung und andere westliche Staaten einschließlich Israel wollen verhindern, dass die von schiitischen Geistlichen beherrschte Islamische Republik eigene Atomwaffen entwickelt. Frankreichs Außenminister Jean-NoĂ«l Barrot befĂŒrchtet eine militĂ€rische Konfrontation, wenn es nicht zu einem neuen Atomabkommen mit Teheran kommt. Es blieben nur noch wenige Monate, bis das 2015 geschlossene Abkommen auslaufe, in dem der Iran sich verpflichtete, sein Atomprogramm stark einzuschrĂ€nken, sagte Barrot in dieser Woche.

Kommt Netanjahu nÀchste Woche nach Washington?

Trump deutete unterdessen an, dass Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu möglicherweise nĂ€chste Woche nach Washington kommen werde. «Ich denke, er wird irgendwann in nicht allzu ferner Zukunft in unser Land kommen, vielleicht nĂ€chste Woche, und wir werden ĂŒber Israel sprechen. Wir werden darĂŒber sprechen, was vor sich geht», sagte der US-PrĂ€sident zu Journalisten. Israels Armee bringt derzeit weitere Gebiete im umkĂ€mpften Gazastreifen unter ihre Kontrolle und erhöht damit den Druck auf die Hamas, um die Freilassung der letzten von der Terrororganisation entfĂŒhrten Geiseln zu erreichen. 

Israel will zudem mit einer neuen Behörde «die freiwillige Ausreise von Bewohnern des Gazastreifens in DrittlĂ€nder auf sicherem und kontrolliertem Wege vorbereiten», wie es israelischen Medien zufolge kĂŒrzlich in einer ErklĂ€rung des BĂŒros von Verteidigungsminister Israel Katz hieß. Ausreisewilligen PalĂ€stinensern soll demnach das Verlassen des abgeriegelten KĂŒstenstreifens «unter Einhaltung des israelischen und internationalen Rechts und in Übereinstimmung mit der Vision von US-PrĂ€sident Donald Trump» ermöglicht werden. Um welche DrittlĂ€nder es sich handeln soll, wurde nicht erwĂ€hnt.

Die Hamas rief unterdessen fĂŒr den heutigen Tag zu weltweiten Protesten gegen Israels militĂ€risches Vorgehen in Gaza auf. Die palĂ€stinensische Islamistenorganisation sprach in einer Mitteilung von einem «Tag des Zorns» und der Mobilisierung, «zur UnterstĂŒtzung unseres Volkes im Gazastreifen».

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