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G7 wollen Entwicklungshilfe grundlegend reformieren

16.06.2026 - 18:46:17 | dts-nachrichtenagentur.de

Die Staats- und Regierungschefs der G7 haben sich auf eine umfassende Reform der internationalen Entwicklungszusammenarbeit und Entwicklungsfinanzierung verstÀndigt.

G7 wollen Entwicklungshilfe grundlegend reformieren
Ausland - Logo von G7-Gipfel 2026 16.06.2026 - Bild: via dts Nachrichtenagentur
In einer am Dienstag auf dem Gipfel im französischen Évian verbreiteten gemeinsamen ErklĂ€rung bekrĂ€ftigten sie ihr Engagement fĂŒr internationale Kooperation als Motor fĂŒr Wachstum und Wohlstand. UnterstĂŒtzung erhielt die ErklĂ€rung auch von den G7-PartnerlĂ€ndern Kenia und SĂŒdkorea.

Die G7 wĂŒrdigen zwar die Erfolge des bisherigen Systems bei der ArmutsbekĂ€mpfung und KrisenbewĂ€ltigung, sehen jedoch erheblichen Reformbedarf. Das bestehende GefĂŒge der Entwicklungsfinanzierung sei zu komplex geworden und habe nicht immer ausreichend dazu beigetragen, finanzielle AbhĂ€ngigkeiten zu verringern oder nachhaltiges Wirtschaftswachstum zu fördern. Angesichts von Schuldenkrisen, Konflikten, anhaltender Armut und steigenden Finanzierungsbedarfen mĂŒsse die internationale Entwicklungsarchitektur effizienter und wirkungsvoller gestaltet werden.

KĂŒnftig wollen die G7 stĂ€rker auf "gegenseitig vorteilhafte Partnerschaften" setzen, wie es hieß. Ziel ist es, PartnerlĂ€nder dabei zu unterstĂŒtzen, eigene Einnahmen zu erhöhen, private Investitionen anzuziehen und langfristig unabhĂ€ngiger von externer Hilfe zu werden. Dabei sollen insbesondere die Eigenverantwortung, wirtschaftliche SouverĂ€nitĂ€t und WiderstandsfĂ€higkeit der Partnerstaaten gestĂ€rkt werden. Die Förderung von Frauen und MĂ€dchen sowie die Durchsetzung ihrer Rechte werden als zentrale Voraussetzung fĂŒr Entwicklung und Wirtschaftswachstum hervorgehoben.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der BewĂ€ltigung wachsender Schuldenprobleme vieler Entwicklungs- und SchwellenlĂ€nder. Die G7 sprechen sich fĂŒr schnellere und transparentere Verfahren bei Umschuldungen aus und fordern alle G20-GlĂ€ubiger zu einer stĂ€rkeren Zusammenarbeit bei der Offenlegung von Schuldendaten auf. LĂ€nder mit tragfĂ€higen Reformprogrammen, die jedoch unter hohen Schuldendienstkosten leiden, sollen gezielt unterstĂŒtzt werden.

Zudem wollen die G7 mehr privates Kapital fĂŒr Entwicklungsprojekte mobilisieren. Entwicklungsbanken und internationale Finanzinstitutionen sollen verstĂ€rkt Garantien, Risikoteilungsinstrumente und Mischfinanzierungen einsetzen, um Investitionen attraktiver zu machen. Besondere Bedeutung messen die Staaten dem Ausbau von Infrastruktur, widerstandsfĂ€higen Lieferketten sowie Energie- und Digitalnetzen bei.

Auch die Sicherung kritischer Rohstofflieferketten soll durch internationale Zusammenarbeit gefördert werden. Die G7 streben Partnerschaften an, die auf Transparenz, hohen Standards und lokaler Wertschöpfung beruhen. Vor dem Hintergrund globaler LieferengpĂ€sse wollen sie zudem die Auswirkungen auf die ErnĂ€hrungssicherheit beobachten und betroffene LĂ€nder unterstĂŒtzen.

KonzessionĂ€re Entwicklungsmittel sollen kĂŒnftig gezielter in die Ă€rmsten und verwundbarsten Staaten fließen. PrioritĂ€t haben dabei Investitionen in Gesundheit, Bildung, ErnĂ€hrung und frĂŒhkindliche Entwicklung, insbesondere in LĂ€ndern mit eingeschrĂ€nktem Zugang zu KapitalmĂ€rkten oder in Konfliktsituationen.

DarĂŒber hinaus kĂŒndigten die G7 an, die Zusammenarbeit zwischen Entwicklungsbanken, multilateralen Finanzinstitutionen und internationalen Organisationen zu verbessern. Neue Finanzierungsinstrumente sollen möglichst vermieden und bestehende Strukturen gestĂ€rkt werden. Auch Reformen innerhalb des UN-Systems werden unterstĂŒtzt, heißt es in der gemeinsamen ErklĂ€rung.

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