Marktplatz, Kostjantyniwka

Marktplatz beschossen: Viele Tote in ostukrainischer Stadt

06.09.2023 - 15:52:58

Die Stadt Kostjantyniwka liegt unweit der Front im Osten der Ukraine und ist immer wieder zum Ziel russischer Angriffe geworden. Nun hat es am hellichten Tag besonders brutalen Beschuss gegeben.

  • In der ostukrainischen Stadt Kostjantyniwka sind 
durch russischen Beschuss zahlreiche Menschen getötet worden. - Foto: Kostiantyn Liberov/AP/dpa

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  • Nach dem Beschuss eines Marktplatzes in der ostukrainischen Stadt Kostjantyniwka löschen RettungskrĂ€fte ein Feuer. - Foto: Evgeniy Maloletka/AP/dpa

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In der ostukrainischen Stadt Kostjantyniwka sind 
durch russischen Beschuss zahlreiche Menschen getötet worden. - Foto: Kostiantyn Liberov/AP/dpaNach dem Beschuss eines Marktplatzes in der ostukrainischen Stadt Kostjantyniwka löschen RettungskrÀfte ein Feuer. - Foto: Evgeniy Maloletka/AP/dpa

Durch russischen Beschuss eines Marktplatzes in der ostukrainischen Stadt Kostjantyniwka sind offiziellen Angaben zufolge mindestens 17 Menschen getötet worden - darunter auch ein Kind. Mehr als 30 weitere Menschen wurden verletzt, wie Innenminister Ihor Klymenko am Abend auf Telegram mitteilte. Die Such- und Rettungsarbeiten seien nun abgeschlossen.

Selenskyj: «UnverschÀmtheit des Bösen»

Auch der ukrainische PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj bestĂ€tigte den russischen Angriff und die vielen Todesopfer in der Stadt im Gebiet Donezk. «Ein normaler Markt. GeschĂ€fte. Eine Apotheke. Menschen, die nichts Falsches getan haben», schrieb er und drĂŒckte den Angehörigen der Opfer sein Beileid aus. Selenskyj sprach zudem von der «UnverschĂ€mtheit des Bösen». DarĂŒber hinaus dankte er in seiner abendlichen Videoansprache allen internationalen Partnern, die den Angriff verurteilten. «Es ist sehr wichtig, dass die Antwort auf den russischen Terror ein noch grĂ¶ĂŸerer Zusammenhalt der Welt war», sagte er.

Der Staatschef veröffentlichte auch ein kurzes Video, das den Moment der Explosion in dem belebten Viertel zeigen soll. Außerdem zeigte er Fotos von beschĂ€digten HĂ€userfassaden, Blutlachen auf dem Boden und RettungskrĂ€ften, die Flammen löschen. Was genau fĂŒr ein Geschoss einschlug, war zunĂ€chst unklar. Einige lokale Medien gingen von einer S-300-Rakete aus.

EU verurteilt Angriff

Die EU hat den Angriff scharf verurteilt. Zudem fordere sie Russland auf, seine unmenschliche und illegale Aggression unverzĂŒglich einzustellen, sagte ein Sprecher des EU-Außenbeauftragten Josep Borrell in BrĂŒssel. «VorsĂ€tzliche Angriffe auf Zivilisten sind Kriegsverbrechen. Alle Befehlshaber, TĂ€ter und Komplizen dieser GrĂ€ueltaten werden zur Rechenschaft gezogen werden.»

Kostjantyniwka liegt nur knapp 20 Kilometer sĂŒdwestlich der Stadt Bachmut, die die Russen im Zuge ihres Angriffskriegs vor wenigen Monaten besetzt haben, und wurde immer wieder zum Ziel russischer Angriffe. Erst im Juli warf die Ukraine Russland einen Streubombeneinsatz in Kostjantyniwka vor, bei dem ein Kind getötet wurde. Auch davor wurden in der ukrainisch kontrollierten Stadt immer wieder Zivilisten durch russische Angriffe getötet.

@ dpa.de