Steuerreform in Kenia, TrÀnengas

Proteste in Kenia: Kinder durch TrÀnengas verletzt

12.07.2023 - 20:12:44

Die umstrittene Steuerreform in Kenia entfacht erneut Proteste. Die Demonstrationen fĂŒhren zu gewaltsamen Auseinandersetzungen mit der Polizei, wobei auch Kinder zu den Opfern zĂ€hlen.

Rund zwei Wochen nach Inkrafttreten einer umstrittenen Steuerreform in Kenia haben in dem ostafrikanischen Land erneut Menschen gegen neue Steuern und steigende Preise demonstriert.

Dabei kam es zu Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und den Demonstranten. Die SicherheitskrĂ€fte setzten TrĂ€nengas ein, Protestierende zĂŒndeten Autoreifen an. Kenias OppositionsfĂŒhrer Raila Odinga hatte zu dem Protest aufgerufen. Demonstrationen gab es in mehreren StĂ€dten des Landes. Örtliche Medien berichteten von Verletzten und auch Toten. Offizielle Zahlen gab es zunĂ€chst nicht.

In der Hauptstadt Nairobi wurden mindestens 50 Grundschulkinder durch TrÀnengas verletzt, das die Polizei in der NÀhe auf Demonstranten abgefeuert hatte. Die Kinder seien teils bewusstlos ins Krankenhaus gebracht worden, ihr Zustand sei aber nun stabil, sagte der Klinikleiter Aron Shikuku. Der Polizeichef von Nairobi, Adamson Bungei, bestÀtigte den Vorfall der Deutschen Presse-Agentur. Im Zuge der Proteste wurde in Nairobi auch eine der wichtigsten Verkehrsrouten gesperrt, wie der Betreiber mitteilte.

Fortlaufende Proteste und Gewalt

Seit mehreren Monaten kommt es in dem Land mit rund 55 Millionen Einwohnern immer wieder zu Demonstrationen, die von der Polizei teils gewaltsam niedergeschlagen werden. Anfangs hatte Odinga zum Protest gegen die massiv gestiegenen Lebenshaltungskosten aufgerufen. Das umstrittene neue Steuergesetz von PrÀsident William Ruto, mit dem dieser den maroden Staatshaushalt sanieren will, hat die Proteste nun erneut angeheizt.

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch hatte die ĂŒbermĂ€ĂŸige Gewalt, mit der die Polizei gegen die Demonstranten vorgehe, kritisiert. Sie sprach Ende Mai von mindestens zwölf Menschen, die seit Beginn der Proteste im MĂ€rz ums Leben gekommen seien.

@ dpa.de