Trump-Regierung friert Milliarden fĂŒr Elite-Uni Harvard ein
15.04.2025 - 04:00:34Im Streit um den von ihr verlangten Kurswechsel an Hochschulen enthĂ€lt die US-Regierung der privaten Elite-UniversitĂ€t Harvard Fördergeld in Milliardenhöhe vor. BegrĂŒndet wurde der Schritt mit angeblicher Missachtung von BĂŒrgerrechten und unzureichendem Einsatz gegen Antisemitismus an der renommierten Uni, die eine Reihe von Forderungen der Regierung nicht erfĂŒllen will. Insgesamt lieĂ US-PrĂ€sident Donald Trump 2,2 Milliarden US-Dollar (1,9 Mrd Euro) an mehrjĂ€hrigen ZuschĂŒssen und 60 Millionen Dollar an mehrjĂ€hrigen VertrĂ€gen der Regierung mit Harvard auf Eis legen.
Die Regierung hatte der UniversitĂ€t mit Sitz in Cambridge im US-Bundesstaat Massachusetts am Freitag in einem Schreiben mehrere Ănderungen abverlangt und sie aufgefordert, verschiedene Verpflichtungen einzugehen. In dem Schreiben wurde von der UniversitĂ€t verlangt, auslĂ€ndische Studenten bei VerstoĂ gegen Verhaltensregeln den Bundesbehörden zu melden, die Meinungsvielfalt unter HochschĂŒlern und Uni-Personal ĂŒberprĂŒfen zu lassen sowie die Zulassung von Studenten und die Einstellung von Mitarbeitern nach DiversitĂ€tskriterien zu beenden.
Zuvor hatte die Harvard-Leitung die Forderungen zurĂŒckgewiesen. «Keine Regierung - unabhĂ€ngig davon, welche Partei an der Macht ist - sollte vorschreiben, was private UniversitĂ€ten lehren dĂŒrfen, wen sie zulassen und einstellen dĂŒrfen und welchen Studien- und Forschungsbereichen sie nachgehen dĂŒrfen», heiĂt es in einem Schreiben des Uni-PrĂ€sidenten Alan Garber. Die UniversitĂ€t werde ihre UnabhĂ€ngigkeit und ihre verfassungsmĂ€Ăigen Rechte nicht aufgeben.
UniversitÀten im Visier der Regierung
Trumps Regierung geht mit harten Bandagen gegen Kritiker und unliebsame Meinungen oder Wertevorstellungen vor, die sie im linksliberalen Spektrum verortet. Auch UniversitĂ€ten sind ins Visier geraten - etwa wegen DiversitĂ€tsprogrammen, die historisch bedingter Diskriminierung von Schwarzen, Frauen und anderen benachteiligten Gruppen entgegenwirken sollen. Auch die im Zuge des Gaza-Kriegs gehĂ€uften propalĂ€stinensischen Proteste an UniversitĂ€ten des Landes im vergangenen Jahr erregten den Unmut des Trump-Lagers.Â
Andere Elite-Hochschulen wie die New Yorker Columbia-UniversitĂ€t haben nach Drohungen aus Washington bereits ZugestĂ€ndnisse gemacht - und sich damit ebenfalls Kritik eingehandelt. So forderte der frĂŒhere US-PrĂ€sident Barack Obama jĂŒngst, UniversitĂ€ten sollten lieber ihre Stiftungsgelder einsetzen oder Kosten einsparen, anstatt den Wegfall von Fördermitteln zu verhindern, indem sie Trumps Forderungen erfĂŒllen.
Harvard-PrĂ€sident Garber schrieb in seiner Replik auf das Schreiben der Regierung, die Freiheit des Denkens und der Forschung sowie die langjĂ€hrige Verpflichtung der Regierung, diese zu respektieren und zu schĂŒtzen, hĂ€tten es UniversitĂ€ten ĂŒberhaupt erst ermöglicht, auf entscheidende Weise zu einer freien Gesellschaft beizutragen. Mit Blick auf den angeblich unzureichenden Einsatz gegen Antisemitismus erwiderte Garber, das Schreiben mache deutlich, dass gar nicht die Absicht bestehe, mit der UniversitĂ€t zusammenzuarbeiten, um Antisemitismus «auf kooperative und konstruktive Weise» zu bekĂ€mpfen.


