USA entziehen Nato wichtige MilitÀrbeitrÀge
15.06.2026 - 19:43:43 | dts-nachrichtenagentur.deBetroffen sind unter anderem eine FlugzeugtrĂ€gergruppe, ein Langstreckenbomberverband und mehr als 50 Kampfflugzeuge. Die Entscheidung, die fĂŒr viele VerbĂŒndete ĂŒberraschend kam, soll diese unter Druck setzen, die so entstandenen LĂŒcken bis zum Nato-Gipfeltreffen Anfang Juli zu fĂŒllen. Nach EinschĂ€tzung von Fachleuten ist das möglich, wenn auch nicht eins zu eins, weil die Nato-Mitgliedstaaten im Schnitt weniger als die HĂ€lfte ihrer tatsĂ€chlichen Truppenteile dem Nato-Oberkommandierenden fĂŒr Europa (SACEuro) formal "einmelden". Dieser kann dann ĂŒber diese Truppen verfĂŒgen, die in drei unterschiedliche Bereitschaftsstufen eingeteilt sind.
Ein Nato-Sprecher sagte der FAZ, dass man sich in der Vergangenheit "zu sehr auf StreitkrĂ€fte und FĂ€higkeiten der USA verlassen" habe. Da Europa und Kanada jedoch verstĂ€rkt in die Verteidigung investierten und mehr FĂ€higkeiten aufbauten, könne sich das Gleichgewicht der Verantwortlichkeiten verschieben. Die Allianz stelle in diesem Prozess sicher, so der Sprecher, "dass es niemals echte LĂŒcken in unserer Abschreckung gibt und die Verteidigung solide bleibt und bereit ist, auf jede Bedrohung zu reagieren". Die "VerĂ€nderung" stĂ€rke die VerteidigungsplĂ€ne der Nato, "indem sie die ĂŒbermĂ€Ăige AbhĂ€ngigkeit von einem BĂŒndnispartner verringert" und das BĂŒndnis so auf eine "nachhaltigere Grundlage" stelle.
Nach Angaben aus den Nato-Kreisen haben die USA die betroffenen FĂ€higkeiten und Truppenteile kurz vor einer Truppenstellerkonferenz ("Force sourcing conference") "ausgemeldet", die Anfang dieses Monats beim Nato-Oberkommando fĂŒr Europa (SHAPE) stattfand. Klar ist nach der Truppenstellerkonferenz auch, dass die USA bis auf weiteres konventionell bewaffnete Tomahawk-Marschflugkörper nicht in Europa stationieren werden.
