Warten, Hamas

Warten auf die Hamas: Gelingt eine Waffenruhe in Gaza?

30.05.2025 - 04:40:34 | dpa.de

Die USA haben Israel und der Hamas einen neuen Vorschlag fĂŒr eine Feuerpause vorgelegt. Israel soll schon zugestimmt haben. Und die Hamas? Israels Armee geht vorerst weiter gegen die Islamisten vor.

  • Die Notlage der Bevölkerung in Gaza hat sich weiter verschĂ€rft. (Archivbild) - Foto: Hadi Daoud/APA Images via ZUMA Press Wire/dpa
    Die Notlage der Bevölkerung in Gaza hat sich weiter verschÀrft. (Archivbild) - Foto: Hadi Daoud/APA Images via ZUMA Press Wire/dpa
  • Im Gaza-Krieg zwischen Israel und der Hamas gibt es Hoffnung auf eine neue Feuerpause. (Archivbild)  - Foto: Saeed Qaq/ZUMA Press Wire/dpa
    Im Gaza-Krieg zwischen Israel und der Hamas gibt es Hoffnung auf eine neue Feuerpause. (Archivbild) - Foto: Saeed Qaq/ZUMA Press Wire/dpa
  • KriegssschĂ€den und zivilen Opfern zum Trotz: Vorerst geht Israels Armee weiter gegen die Hamas in Gaza vor.  - Foto: Omar Ashtawy/APA Images via ZUMA Press Wire/dpa
    KriegssschÀden und zivilen Opfern zum Trotz: Vorerst geht Israels Armee weiter gegen die Hamas in Gaza vor. - Foto: Omar Ashtawy/APA Images via ZUMA Press Wire/dpa
  • Laut der Sprecherin von US-PrĂ€sident Donald Trump, Karoline Leavitt, hat Israel einem neuen US-Vorschlag fĂŒr eine Waffenruhe zugestimmt. - Foto: Jacquelyn Martin/AP/dpa
    Laut der Sprecherin von US-PrĂ€sident Donald Trump, Karoline Leavitt, hat Israel einem neuen US-Vorschlag fĂŒr eine Waffenruhe zugestimmt. - Foto: Jacquelyn Martin/AP/dpa
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WĂ€hrend Israels Armee im Gazastreifen ihre Angriffe gegen die islamistische Hamas fortsetzt, hegen die USA weiter Hoffnung auf eine neue Waffenruhe. Israel hat einen neuen Vorschlag der US-Regierung nach Angaben des Weißen Hauses bereits angenommen, eine Antwort der Terrororganisation stand in der Nacht hingegen noch aus. GesprĂ€che mit allen Parteien liefen weiter, sagte die Sprecherin von US-PrĂ€sident Donald Trump, Karoline Leavitt. Derweil rief die israelische Armee die Zivilbevölkerung in mehreren Gebieten im Norden des Gazastreifens zur sofortigen Evakuierung auf.

«Terroristische Organisationen fĂŒhren SabotageaktivitĂ€ten in den Gebieten durch und daher wird die Armee ihre OffensivaktivitĂ€ten dort ausweiten, um die FĂ€higkeiten der terroristischen Organisationen zu zerstören», schrieb ein israelischer MilitĂ€rsprecher in der Nacht auf X. Die Gebiete seien nun «gefĂ€hrliche Kampfzonen».

Auch im Libanon griff die Armee am Abend nach eigenen Angaben militĂ€rische Anlagen der mit der Hamas verbĂŒndeten Hisbollah an. Israel behĂ€lt sich trotz der seit Ende November geltenden Waffenruhe vor, weiter Stellungen der Miliz in dem nördlichen Nachbarland anzugreifen.

Bericht: Hamas hat noch Vorbehalte

Ob es auch im Gazastreifen zu einer neuen Feuerpause kommt, bleibt indes abzuwarten. Israels MinisterprĂ€sident Benjamin Netanjahu habe den Familien der Geiseln gesagt, dass er dem neuen Vorschlag des US-Sondergesandten Steve Witkoff fĂŒr eine zeitlich befristete Waffenruhe grundsĂ€tzlich zustimme, hieß es in israelischen Medienberichten. Die Hamas neige dazu, den Deal anzunehmen, aber «mit einigen Vorbehalten», berichtete die «Times of Israel» unter Berufung auf zwei nicht genannte Quellen. Demnach dĂŒrften die Verhandlungen voraussichtlich noch mindestens mehrere Tage andauern.

Israelischen Medienberichten zufolge sieht Witkoffs neuer Vorschlag eine 60-tĂ€gige Waffenruhe vor. Des Weiteren sollten zehn im Gazastreifen festgehaltene Geiseln in zwei Schritten binnen einer Woche freigelassen werden. Zudem sollten die Leichen von 18 Verschleppten ĂŒbergeben werden, hieß es in mehreren Berichten. Im Gegenzug sollten 125 PalĂ€stinenser freikommen, die zu lebenslangen Haftstrafen verurteilt worden waren, sowie 1.111 Bewohner Gazas, die seit dem TerrorĂŒberfall auf Israel am 7. Oktober 2023 festgenommen worden waren. Außerdem sollten die Leichen von 180 PalĂ€stinensern ĂŒbergeben werden.

Hamas verweist auf «Interessen des palÀstinensischen Volkes »

Die Hamas hatte bestĂ€tigt, den US-Vorschlag von den Vermittlern erhalten zu haben. In einer Mitteilung erklĂ€rte die palĂ€stinensische Terrororganisation zudem, den Vorschlag «verantwortungsbewusst» prĂŒfen zu wollen. Jede Antwort werde auf den «Interessen des palĂ€stinensischen Volkes basieren».

Ihres Wissens nach habe die Hamas dem Plan bisher noch nicht zugestimmt, sagte Trumps Sprecherin Leavitt. Details zu dem aktuellen Vorschlag nannte sie nicht. Die USA hofften aber, dass es eine Waffenruhe geben werde. Sollte es zu einer Einigung kommen, werde das Weiße Haus dies mitteilen, sagte Leavitt. 

Den israelischen Berichten zufolge sollen wĂ€hrend der zweimonatigen Waffenruhe GesprĂ€che ĂŒber ein Ende des Kriegs gefĂŒhrt werden. Im Falle einer Einigung zwischen Israel und der Hamas sollten die restlichen Geiseln und die sterblichen Überreste anderer Verschleppter ĂŒbergeben werden. Nach israelischen Angaben befinden sich derzeit noch mindestens 20 lebende Geiseln in Gaza. Bei drei weiteren EntfĂŒhrten ist unklar, ob sie noch am Leben sind. Zudem werden die sterblichen Überreste von 35 Verschleppten in dem abgeriegelten Gebiet mit unzĂ€hligen unterirdischen Tunnelanlagen vermutet.

Trumps Sondergesandter gibt sich optimistisch

Die Hamas hatte eine zeitlich befristete Waffenruhe zuletzt abgelehnt. Sie fordert den Abzug der israelischen Truppen aus Gaza und ein dauerhaftes Ende des Krieges. Der US-Sondergesandte Witkoff hatte sich jedoch am Mittwoch im Weißen Haus optimistisch ĂŒber die Chancen auf eine mögliche Waffenruhe und eine lĂ€ngerfristige friedliche Lösung des Konflikts geĂ€ußert. 

Auslöser des Kriegs war der Überfall der Hamas und anderer islamistischer Terroristen auf Israel am 7. Oktober 2023, bei dem etwa 1.200 Menschen getötet und mehr als 250 als Geiseln in den Gazastreifen verschleppt wurden.

Notlage in Gaza verschÀrft

Seither kĂ€mpft Israels MilitĂ€r in dem - inzwischen großflĂ€chig zerstörten -KĂŒstengebiet gegen die Hamas. Vor knapp zwei Wochen startete es eine neue Großoffensive. Seither wurden tĂ€glich Dutzende Tote gemeldet. ErklĂ€rtes Ziel Israels ist es, die Hamas vollends zu zerschlagen sowie die letzten von Extremisten festgehaltenen Geiseln freizubekommen. An Israels Vorgehen gibt es im In- und Ausland massive Kritik.

Die Notlage der rund zwei Millionen Menschen in dem dicht besiedelten KĂŒstenstreifen hat sich drastisch verschĂ€rft. Die humanitĂ€re Lage sei «so dĂŒster wie nie zuvor», konstatierte das UN-NothilfebĂŒro. Seit Beginn des Kriegs wurden nach Angaben der von der Hamas kontrollierten Gesundheitsbehörde mehr als 54.200 PalĂ€stinenser getötet. Ein Drittel davon seien MinderjĂ€hrige. Die Zahlen der Behörde unterscheiden nicht zwischen KĂ€mpfern und Zivilisten.

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