«Nicht weiter existieren»: Drohung aus Israel an Chamenei
19.06.2025 - 17:20:51 | dpa.deIsraels Verteidigungsminister Israel Katz hat im Krieg mit Iran dessen oberstem FĂŒhrer Ajatollah Ali Chamenei gedroht. Er sagte: «Ein Diktator wie Chamenei, der an der Spitze eines Staates wie Iran steht, und sich die Zerstörung des Staates Israel auf die Fahne geschrieben hat, dieses schreckliche Ziel der Zerstörung Israels, kann nicht weiter existieren.» Chamenei sei der «moderne Hitler». Die Angriffe zwischen beiden LĂ€ndern gingen indes weiter. In Israel wurde ein Krankenhaus getroffen.
Derweil gehen die Spekulationen ĂŒber ein mögliches Eingreifen der USA in den Krieg weiter. US-PrĂ€sident Donald Trump wollte sich am frĂŒhen Donnerstagabend (17.30 UHR MESZ) im «Situation Room», dem streng gesicherten Lagezentrum der Regierungszentrale in Washington, informieren lassen. Schon in den Tagen zuvor kam er dort fĂŒr Beratungen mit seinem Team zusammen. Das US-MilitĂ€r unterstĂŒtzt Israel bei seiner Verteidigung. Bislang betont die US-Regierung aber, dass sie sich nicht an den KĂ€mpfen zwischen Israel und dem Iran beteilige.
Die diplomatische Initiative
BundesauĂenminister Johann Wadephul bemĂŒht sich mit seinen Kollegen aus Frankreich und GroĂbritannien diplomatisch um eine Deeskalation. Gemeinsam wollen sie den iranischen AuĂenminister Abbas Araghtschi an diesem Freitag zu einem GesprĂ€ch in Genf treffen, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Diplomatenkreisen in Berlin erfuhr.
Der britische AuĂenminister David Lammy reist direkt davor - womöglich zur Abstimmung - noch nach Washington. Lammy wollte sich heute mit seinem US-Kollegen Marco Rubio im WeiĂen Haus (ca. 20 Uhr MESZ) treffen. Lammy reist dann nach Genf zu dem Treffen mit den anderen EuropĂ€ern.
Angriffe: Krankenhaus in Israel getroffen
Israel und der Iran setzten ihre gegenseitigen heftigen Angriffe fort. In Israel wurde nach offiziellen Angaben erstmals ein Krankenhaus im SĂŒden des Landes getroffen. Dabei sei eine Rakete in die Soroka-Klinik in der WĂŒstenstadt Beerscheva eingeschlagen. Nach Angaben des Krankenhauses wurden einige Menschen leicht verletzt, es entstand erheblicher Sachschaden. Zuvor hatte das israelische MilitĂ€r nach eigenen Angaben einen Schwerwasserreaktor im Iran angegriffen.Â
Rettungsdienst zÀhlt mindestens 89 Verletzte
Auch in anderen Orten Israels, etwa im GroĂraum Tel Aviv, gab es demnach bei der Salve von mehr als 20 Raketen mehrere EinschlĂ€ge. Nach Angaben des Rettungsdienstes Magen David Adom wurden mindestens 89 Menschen verletzt. Im GroĂraum Tel Aviv wurden HochhĂ€user durch die EinschlĂ€ge beschĂ€digt.Â
Israels Luftwaffe attackierte zuvor Ziele im Iran
Zuvor hatte Israel den Schwerwasserreaktor nahe der westiranischen Stadt Arak angegriffen â eine Nuklearanlage, die als Forschungsreaktor konzipiert ist und wegen ihres Potenzials zur Produktion waffenfĂ€higen Plutoniums lange Zeit umstritten war. Im Wiener Atomabkommen von 2015 hatte sich der Iran verpflichtet, den Reaktor nicht wie geplant in Betrieb zu nehmen.
Im Januar 2016 hatte der Iran den Reaktorkern unbrauchbar gemacht, indem er ihn mit Beton fĂŒllte. Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) bestĂ€tigte, dass die Anlage inaktiv war und kein spaltbares Material enthielt. Nach dem aktuellen israelischen Luftangriff teilte die IAEA zudem mit, dass kein radioaktives Material freigesetzt wurde und keine Strahlengefahr bestehe.
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Kein Internet im Iran
Seit Mittwoch ist das Internet im Iran auf Anordnung der Behörden nahezu vollstĂ€ndig abgeschaltet. Millionen Iranerinnen und Iranern fehlt damit in einer kritischen Phase der Zugang zu vielen Informationen. Anders als in Israel gibt es im Iran zudem weder Warnsysteme fĂŒr Luftangriffe noch Schutzbunker fĂŒr die Zivilbevölkerung.
Israel will Entwicklung von Atomwaffen im Iran verhindern
Am Freitag hatte Israel einen GroĂangriff auf den Iran begonnen. Seither attackieren die israelischen StreitkrĂ€fte immer wieder Ziele in der Islamischen Republik an, wĂ€hrend die iranischen StreitkrĂ€fte ihrerseits Raketen auf die Atommacht Israel abfeuern. Nach israelischer Darstellung ist das wichtigste Ziel des Krieges, den Iran an der Entwicklung von Atomwaffen zu hindern und gegen das Raketenprogramm vorzugehen. Die iranische FĂŒhrung hingegen dementiert seit Jahren, den Bau von Kernwaffen anzustreben - und pocht auf das Recht, Atomkraft fĂŒr friedliche Zwecke zu nutzen.
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