USA, Israel

Eskalation zwischen Israel und Hisbollah «unwahrscheinlich»

13.10.2023 - 10:57:32 | dpa.de

Die USA rechnen laut einem Medienbericht nicht mit einem grĂ¶ĂŸeren Konflikt zwischen Israel und der Hisbollah-Miliz im Libanon. Diese werde den Terrorangriff aber fĂŒr sich nutzen, warnt ein Experte.

Pro-iranische Hisbollah-KĂ€mpfer legen wĂ€hrend einer inszenierten MilitĂ€rĂŒbung in einem Lager im sĂŒdlibanesischen Dorf Aramta einen Eid ab. - Foto: Marwan Naamani/dpa
Pro-iranische Hisbollah-KĂ€mpfer legen wĂ€hrend einer inszenierten MilitĂ€rĂŒbung in einem Lager im sĂŒdlibanesischen Dorf Aramta einen Eid ab. - Foto: Marwan Naamani/dpa

US-Geheimdienste haben eine militĂ€rische Eskalation zwischen der schiitischen Miliz Hisbollah im Libanon und dem israelischen MilitĂ€r noch zu Beginn des Jahres als «unwahrscheinlich» eingeschĂ€tzt. Das berichtete die «Washington Post» am Donnerstagabend (Ortszeit) unter Berufung auf ein ihr vorliegendes Geheimdienstdokument aus dem Februar. Selbst in Zeiten erhöhter Spannungen hĂ€tten beide Seiten in der Vergangenheit das Ziel verfolgt, «StĂ€rke zu demonstrieren und gleichzeitig eine Eskalation zu vermeiden», hieß es.

Seit einem Abkommen zwischen Israel und dem Libanon zur gemeinsamen Seegrenze Ende 2022 habe sich eine Haltung der «gegenseitigen Abschreckung» eingestellt, zitierte die Zeitung aus dem Dokument. Dazu gehöre, dass Israel Raketen auf unbewohnte Gebiete im Libanon abfeuere oder dass die Hisbollah israelische Drohnen abschieße. Solche Aktionen seien zwar provokativ, zielten aber nicht darauf ab, einen grĂ¶ĂŸeren Konflikt auszulösen. Es gebe jedoch Faktoren, die diesen Zustand gefĂ€hrden könnten, hieß es weiter. Darunter falle die «UnfĂ€higkeit der Hisbollah», militante palĂ€stinensische Gruppen wie die Hamas, die auch im Libanon aktiv ist, in Schach zu halten.

Experte: Hisbollah will «Spielregeln Àndern»

Im Großen und Ganzen stimme er der EinschĂ€tzung der US-Geheimdienste auch nach dem Angriff der Hamas noch zu, sagte der Terrorismus-Experte Matthew Levitt vom Washington-Institut fĂŒr Nahostpolitik der Zeitung. Doch es sei bereits sichtbar, dass die mit dem jĂŒdischen Staat verfeindete Hisbollah nun versuche, «die Spielregeln zu Ă€ndern». Die Miliz werde die mangelnde Aufmerksamkeit des israelischen MilitĂ€rs ausnutzen, es werde immer wieder zu kleineren VorfĂ€llen an der Grenze zwischen beiden Staaten kommen.

In den vergangenen Tagen hatte es nach dem Angriff der im Gazastreifen herrschenden Hamas in Israel mehrere kleine Gefechte zwischen der mit den Islamisten verbĂŒndeten Hisbollah und dem israelischen MilitĂ€r gegeben. Aus Furcht vor einer Eskalation sind bereits viele Menschen im SĂŒden des Libanons geflohen.

Die Hisbollah gilt als weitaus mĂ€chtiger als die Hamas. Der Einfluss der hauptsĂ€chlich vom Iran finanzierten Organisation reicht tief in den von Krisen gelĂ€hmten libanesischen Staat, mit dem sich Israel offiziell im Kriegszustand befindet. Im vergangenen Oktober einigten sich beide LĂ€nder auf ein Abkommen zur gemeinsamen Seegrenze im Mittelmeer und beendeten damit einen jahrzehntelangen Streit ĂŒber MeeresflĂ€chen, der sich nach der Entdeckung großer Mengen Erdgas nochmals verschĂ€rft hatte.

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