Iran, USA

USA und Iran nÀhern sich vorlÀufiger Einigung

29.05.2026 - 15:34:10 | dpa.de

Die USA und der Iran ringen weiter um eine Beilegung ihrer Feindseligkeiten. Berichten zufolge nÀhern sich beide Kriegsparteien einer VerlÀngerung der Waffenruhe. Wie wahrscheinlich ist ein Deal?

  • Laut US-VizeprĂ€sident Vance gibt es in den Verhandlungen mit dem Iran Fortschritte.  - Foto: Matt Rourke/Pool AP/AP/dpa
    Laut US-VizeprÀsident Vance gibt es in den Verhandlungen mit dem Iran Fortschritte. - Foto: Matt Rourke/Pool AP/AP/dpa
  • Die Lage in der Straße von Hormus ist weiter angespannt. (Archivbild)  - Foto: Amirhosein Khorgooi/ISNA/AP/dpa
    Die Lage in der Straße von Hormus ist weiter angespannt. (Archivbild) - Foto: Amirhosein Khorgooi/ISNA/AP/dpa
  • Das US-MilitĂ€r dementierte den Abschuss einer seiner Drohnen. (Archivbild) - Foto: Massoud Hossaini/AP/dpa
    Das US-MilitÀr dementierte den Abschuss einer seiner Drohnen. (Archivbild) - Foto: Massoud Hossaini/AP/dpa
Laut US-VizeprĂ€sident Vance gibt es in den Verhandlungen mit dem Iran Fortschritte.  - Foto: Matt Rourke/Pool AP/AP/dpa Die Lage in der Straße von Hormus ist weiter angespannt. (Archivbild)  - Foto: Amirhosein Khorgooi/ISNA/AP/dpa Das US-MilitĂ€r dementierte den Abschuss einer seiner Drohnen. (Archivbild) - Foto: Massoud Hossaini/AP/dpa

Die USA und der Iran nĂ€hern sich nach US-Angaben einer Einigung auf eine VerlĂ€ngerung der Waffenruhe und weitere Verhandlungen. BezĂŒglich einer AbsichtserklĂ€rung seien viele Fortschritte gemacht worden, es werde aber noch an einigen Punkten gearbeitet, sagte US-VizeprĂ€sident JD Vance. Ob allerdings PrĂ€sident Donald Trump zustimmen wird, sei offen. Eine BestĂ€tigung der iranischen FĂŒhrung gibt es noch nicht.

Die «New York Times» meldete unter Berufung auf drei mit den GesprĂ€chen vertraute US-Beamte, dass man kurz vor einer Übereinkunft stehe. Diese könne die seit dem 8. April geltende Waffenruhe verlĂ€ngern, zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus fĂŒhren und den Weg fĂŒr substanziellere GesprĂ€che ebnen. 

Das US-Nachrichtenportal «Axios» hatte unter Berufung auf US-Beamte berichtet, UnterhĂ€ndler beider Seiten hĂ€tten sich bereits auf eine AbsichtserklĂ€rung ĂŒber 60 Tage zur VerlĂ€ngerung der Waffenruhe und zur Aufnahme von Verhandlungen ĂŒber das iranische Atomprogramm geeinigt. Trump und die iranische FĂŒhrung mĂŒssten dem allerdings noch zustimmen, hieß es. 

Vance: «Hoffentlich machen wir weiterhin Fortschritte»

US-VizeprĂ€sident Vance sagte: «Ich glaube, es ist schwer zu sagen, wann genau oder ob der PrĂ€sident die AbsichtserklĂ€rung unterzeichnen wird.» Die Iraner schienen - zumindest Stand jetzt - in guter Absicht zu verhandeln. «Hoffentlich machen wir weiterhin Fortschritte», fĂŒgte Vance hinzu. 

Laut «Axios» wird die AbsichtserklĂ€rung festlegen, dass die Schifffahrt durch die Straße von Hormus wieder «uneingeschrĂ€nkt» und ohne GebĂŒhren ermöglicht wird. Zudem wĂŒrde der Iran demnach innerhalb von 30 Tagen sĂ€mtliche Minen in der fĂŒr den globalen Öl- und FlĂŒssiggashandel wichtigen Meerenge rĂ€umen. Im Gegenzug werde die US-Seeblockade von iranischen HĂ€fen aufgehoben. 

Irans StreitkrĂ€fte hatten kurz nach Kriegsbeginn die Kontrolle ĂŒber die fĂŒr den Energiehandel wichtige Straße von Hormus ĂŒbernommen. Faktisch mĂŒssen sich Reedereien mit iranischen Kontaktstellen koordinieren und dĂŒrfen anschließend nur einen Korridor nahe der iranischen KĂŒste passieren. DafĂŒr verlangte die iranische FĂŒhrung hohe GebĂŒhren. Völkerrechtlern zufolge verstoßen solche GebĂŒhren gegen das Recht auf Transitpassage. Die USA haben ihrerseits eine Seeblockade verhĂ€ngt, um den Iran am Export von Öl zu hindern.

Die iranische Nachrichtenagentur Tasnim, die den mĂ€chtigen Revolutionsgarden nahesteht, mahnte zur ZurĂŒckhaltung. Der Inhalt des Rahmenabkommens sei noch nicht ausformuliert. Deshalb seien Berichte in US-Medien ĂŒber die Einzelheiten «nicht prĂ€zise».

Der grĂ¶ĂŸte Stolperstein

Die zweistufige Struktur des Abkommens stellt aus Sicht des «Wall Street Journal» das grĂ¶ĂŸte Risiko dar. Ohne eine Blockade seitens der USA wĂ€hrend der Atomverhandlungen werde es noch schwieriger, ZugestĂ€ndnisse zu erwirken oder deren Umsetzung sicherzustellen. Der Iran habe die Verhandlungen mit dem frĂŒheren US-PrĂ€sidenten Barack Obama zwei Jahre lang hinausgezögert. «Ob es einem gefĂ€llt oder nicht: Je lĂ€nger sich die Verhandlungen hinziehen, desto weniger glaubwĂŒrdig wird die militĂ€rische Drohung der USA», so das Blatt.

USA gehen weiter gegen Irans Schattenflotte vor

Der Iran umgeht die Ölsanktionen nach US-Angaben mit Hilfe eines Netzwerks aus Hunderten von alternden Tankern mit verschleierter EigentĂŒmerschaft. Mit dieser sogenannten Schattenflotte habe die FĂŒhrung in Teheran Rohöl im Milliardenwert nach China verkaufen können. Das US-Außenministerium verhĂ€ngte nun laut Mitteilung Sanktionen gegen mehrere Organisationen, Personen und Schiffe, die das «RĂŒckgrat des illegalen Ölhandels im Iran bilden».

Die Maßnahmen zielten auf die «finanziellen Lebensadern» der Revolutionsgarden und des iranischen MilitĂ€rapparats. Zudem verhĂ€nge das US-Finanzministerium weitere Sanktionen gegen in Hongkong ansĂ€ssige «SchlĂŒsselakteure eines Ölhandelsnetzwerks», die die Lagerung, den Transport und Verkauf dieses Öls ermöglicht und damit direkt die Revolutionsgarden, den Generalstab der iranischen Armee und den MilitĂ€rapparat finanziert hĂ€tten. 

Bereits im April hatte das US-Finanzministerium mitgeteilt, die chinesische Ölraffinerie Hengli werde wegen ihrer umfassenden GeschĂ€fte mit Teheran mit Sanktionen belegt. «UnabhĂ€ngige Raffinerien mit Sitz in China spielen weiterhin eine entscheidende Rolle bei der Aufrechterhaltung der iranischen Ölwirtschaft, und Hengli ist einer der grĂ¶ĂŸten Abnehmer von Rohöl und anderen Erdölprodukten aus dem Iran», hieß es. Zudem wurden Sanktionen gegen etwa 40 Reedereien und Schiffe der iranischen Schattenflotte verhĂ€ngt. 

Irans ParlamentsprÀsident zeigt sich kampfbereit

Irans ParlamentsprĂ€sident zeigte sich unterdessen misstrauisch und kampfbereit. «Wir vertrauen weder Garantien noch Worten. Maßgeblich sind allein die Taten», schrieb Mohammed Bagher Ghalibaf auf X. Der wahre Gewinner einer Vereinbarung sei derjenige, der am Tag danach besser auf einen Krieg vorbereitet ist, fĂŒgte er hinzu. Ghalibaf schrieb, der Iran erlange ZugestĂ€ndnisse nicht durch GesprĂ€che, «sondern durch Raketen».

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