USA und Iran nÀhern sich vorlÀufiger Einigung
29.05.2026 - 15:34:10 | dpa.deDie USA und der Iran nĂ€hern sich nach US-Angaben einer Einigung auf eine VerlĂ€ngerung der Waffenruhe und weitere Verhandlungen. BezĂŒglich einer AbsichtserklĂ€rung seien viele Fortschritte gemacht worden, es werde aber noch an einigen Punkten gearbeitet, sagte US-VizeprĂ€sident JD Vance. Ob allerdings PrĂ€sident Donald Trump zustimmen wird, sei offen. Eine BestĂ€tigung der iranischen FĂŒhrung gibt es noch nicht.
Die «New York Times» meldete unter Berufung auf drei mit den GesprĂ€chen vertraute US-Beamte, dass man kurz vor einer Ăbereinkunft stehe. Diese könne die seit dem 8. April geltende Waffenruhe verlĂ€ngern, zur Wiedereröffnung der StraĂe von Hormus fĂŒhren und den Weg fĂŒr substanziellere GesprĂ€che ebnen.Â
Das US-Nachrichtenportal «Axios» hatte unter Berufung auf US-Beamte berichtet, UnterhĂ€ndler beider Seiten hĂ€tten sich bereits auf eine AbsichtserklĂ€rung ĂŒber 60 Tage zur VerlĂ€ngerung der Waffenruhe und zur Aufnahme von Verhandlungen ĂŒber das iranische Atomprogramm geeinigt. Trump und die iranische FĂŒhrung mĂŒssten dem allerdings noch zustimmen, hieĂ es.Â
Vance: «Hoffentlich machen wir weiterhin Fortschritte»
US-VizeprĂ€sident Vance sagte: «Ich glaube, es ist schwer zu sagen, wann genau oder ob der PrĂ€sident die AbsichtserklĂ€rung unterzeichnen wird.» Die Iraner schienen - zumindest Stand jetzt - in guter Absicht zu verhandeln. «Hoffentlich machen wir weiterhin Fortschritte», fĂŒgte Vance hinzu.Â
Laut «Axios» wird die AbsichtserklĂ€rung festlegen, dass die Schifffahrt durch die StraĂe von Hormus wieder «uneingeschrĂ€nkt» und ohne GebĂŒhren ermöglicht wird. Zudem wĂŒrde der Iran demnach innerhalb von 30 Tagen sĂ€mtliche Minen in der fĂŒr den globalen Ăl- und FlĂŒssiggashandel wichtigen Meerenge rĂ€umen. Im Gegenzug werde die US-Seeblockade von iranischen HĂ€fen aufgehoben.Â
Irans StreitkrĂ€fte hatten kurz nach Kriegsbeginn die Kontrolle ĂŒber die fĂŒr den Energiehandel wichtige StraĂe von Hormus ĂŒbernommen. Faktisch mĂŒssen sich Reedereien mit iranischen Kontaktstellen koordinieren und dĂŒrfen anschlieĂend nur einen Korridor nahe der iranischen KĂŒste passieren. DafĂŒr verlangte die iranische FĂŒhrung hohe GebĂŒhren. Völkerrechtlern zufolge verstoĂen solche GebĂŒhren gegen das Recht auf Transitpassage. Die USA haben ihrerseits eine Seeblockade verhĂ€ngt, um den Iran am Export von Ăl zu hindern.
Die iranische Nachrichtenagentur Tasnim, die den mĂ€chtigen Revolutionsgarden nahesteht, mahnte zur ZurĂŒckhaltung. Der Inhalt des Rahmenabkommens sei noch nicht ausformuliert. Deshalb seien Berichte in US-Medien ĂŒber die Einzelheiten «nicht prĂ€zise».
Der gröĂte Stolperstein
Die zweistufige Struktur des Abkommens stellt aus Sicht des «Wall Street Journal» das gröĂte Risiko dar. Ohne eine Blockade seitens der USA wĂ€hrend der Atomverhandlungen werde es noch schwieriger, ZugestĂ€ndnisse zu erwirken oder deren Umsetzung sicherzustellen. Der Iran habe die Verhandlungen mit dem frĂŒheren US-PrĂ€sidenten Barack Obama zwei Jahre lang hinausgezögert. «Ob es einem gefĂ€llt oder nicht: Je lĂ€nger sich die Verhandlungen hinziehen, desto weniger glaubwĂŒrdig wird die militĂ€rische Drohung der USA», so das Blatt.
USA gehen weiter gegen Irans Schattenflotte vor
Der Iran umgeht die Ălsanktionen nach US-Angaben mit Hilfe eines Netzwerks aus Hunderten von alternden Tankern mit verschleierter EigentĂŒmerschaft. Mit dieser sogenannten Schattenflotte habe die FĂŒhrung in Teheran Rohöl im Milliardenwert nach China verkaufen können. Das US-AuĂenministerium verhĂ€ngte nun laut Mitteilung Sanktionen gegen mehrere Organisationen, Personen und Schiffe, die das «RĂŒckgrat des illegalen Ălhandels im Iran bilden».
Die MaĂnahmen zielten auf die «finanziellen Lebensadern» der Revolutionsgarden und des iranischen MilitĂ€rapparats. Zudem verhĂ€nge das US-Finanzministerium weitere Sanktionen gegen in Hongkong ansĂ€ssige «SchlĂŒsselakteure eines Ălhandelsnetzwerks», die die Lagerung, den Transport und Verkauf dieses Ăls ermöglicht und damit direkt die Revolutionsgarden, den Generalstab der iranischen Armee und den MilitĂ€rapparat finanziert hĂ€tten.Â
Bereits im April hatte das US-Finanzministerium mitgeteilt, die chinesische Ălraffinerie Hengli werde wegen ihrer umfassenden GeschĂ€fte mit Teheran mit Sanktionen belegt. «UnabhĂ€ngige Raffinerien mit Sitz in China spielen weiterhin eine entscheidende Rolle bei der Aufrechterhaltung der iranischen Ălwirtschaft, und Hengli ist einer der gröĂten Abnehmer von Rohöl und anderen Erdölprodukten aus dem Iran», hieĂ es. Zudem wurden Sanktionen gegen etwa 40 Reedereien und Schiffe der iranischen Schattenflotte verhĂ€ngt.Â
Irans ParlamentsprÀsident zeigt sich kampfbereit
Irans ParlamentsprĂ€sident zeigte sich unterdessen misstrauisch und kampfbereit. «Wir vertrauen weder Garantien noch Worten. MaĂgeblich sind allein die Taten», schrieb Mohammed Bagher Ghalibaf auf X. Der wahre Gewinner einer Vereinbarung sei derjenige, der am Tag danach besser auf einen Krieg vorbereitet ist, fĂŒgte er hinzu. Ghalibaf schrieb, der Iran erlange ZugestĂ€ndnisse nicht durch GesprĂ€che, «sondern durch Raketen».
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