Atomstreit, USA

Atomstreit: USA und Iran beginnen neue Verhandlungen in Oman

26.04.2025 - 10:54:54

Die USA und der Iran setzen ihre Atomverhandlungen fort. Diesmal stehen technische Fragen im Fokus – insbesondere die umstrittene Anreicherung von Uran im Iran.

Der Iran und die USA haben in der omanischen Hauptstadt Maskat die dritte Runde ihrer Atomverhandlungen begonnen. Parallel zu den politischen GesprĂ€chen zwischen dem iranischen Außenminister Abbas Araghtschi und dem US-Sondergesandten Steve Witkoff finden diesmal auch technische Verhandlungen statt. 

«Wir meinen es ernst – wenn die Amerikaner es ebenso tun, besteht eine Basis fĂŒr eine Einigung», erklĂ€rte Araghtschi vor seiner Abreise nach Maskat. Um den Verhandlungsprozess zu beschleunigen, sei Teheran sogar zu einem Interimsabkommen bereit, so der Minister. Zudem stellte Araghtschi den USA im Falle einer Einigung Investitionen in Milliardenhöhe im Iran in Aussicht. 

PrÀsident Donald Trump zufolge ist das Hauptziel der USA, die Entwicklung einer iranischen Atombombe zu verhindern. Sollten die Verhandlungen scheitern, droht er dem Iran mit militÀrischen Konsequenzen.

Urananreicherung im Fokus

Nach EinschĂ€tzung von Experten geht es in dieser Runde vor allem um die Frage der iranischen Urananreicherung, deren Regelung als wesentliche Voraussetzung fĂŒr eine politische Einigung gilt. Im Wiener Abkommen von 2015 wurden dem Iran ein maximaler Anreicherungsgrad von 3,67 Prozent und ein Vorrat von bis zu 300 Kilogramm Uran zugestanden. 

Nach dem Ausstieg der USA aus dem Abkommen 2018 hatte sich auch Teheran von den Vereinbarungen abgewandt. Die Anreicherung wurde auf 60 Prozent erhöht. Die VorrĂ€te ĂŒberschreiten mittlerweile 8.000 Kilogramm. Der Iran beteuert, kein Atomwaffenprogramm zu verfolgen, lehnt aber einen vollstĂ€ndigen Verzicht auf zivile Nukleartechnologie ab.

Kompromisssignale aus Teheran

In den vergangenen Tagen gab es Beobachtern zufolge Signale aus dem Iran fĂŒr mögliche ZugestĂ€ndnisse. Demnach soll Teheran soll zu einer RĂŒckkehr zu den technischen Auflagen von 2015 sowie zur Reaktivierung der Überwachungskameras der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) in seinen Atomanlagen bereit sein. Außerdem will Teheran Garantien vorgelegen, dass seine Atomprojekte ausschließlich friedlichen Zwecken dienen und keinen Waffenprogrammen.

Wirtschaftskrise als Druckfaktor

Im Gegenzug verlangt Teheran ein Ende der US-Sanktionen, die das Land in eine schwere Finanzkrise gestĂŒrzt haben. Dabei geht es vor allem um die Normalisierung der Ölexporte - Irans wichtigste Einnahmequelle - und die Freigabe eingefrorener Auslandsguthaben. Diese werden auf mehr als 100 Milliarden Dollar (rund 88 Milliarden Euro) geschĂ€tzt. Ohne eine Aufhebung der Sanktionen befĂŒrchten Experten eine weitere VerschĂ€rfung der Wirtschaftskrise im Iran.

@ dpa.de