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Entwicklungsminister Müller sieht Militäreinsatz in Mali skeptisch

Veröffentlicht: 18.01.2020 um 12:38 Uhr, Redaktion AD HOC NEWS, Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller (Chefredaktion)

Die von Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) vorgeschlagene Entsendung von Bundeswehreinheiten nach Mali, ist für Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU)keine Option.

Mali - Bild: über dts Nachrichtenagentur
Mali - Bild: über dts Nachrichtenagentur
Wer den Terror bekämpfen will, muss bei den Ursachen ansetzten. Entwicklungsminister Müller fordert im Konflikt um den Terror in Mali die Verbesserung der Lebensbedingungen der Menschen. Radikalisierung, Gewalt und Terror sind Folgen der fehlenden Perspektive. Eine militärische Intervention ändert daran nichts, so der Minister gegenüber der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Die Konflikte in Mali sind Ressourcenkonflikte in Folge des Klimawandels. In der gesamten Tschad-Region kommt es durch ausbleibende Niederschläge zu einer zunehmenden Konkurrenz um das Wasser und die verbleibende Weidefläche für die Viehhaltung. Zwischen den sesshaften Bauern und den nomadischen Tuareg eskalieren die Konflikte um Wasser und Land. Eine Lösung für diese Problematik sieht Müller in einer Verstärkung des Engagements der Entwicklungspolitik in der Sahel-Zone. Ziel sei eine Modernisierung der Landwirtschaft und der Aufbau einer krisensicheren Wasserversorgung. Auch außerhalb der Landwirtschaft, müssen vor allem den jungen Menschen Alternativen geboten werden. Mali braucht eine Initiative zur Schaffung von Ausbildungs- und Arbeitsplätzen, keine Soldaten. Entwicklungsminister Müller verweist dabei auf den direkten Zusammenhang von Ressourcenkonflikten und Terror. Wer keine Perspektive mehr habe, für den sind die Angebote der Terrormilizen attraktiv. Der IS und Boko Haram bieten einen Dollar Sold am Tag und drücken jedem ein Gewehr in die Hand. Das kann ei letzter Ausweg sein, so der Minister. Das entscheidende Grundproblem sieht Müller allerdings auch in der Bevölkerungsentwicklung in der Sahel-Zone. Gerade in den ärmsten Ländern explodieren die Bevölkerungszahlen. Als Beispiel verweist der Minister auf den Kongo. Waren es im Jahr 1980 noch 25 Millionen Einwohner, so leben dort heute 100 Millionen Menschen. Bis zum Jahr 2050 könnte die Bevölkerungszahl sich noch einmal auf 200 Millionen verdoppeln. Die Folgen dieser Entwicklung auf die Wasserressourcen, Ernährung und Infrastruktur seinen nur schwer vorstellbar. Eine derartige Entwicklung sei nur durch eine konzertierte Aktion zu bremsen. In diesem Jahr soll die Stellung der Frau und Informationen zur Familienplanung in das Zentrum der Bemühungen gestellt werden. Die Informationskampagne setzte sich aus vier Themenbereichen zusammen: Zugang zu Bildungsangeboten auch für Mädchen, Mittel der Familienplanung, Gleichberechtigung für Frauen und eine verbesserte Gesundheitsinfrastruktur für Mütter und Kinder. CSU-Minister Müller kündigte eine verstärkte deutsche Initiative in diesen Kernbereichen an. Derzeit sei man schon mit 1 Milliarde Euro dabei und damit der drittgrößte globale Geldgeber. Die gleiche Summe werde in die Bildung investiert. Dies Investitionen möchte der Minister noch einmal deutlich steigern. Das Ziel ist es, ein viertel unseres Entwicklungsbudgets in die Bildung zu investieren, so Müller gegenüber der „Neuen Osnabrücker Zeitung“.
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