Connolly auf Siegeskurs bei PrÀsidentschaftswahl in Irland
25.10.2025 - 17:05:14Die von einem LinksbĂŒndnis unterstĂŒtzte Kandidatin bei der PrĂ€sidentschaftswahl in Irland, Catherine Connolly, liegt bei der AuszĂ€hlung der Stimmen deutlich vorn. Nach Angaben der «Irish Times» hatte sie am Nachmittag bereits 63,5 Prozent der ausgezĂ€hlten Stimmen auf sich vereint.
Ihre einzige Mitbewerberin, Heather Humphreys von der regierenden Mitte-Rechts-Partei Fine Gael, gratulierte Connolly, noch bevor ein Endergebnis vorlag. «Ich möchte Catherine dazu gratulieren, dass sie die nĂ€chste PrĂ€sidentin Irlands wird», sagte Humphreys. Sie fĂŒgte hinzu, Connolly werde eine PrĂ€sidentin fĂŒr alle sein und sie wĂŒnsche ihr das Beste.
Auch Regierungschef Micheal Martin wartete nicht das amtliche Ergebnis ab, um seine GlĂŒckwĂŒnsche auszusprechen. Es sei klar, dass Connolly die nĂ€chste PrĂ€sidentin Irlands sein werde, schrieb er auf X.
Viele Stimmzettel wurden ungĂŒltig gemacht
Nach Mary Robinson (1990â1997) und Mary McAleese (1997â2011) wird sie die dritte Frau im höchsten Amt in der Republik Irland sein. Sie folgt auf den 84 Jahre alten bisherigen Amtsinhaber, Michael D. Higgins, der zwei Amtszeiten im Ăras an UachtarĂĄin, der Residenz des irischen PrĂ€sidenten in Dublin, verbrachte.
Die unabhĂ€ngige Kandidatin Connolly wurde von linken Parteien wie Sinn FĂ©in, Labour, den Sozialdemokraten, People Before Profit und den GrĂŒnen unterstĂŒtzt. Connolly gilt als progressive Politikerin, die zusammenfĂŒhren und nicht spalten will. Trotzdem ist sie nicht unumstritten. In den vergangenen Wochen war sie etwa dafĂŒr kritisiert worden, dass sie die aktuellen deutschen Verteidigungsausgaben mit der WiederaufrĂŒstung der 1930er Jahre verglichen hatte. Als Wermutstropfen dĂŒrfte gelten, dass Berichten zufolge sehr viele Stimmzettel aus Protest ĂŒber den Mangel an weiteren Kandidaten ungĂŒltig gemacht wurden.
Prominente Absagen und RĂŒckzieher
Der Wahlkampf war vor allem von prominenten RĂŒckziehern und Absagen geprĂ€gt. Der ehemalige Dubliner FuĂballtrainer Jim Gavin, kurz als Favorit gehandelt, zog sich Anfang Oktober nach einem «persönlichen Fehltritt» im Zusammenhang mit einer ImmobilienaffĂ€re ĂŒberraschend zurĂŒck. Mehrere weltbekannte Iren â darunter Riverdance-Legende Michael Flatley und der umstrittener Kampfsportler Conor McGregor â wurden zeitweise als Kandidaten gehandelt, zu einer offiziellen Kandidatur kam es dann aber nicht.
Ăhnlich wie in Deutschland ist das Amt des irischen PrĂ€sidenten weitgehend von reprĂ€sentativen Aufgaben geprĂ€gt. Das Staatsoberhaupt spielt aber eine wichtige Rolle als moralische Instanz. Erwartet wird, dass Connolly diese Rolle Ă€hnlich wie ihr VorgĂ€nger Higgins auszufĂŒllen weiĂ.


