Sondierer: Rechtsregierung mit Wilders sollte möglich sein
11.12.2023 - 19:44:15 | dpa.de
Knapp drei Wochen nach dem Wahlsieg des Rechtspopulisten Geert Wilders in den Niederlanden ist die Bildung einer Regierung unter seiner FĂŒhrung anscheinend ein StĂŒck nĂ€her gerĂŒckt. Eine Koalition von Wilders' Partei fĂŒr die Freiheit (PVV) mit drei Parteien des bĂŒrgerlich-rechten Spektrums sollte möglich sein, erklĂ€rte am Abend der mit der Sondierung beauftragte ehemalige Minister Ronald Plasterk.
Er denke auch, dass es so kommen mĂŒsse, sagte der Sozialdemokrat nach Angaben der Nachrichtenagentur ANP. «Das Land muss regiert werden.» Allerdings werde eine Regierungsbildung unter den gegebenen UmstĂ€nden «kein Kinderspiel». Plasterk verwies auf grundsĂ€tzliche Bedenken, die seitens der Mitte-Rechts-Partei Neuer Sozialvertrag (NSC) gegen eine Reihe von Vorstellungen im Programm der Wilders-Partei erhoben worden seien.
Mehr rechts als je zuvor
Die PVV war aus den Wahlen am 22. November als stĂ€rkste Kraft hervorgegangen und hatte 37 der 150 Sitze im Parlament gewonnen. Wilders wĂŒrde nach eigenem Bekunden gern mit der rechtsliberalen Volkspartei fĂŒr Freiheit und Demokratie (VVD) des scheidenden Premier Mark Rutte sowie mit der NSC und der kleineren rechtspopulistischen BauerbĂŒrgerbewegung BBB regieren. Es wĂ€re die am weitesten rechts stehende Regierung, die das Land je hatte.
Der Sondierer empfahl den potenziellen Partnern in seinem Bericht an das Parlament, vor Koalitionsverhandlungen zu prĂŒfen, ob sie sich auf die Einhaltung von GrundsĂ€tzen der Rechtsstaatlichkeit verbindlich verstĂ€ndigen können. Danach sollten sie prĂŒfen, inwieweit ihre Positionen zu Themen wie Migration, soziale Sicherheit, Staatsfinanzen sowie innere Sicherheit und Umweltschutz in Einklang gebracht werden können.
Wie der Sender NOS berichtet, ist die VVD bislang nur bereit, eine von Wilders gefĂŒhrte Minderheitsregierung von PVV, NSC und BBB zu dulden, ohne sich mit eigenen Ministern daran zu beteiligen. Die Partei NSC sei «möglicherweise» zu einer solchen Konstruktion bereit. Weitere Sondierungen könnten laut Plasterk zwei Monate in Anspruch nehmen. Anfang Februar sollte sich dann zeigen, ob die vier Parteien bereit sind, ĂŒber Inhalte einer Koalition zu verhandeln.
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