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Verhandlungen erst zum Iran, dann weiter zum Libanon?

15.04.2026 - 06:09:19 | dpa.de

Die Waffenruhe zwischen den USA, Israel und dem Iran hält bisher. Nun sollen auch im Libanon die Kämpfe ein Ende finden. Wann genau die nächste Runde der Iran-Verhandlungen stattfindet, bleibt offen.

  • Die Länder fordern ein Ende der Kampfhandlungen im Libanon. - Foto: Hassan Ammar/AP/dpa
  • JD Vance könnte auch bei der nächsten Verhandlungsrunde mit dem Iran die US-Delegation leiten. - Foto: Erik S. Lesser/AP/dpa
  • Trump ist optimistisch, dass der Iran-Krieg bald vorbei ist. (Archivbild) - Foto: Alex Brandon/AP/dpa
Die Länder fordern ein Ende der Kampfhandlungen im Libanon.  - Foto: Hassan Ammar/AP/dpa JD Vance könnte auch bei der nächsten Verhandlungsrunde mit dem Iran die US-Delegation leiten.  - Foto: Erik S. Lesser/AP/dpa Trump ist optimistisch, dass der Iran-Krieg bald vorbei ist. (Archivbild) - Foto: Alex Brandon/AP/dpa

Nach einem ersten Treffen zwischen israelischen und libanesischen Vertretern in Washington hat eine Gruppe von zehn Ländern «ein unverzügliches Ende der Kampfhandlungen im Libanon» gefordert. Die Länder begrüßten in einer Mitteilung die jüngst zwischen den Vereinigten Staaten, Israel und dem Iran vereinbarte zweiwöchige Waffenruhe. Aber auch im Libanon müssten nun die Waffen schweigen. Unterdessen wird weiter über eine zweite Verhandlungsrunde zwischen den USA und dem Iran spekuliert. Mehr als Andeutungen gibt es aus Washington bislang nicht.

Staaten besorgt über humanitäre Lage im Libanon

In der gemeinsamen Mitteilung zeigten sich Kanada, Großbritannien, die Schweiz und sieben weitere Staaten «zutiefst besorgt über die sich verschlechternde humanitäre Lage und die Vertreibungskrise im Libanon». Sie mahnen, vor allem Zivilisten und zivile Infrastruktur müssten vor den Auswirkungen der Feindseligkeiten geschützt werden. 

Die Aufforderung folgt auf erste Gespräche zwischen israelischen und libanesischen Vertretern, die zur Aufnahme direkter Verhandlungen der Kriegsparteien führen sollen.

Im Zuge des Iran-Kriegs war auch der Konflikt zwischen der proiranischen Hisbollah-Miliz im Libanon und Israel wieder eskaliert. Lange Zeit agierte die Hisbollah im Libanon wie ein Staat im Staate. Israel wirft der libanesischen Regierung Versagen beim Prozess der Entwaffnung vor. 

Vance: Waffenruhe im Iran-Krieg hält

Aus Sicht von US-Vizepräsident JD Vance ist die Feuerpause im Krieg der USA und Israels gegen den Iran unterdessen stabil. «Derzeit hält die Waffenruhe», sagte der Republikaner bei einer Veranstaltung in Athens im US-Bundesstaat Georgia. Präsident Donald Trump wolle allerdings keinen kleinen Deal, sondern ein großes Abkommen, erklärte er. 

Laut Vance wurden bei den Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran in Pakistan am vergangenen Wochenende enorme Fortschritte erzielt. Allerdings sei noch kein Abkommen zustande gekommen, weil «der Präsident wirklich einen Deal will, bei dem der Iran keine Atomwaffen besitzt», sagte der US-Vize. Der Iran dürfe Terrorismus nicht staatlich fördern. Zudem müsse laut Trump auch «das iranische Volk gedeihen und wachsen und an der Weltwirtschaft teilnehmen» können. 

Bericht: Vance könnte erneut US-Delegation anführen

Unterdessen berichtete der US-Sender CNN unter Berufung auf mit den Gesprächen vertraute Personen, dass Vance auch in einer möglichen zweiten Verhandlungsrunde mit dem Iran die US-Delegation anführen dürfte, sollte es vor Ablauf der zweiwöchigen Waffenruhe zu einem weiteren Treffen kommen. Zudem könnten demnach auch der US-Sondergesandte Steve Witkoff und der Trump-Schwiegersohn Jared Kushner an den Gesprächen teilnehmen. 

Die Waffenruhe läuft in der kommenden Woche aus. Unbestätigten Berichten zufolge steht der Donnerstag als möglicher Termin für weitere Gespräche im Raum.

Trump glaubt an baldiges Ende des Iran-Kriegs

Trump selbst sieht den Krieg im Iran kurz vor dem Ende. «Ich glaube, er ist fast vorbei», sagte er dem US-Fernsehsender Fox News. Er ergänzte: «Ich meine, ich sehe es so, dass er fast vorbei ist.» Auszüge aus dem Interview wurden bereits im Vorfeld von Fox-Moderatorin Maria Bartiromo auf der Plattform X verbreitet.

Sollten die USA sich nun zurückziehen, würde der Iran 20 Jahre brauchen, um das Land wiederaufzubauen, sagte Trump demnach weiter. «Und wir sind noch nicht fertig. Wir werden sehen, was passiert», sagte er. Er glaube, der Iran wolle unbedingt einen Deal eingehen, betonte der US-Präsident.

Zuvor hatte Trump vage Andeutungen über eine mögliche weitere Verhandlungsrunde in dem Konflikt gemacht. In Pakistan «könnte in den nächsten zwei Tagen etwas passieren», sagte er der «New York Post» am Telefon, ohne weitere Details zu nennen.

Optimismus an ostasiatischen Börsen hält weiter an

Trumps Optimismus wird offenbar auch an den Börsen in Ostasien geteilt. Der südkoreanische Leitindex Kospi kletterte bis zum Vormittag (Ortszeit) um ganze drei Prozent, der japanische Nikkei 225 stieg bis zum selben Zeitpunkt um 0,8 Prozent.

Hongkongs Hang Seng Index legte rund eine Stunde nach Handelsstart etwa ein Prozent zu. Der CSI-300-Index, der die wichtigsten Aktien auf dem chinesischen Festland abbildet, kletterte um 0,3 Prozent. Der australische S&P ASX 200 gewann bis zu Mittag leicht um 0,2 Prozent.

Die Ölpreise sind unterdessen am Mittwoch weiter gesunken. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) Rohöl der Nordseesorte Brent mit Lieferung im Juni befindet sich derzeit mit rund 94,5 Dollar deutlich unter der psychologisch wichtigen Marke von 100 Dollar.

US-Militär: Blockade iranischer Häfen umgesetzt

Die Sperre für die Schifffahrt in der Straße von Hormus setzt das US-Militär nach eigenen Angaben indes weiterhin erfolgreich um. «Die Blockade iranischer Häfen ist vollständig ausgeführt worden», teilte der Kommandeur des US-Regionalkommandos Centcom, Admiral Brad Cooper, auf der Online-Plattform X mit. 

Die US-Streitkräfte hätten ihre Überlegenheit auf dem Meer im Nahen Osten behauptet, erklärte Cooper. In weniger als 36 Stunden seit Beginn der Blockade hätten US-Streitkräfte den Handel in den Iran und aus dem Iran über das Meer vollständig zum Erliegen gebracht, hieß es weiter.

Parallel erklärte Centcom in einem weiteren X-Beitrag, dass Zerstörer mit Lenkflugkörpern der Marine an der Blockade-Mission beteiligt seien. «Die Blockade wird unvoreingenommen gegen Schiffe aller Nationen durchgesetzt, die in die Küstengebiete oder Häfen des Irans einlaufen oder diese verlassen», hieß es darin.

Mit der Hormus-Blockade will Trump verhindern, dass der Iran Gebühren von Reedereien für eine Durchfahrt durch die Meerenge verlangt und das Land gleichzeitig von Öleinnahmen abschneiden. Der Iran ist einer der größten Ölproduzenten der Welt. Die Straße von Hormus ist daher auch für Teheran enorm wichtig, um seine Ölexporte an die internationalen Märkte zu bringen.

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