Hamas, Freilassung

Hamas verpflichtet sich zu Freilassung weiterer Geiseln

13.02.2025 - 15:22:09 | dpa.de

Die Waffenruhe zwischen Israel und der Hamas stand auf Messers Schneide, nachdem die Hamas die Freilassung dreier Geiseln auf Eis gelegt hatte. Nun lenkt die Terrororganisation ein.

  • Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu droht mit einer Fortsetzung des Gaza-Kriegs. (Archivbild) - Foto: Abir Sultan/Pool European Pressphoto Agency/AP/dpa
    Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu droht mit einer Fortsetzung des Gaza-Kriegs. (Archivbild) - Foto: Abir Sultan/Pool European Pressphoto Agency/AP/dpa
  • Blick auf zerstörtes GebĂ€ude im SĂŒden des Gazastreifens.  - Foto: Abed Rahim Khatib/dpa
    Blick auf zerstörtes GebĂ€ude im SĂŒden des Gazastreifens. - Foto: Abed Rahim Khatib/dpa
  • Demonstranten fordern Freilassung von Hamas-Geiseln.  - Foto: Oded Balilty/AP/dpa
    Demonstranten fordern Freilassung von Hamas-Geiseln. - Foto: Oded Balilty/AP/dpa
  • Jordaniens König Abdullah II. plĂ€diert fĂŒr einen Wiederaufbau des Gazastreifens ohne Vertreibung der PalĂ€stinenser. - Foto: Alex Brandon/AP/dpa
    Jordaniens König Abdullah II. plĂ€diert fĂŒr einen Wiederaufbau des Gazastreifens ohne Vertreibung der PalĂ€stinenser. - Foto: Alex Brandon/AP/dpa
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Im Streit um eine Fortsetzung der Waffenruhe zwischen Israel und der islamistischen Hamas zeichnet sich zumindest vorlĂ€ufig eine Einigung ab. Die Hamas teilte mit, sie wolle am Samstag doch israelische Geiseln freilassen. Von israelischer Seite gab es jedoch zunĂ€chst keine BestĂ€tigung ĂŒber eine Einigung mit der Terrororganisation. 

Die Hamas teilte nach VermittlungsgesprĂ€chen in Ägypten mit, sie sei der Umsetzung der Waffenruhe-Vereinbarung mit Israel verpflichtet. Dem Abkommen zufolge sollten drei Geiseln freigelassen werden. Damit dĂŒrfte die Krise bei der Umsetzung der Waffenruhe mit Israel vorerst beigelegt sein. 

Die GesprĂ€che in Kairo seien positiv verlaufen, hieß es in der Mitteilung der Hamas weiter. Die UnterhĂ€ndler Katar und Ägypten hĂ€tten versichert, dass sie weiterhin daran arbeiten wĂŒrden, «Hindernisse aus dem Weg zu rĂ€umen».

Die Hamas hatte die eigentlich fĂŒr Samstag vorgesehene Freilassung der nĂ€chsten Geiselgruppe zunĂ€chst auf unbestimmte Zeit verschoben. Sie warf Israel vor, sich nicht an die Vereinbarung zur Waffenruhe zu halten. Israel wies dies entschieden zurĂŒck und drohte mit einem Neubeginn des Kriegs, sollten keine weiteren Geiseln freigelassen werden. Im Gegenzug fĂŒr die Geiseln sollen wieder palĂ€stinensische HĂ€ftlinge freigelassen werden.

Streit um Hilfslieferungen

Nach Darstellung der Hamas wird Israel die Zahl der Hilfslieferungen, die in den zerstörten Gazastreifen einfahren dĂŒrfen, erhöhen. Außerdem dĂŒrften schwere Baumaschinen zur RĂ€umung von TrĂŒmmern und Wohncontainer in das blockierte KĂŒstengebiet gebracht werden. Ein Sprecher des israelischen MinisterprĂ€sidenten Benjamin Netanjahu teilte dagegen mit: «Es gibt keine Einfuhr von Wohncontainern oder schweren GerĂ€ten in den Gazastreifen, und es gibt auch keine solche Abmachung.» Videoaufnahmen zeigten dagegen solche Container und Bulldozer an der Grenze zwischen Ägypten und dem Gazastreifen. 

Der Vorwurf der Hamas war, dass Israel Lieferungen von Wohncontainern, Zelten und schweren Baumaschinen zur RĂ€umung von TrĂŒmmern nicht in ausreichendem Maße zulasse. Zudem seien in dem abgeriegelten KĂŒstengebiet wĂ€hrend der Waffenruhe 92 PalĂ€stinenser durch israelischen Beschuss getötet worden.

Die fĂŒr PalĂ€stinenserangelegenheiten zustĂ€ndige israelische Behörde Cogat wies die VorwĂŒrfe zu den Hilfslieferungen zurĂŒck. WĂ€hrend der Waffenruhe seien rund 15.000 Lastwagen mit humanitĂ€rer Hilfe in den Gazastreifen gefahren, hieß es. Sie hĂ€tten Lebensmittel, Trinkwasser, Treibstoff, Medikamente, medizinische AusrĂŒstung, Zelte, UnterkĂŒnfte und schweres RĂ€umgerĂ€t transportiert.

Katar kĂŒndigte an, weitere 15 Millionen Liter Treibstoff fĂŒr den Gazastreifen bereitzustellen. Damit sollten KrankenhĂ€user und NotunterkĂŒnfte fĂŒr Vertriebene mit Strom versorgt werden, hieß es in einem Bericht der Staatsagentur QNA. Insgesamt habe Katar damit 30 Millionen Liter Treibstoff fĂŒr Gaza zur VerfĂŒgung gestellt.

Ultimatum Trumps und Netanjahus an die Hamas

US-PrÀsident Donald Trump und Netanjahu hatten der Hamas diese Woche ein Ultimatum gestellt, um die Freilassung der verbliebenen Geiseln zu erzwingen. Trump drohte, es werde die «die Hölle losbrechen», falls die Hamas die Geiseln nicht wie vereinbart freilasse. 

Netanjahu erklĂ€rte seinerseits, dass die israelische Armee die KĂ€mpfe wieder aufnehmen werde, falls die Hamas die Geiseln nicht freilĂ€sst. Wie viele Geiseln freigelassen werden mĂŒssten, um einen neuen Waffengang zu verhindern, hatte Netanjahu dabei offengelassen.

Israelische Medien berichteten, die Regierung in Jerusalem fordere die Freilassung aller noch lebenden Geiseln, die wÀhrend der ersten Phase der Vereinbarungen zur Waffenruhe und dem Geiseldeal freikommen sollten. Das wÀren neun Verschleppte. 

Höchstens 40 Hamas-Geiseln sind noch am Leben

Die Vereinbarung ĂŒber die Waffenruhe und der Geiseldeal sehen eigentlich vor, dass wĂ€hrend einer ersten Phase nach und nach 33 Geiseln gegen 1.904 in israelischen GefĂ€ngnissen inhaftierte PalĂ€stinenser ausgetauscht werden. Ohad Ben Ami, der bei der jĂŒngsten Austauschaktion am Samstag gemeinsam mit zwei weiteren MĂ€nnern freigekommen war, verließ inzwischen das Krankenhaus. Sein abgemagertes und schwaches Aussehen hatte in Israel fĂŒr Entsetzen und Wut gesorgt. Nach seiner Entlassung aus dem Krankenhaus besuchte Ben Ami eine Schule in Tel Aviv und dankte den SchĂŒlern dafĂŒr, dass sie sich fĂŒr seine Freilassung aus der Geiselhaft eingesetzt hatten. 

Insgesamt werden gegenwĂ€rtig noch 76 Geiseln im Gazastreifen festgehalten. Nach israelischen Angaben sind 36 von ihnen nicht mehr am Leben, in ihrem Fall geht es also um die Übergabe der sterblichen Überreste. Zuletzt hatte die Hamas bei fĂŒnf Austauschaktionen insgesamt 16 israelische Geiseln freigelassen. Israel setzte im Gegenzug Hunderte palĂ€stinensische HĂ€ftlinge auf freien Fuß.

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