UN: Weltmeere unter schwerem Stress - Meeresspiegel steigt rasant
08.06.2026 - 19:28:10 | dts-nachrichtenagentur.deDie Belastungen durch Umweltverschmutzung und industrielle Fischerei verstĂ€rken sich gegenseitig. Laut dem Bericht fĂŒhren sie zu einem massiven Verlust der Artenvielfalt und setzen die Ăkosysteme der Ozeane "schwer unter Druck".
FĂŒr die dritte Weltmeerbewertung der UNO haben fast 600 Wissenschaftler aus 86 LĂ€ndern den Zustand der Ozeane zwischen 2021 und 2025 untersucht. Bereits der VorgĂ€ngerbericht hatte eine anhaltende Verschlechterung der Meeresumwelt festgestellt.
FĂŒnf Jahre spĂ€ter ist das Wissen ĂŒber die Folgen menschlicher Eingriffe gewachsen. Der aktuelle Bericht zeigt, wie stark die SchĂ€den allein in den letzten Jahren zugenommen haben. Zu den wichtigsten Erkenntnissen zĂ€hlen: Der Meeresspiegel steigt immer schneller: Lag die Rate vor 2015 noch bei zwei Millimetern pro Jahr, erreichte sie 2023 bereits 4,3 Millimeter. 16 Prozent der weltweiten OzeanerwĂ€rmung seit 1955 sind allein auf die Zeit nach 2018 zurĂŒckzufĂŒhren.
Die stĂ€rkste ErwĂ€rmung wurde im Atlantik sowie in den sĂŒdlichen Teilen des Indischen und Pazifischen Ozeans gemessen. Die WissenslĂŒcken sind derweil weiterhin groĂ: Nur 27 Prozent des Meeresbodens sind kartiert, die Tiefsee-Ăkosysteme sind kaum erforscht. UN-GeneralsekretĂ€r Antonio Guterres erklĂ€rte: "Wir dĂŒrfen den Ozean nicht lĂ€nger als unerschöpfliche Ressource behandeln. Es braucht dringend eine globale Zusammenarbeit zum Schutz der Meeresökosysteme."
Der Bericht hebt auch Fortschritte hervor, etwa den wegweisenden Hohe-See-Vertrag, der in diesem Jahr in Kraft getreten ist. Er schafft internationale Regeln zum Schutz der zwei Drittel der Weltmeere, die auĂerhalb nationaler HoheitsgewĂ€sser liegen. Dieser Vertrag und 56 weitere Abkommen hĂ€tten die globalen Möglichkeiten verbessert, die Artenvielfalt zu schĂŒtzen, schĂ€dliche Subventionen abzubauen und Ressourcen nachhaltig zu nutzen. Dennoch bleibe die Steuerung ĂŒber Sektoren und Regionen hinweg "zersplittert", eine bessere Koordination sei "entscheidend".
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