NaturkatastrophenschÀden 2024 deutlich höher als im Vorjahr
09.01.2025 - 09:22:02Gemessen an den versicherten SchĂ€den war es das drittteuerste Jahr, bei den GesamtschĂ€den liegt 2024 auf Rang fĂŒnf der Kostenskala seit 1980. Wetterkatastrophen verursachten 93 Prozent der GesamtschĂ€den und 97 Prozent der versicherten SchĂ€den des Jahres. Etwa 11.000 Menschen kamen 2024 durch Naturkatastrophen ums Leben - deutlich weniger als im Durchschnitt frĂŒherer Jahre. Die SchĂ€den durch sogenannte Non-Peak-Perils wie Hochwasser, Schwergewitter oder WaldbrĂ€nde waren erneut sehr hoch. Sie verursachten GesamtschĂ€den von 136 Milliarden US-Dollar, wovon etwa 67 Milliarden US-Dollar versichert waren. Damit lagen sie zwar etwas unter den Werten des Vorjahres (143 Milliarden US-Dollar, davon versicherte SchĂ€den im Rekordwert von 82 Milliarden US-Dollar), aber deutlich ĂŒber den Durchschnittswerten der vergangenen zehn Jahre (inflationsbereinigt 110 Milliarden US-Dollar/48 Milliarden US-Dollar). AuffĂ€llig ist, dass bei langfristiger Betrachtung die Non-Peak-Perils den Trend zu steigenden SchĂ€den befeuern, wĂ€hrend die Spitzenrisiken wie tropische WirbelstĂŒrme oder Erdbeben fĂŒr schwankende Schadenshöhen sorgen. Im vergangenen Jahr steuerten tropische WirbelstĂŒrme alleine 135 Milliarden US-Dollar zu den GesamtschĂ€den und 52 Milliarden US-Dollar zu den versicherten SchĂ€den bei. Der Löwenanteil davon entfiel auf starke Hurrikane in den USA (105 Milliarden US-Dollar, davon waren 47 Milliarden US-Dollar versichert). Der Doppelschlag im September/Oktober mit den beiden StĂŒrmen "Helene" und "Milton" in den USA verursachte die höchsten SchĂ€den. Den gröĂten volkswirtschaftlichen Schaden aus Naturkatastrophen im Jahr 2024 hinterlieĂ Helene mit 56 Milliarden US-Dollar, davon entfielen etwa 16 Milliarden US-Dollar auf Versicherer. Wesentliche Ursache fĂŒr die hohe Schadenlast war nicht die zerstörerische Windgeschwindigkeit von 225 km/h, mit der der Hurrikan der Stufe 4 in Florida an Land traf: Im weiteren Zug des Sturms wurden nördlich von Florida liegende Bundesstaaten wie Georgia und North Carolina durch Starkregen und Sturzfluten ĂŒberschwemmt. Mehr als 200 Menschen kamen ums Leben. Hurrikan Milton war beim Landfall in Florida zwei Wochen spĂ€ter mit einer Windgeschwindigkeit von 200 km/h etwas schwĂ€cher als Helene. Aber er bescherte den Versicherern den höchsten Schaden des Jahres in Höhe von 25 Milliarden US-Dollar, obwohl er knapp an der Metropole Tampa vorbeistĂŒrmte. Er drĂŒckte eine starke Flutwelle auf die SĂŒdwestkĂŒste Floridas und zog eine Schadenschneise quer durch den Bundesstaat. Das fĂŒhrte zu einem Gesamtschaden von 38 Milliarden US-Dollar. Die drittteuerste Naturkatastrophe des Jahres gemessen an den GesamtschĂ€den war ein Erdbeben in Japan am Neujahrstag 2024. Es erschĂŒtterte mit einer StrĂ€ke von 7,5 die japanische WestkĂŒste nahe der weniger stark besiedelten Noto-Halbinsel. Zahlreiche GebĂ€ude stĂŒrzten ein, Tausende Menschen blieben wochenlang ohne Strom und Wasser. Mehr als 200 Menschen kamen ums Leben. GeschĂ€tzt betrug der Gesamtschaden rund 15 Milliarden US-Dollar, der versicherte Schaden rund 2,5 Milliarden US-Dollar. Die Naturkatastrophe mit den höchsten Opferzahlen war Taifun Yagi. UngefĂ€hr 850 Menschen verloren ihr Leben, als er im September ĂŒber die Philippinen, die chinesische Insel Hainan, den SĂŒdzipfel der chinesischen Provinz Guangdong, Vietnam und Myanmar fegte. Beim Landfall in China hatte Yagi WindstĂ€rken der zweithöchsten Taifun-Kategorie 4. FĂŒr Vietnam war es der stĂ€rkste Wirbelsturm seit Beginn der systematischen lokalen Aufzeichnungen. Mit GesamtschĂ€den von 14 Milliarden US-Dollar zĂ€hlt Yagi auch zu den teuersten Katastrophen des Jahres. Versichert war nur ein kleiner Teil - rund 1,6 Milliarden US-Dollar.


