Kreml, EU-Forderung

Kreml lehnt EU-Forderung nach Nawalny-Untersuchung ab

20.02.2024 - 12:28:31 | dpa.de

Die Witwe des in Haft getöteten Kremlgegners Nawalny wirft PrÀsident Putin vor, ihren Mann getötet zu haben. Nun antwortet der Kreml und verteidigt auch die Festnahme von Trauernden.

Russland hat Anschuldigungen von Julia Nawalnaja, dass Kremlchef Wladimir Putin ihren Mann getötet habe, als «unbegrĂŒndet und unverschĂ€mt» zurĂŒckgewiesen. - Foto: Yves Herman/Reuters Pool via AP/dpa
Russland hat Anschuldigungen von Julia Nawalnaja, dass Kremlchef Wladimir Putin ihren Mann getötet habe, als «unbegrĂŒndet und unverschĂ€mt» zurĂŒckgewiesen. - Foto: Yves Herman/Reuters Pool via AP/dpa

Der Kreml hat eine von der EU geforderte internationale Untersuchung zum Tod des inhaftierten Oppositionellen Alexej Nawalny abgelehnt. «Solche Forderungen akzeptieren wir ĂŒberhaupt nicht», sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow russischen Nachrichtenagenturen zufolge.

Russland sieht darin eine Einmischung in seine inneren Angelegenheiten. Der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell hatte eine solche Untersuchung des in Russland wohl noch fĂŒr zwei Wochen unter Verschluss gehaltenen Leichnams gefordert.

Peskow wies auch Anschuldigungen von Julia Nawalnaja, dass Kremlchef Wladimir Putin ihren Mann getötet habe, als «unbegrĂŒndet und unverschĂ€mt» zurĂŒck. Die 47-JĂ€hrige hatte in einer Videobotschaft Putin fĂŒr den Tod Nawalnys im Straflager nördlich des Polarkreises verantwortlich gemacht und angekĂŒndigt, den Kampf ihres Manns gegen das System des Kremlchefs fortzusetzen.

Peskow sagte, dass weder er noch Putin die Videobotschaft angeschaut hĂ€tten. Vor dem Hintergrund, dass «Julia Nawalnaja gerade verwitwet ist», wolle er sich mit Kommentaren zurĂŒckhalten. Zugleich verteidigte der Kremlsprecher das brutale Vorgehen von SicherheitskrĂ€ften gegen Russen, die in vielen StĂ€dten des Landes zum Andenken an den gestorbenen Putin-Gegner Blumen niederlegten und Kerzen anzĂŒndeten. Die Uniformierten hĂ€tten ihre Aufgabe im Einklang mit den Gesetzen erfĂŒllt, meinte Peskow.

Soziales Netzwerk X sperrt Nawalnajas Account zeitweise

Unterdessen ist der Account von Julia Nawalnaja beim sozialen Netzwerk X (vormals Twitter) heute ĂŒberraschend fĂŒr einige Zeit gesperrt worden. Beim Anklicken ihres Profils erschien am Nachmittag zwischenzeitlich die Mitteilung, der Account verstoße gegen die Regeln von X.

Der von Nawalny gegrĂŒndete Fonds zur BekĂ€mpfung der Korruption (FBK) postete daraufhin ebenfalls bei X einen Aufruf an den Inhaber Elon Musk: «Bitte erklĂ€ren Sie genau, welche Regeln von @yulia_navalnaya gebrochen wurden.» Rund eine Dreiviertelstunde spĂ€ter wurde der Account wieder freigegeben.

Julia Nawalnaja hatte sich erst am gestrigen Montag bei X angemeldet. Dort beschuldigte sie öffentlich Kremlchef Wladimir Putin hinter dem Tod ihres Mannes zu stehen. Sie kĂŒndigte unter anderem an, den Kampf Nawalnys gegen den Machtapparat in Russland fortsetzen zu wollen. Innerhalb eines Tages stieg daraufhin die Zahl ihrer Leser bei X auf 90.000. Daraufhin wurde der Zugang zum Eintrag von Nawalnaja zunĂ€chst beschrĂ€nkt. Leser konnten ihn nur noch mit einem direkten Link erreichen. SpĂ€ter dann wurde das gesamte Profil fĂŒr etwa eine Stunde gesperrt. Auch nach Aufhebung der Sperrung blieb es daraufhin Medienberichten zufolge weiter nur begrenzt zugĂ€nglich.

Festnahmen wegen Gedenkversammlungen

Hunderte Menschen waren in den vergangenen Tagen festgenommen worden, weil sie öffentlich des Toten gedachten. In Eilverfahren haben Gerichte Arrest oder Geldstrafen verhÀngt. Trotzdem zeigten viele Russen weiter öffentlich ihre Trauer. Nawalnys Team kritisierte, dass Menschen in Russland nun schon wegen des Niederlegens von Blumen festgenommen werden.

Der nach vielen Tagen in immer wieder angesetzter Einzelhaft körperlich geschwÀchte Nawalny war nach russischen Behördenangaben am Freitag bei einem Hofgang im Straflager bei eisigen Temperaturen zusammengebrochen. Wiederbelebungsversuche waren nach Angaben des Strafvollzugs erfolglos. Nawalny war zum Zeitpunkt des Todes 47 Jahre alt. Menschenrechtler werfen dem russischen Machtapparat Mord vor. In Russland wurden in den vergangenen Jahren immer wieder Kritiker Putins ermordet.

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