Erstmals, Gedenktag

Erstmals internationaler Gedenktag fĂŒr Opfer von Srebrenica

11.07.2025 - 13:39:42

Die Wunden des Völkermords an Muslimen in Bosnien-Herzegowina sind lĂ€ngst nicht geheilt, noch immer werden Leichen identifiziert. 30 Jahre nach dem Genozid gibt es einen Rahmen fĂŒr das Erinnern.

  • Der PrĂ€sident des EuropĂ€ischen Rates, Antonio Costa, war einer der internationalen GĂ€ste bei der Gedenkfeier zum Massaker von Srebrenica. - Foto: Armin Durgut/AP/dpa

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  • Erstmals wurde das Massaker von Srebrenica als Internationaler Gedenktag begangen. - Foto: Darko Bandic/AP/dpa

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  • Mehr als 8.000 bosnische Muslime wurden im Raum Srebrenica von bosnisch-serbischen Truppen getötet. - Foto: Armin Durgut/AP/dpa

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Der PrÀsident des EuropÀischen Rates, Antonio Costa, war einer der internationalen GÀste bei der Gedenkfeier zum Massaker von Srebrenica. - Foto: Armin Durgut/AP/dpaErstmals wurde das Massaker von Srebrenica als Internationaler Gedenktag begangen. - Foto: Darko Bandic/AP/dpaMehr als 8.000 bosnische Muslime wurden im Raum Srebrenica von bosnisch-serbischen Truppen getötet. - Foto: Armin Durgut/AP/dpa

Zehntausende Menschen gedenken in Bosnien-Herzegowina und in weiteren LÀndern Europas des Völkermords von Srebrenica. Erstmals wird dieser Tag als internationaler Gedenktag begangen. Vor 30 Jahren, am 11. Juli 1995, töteten bosnisch-serbische Truppen mehr als 8.000 Menschen, in der Mehrzahl muslimische MÀnner und mÀnnliche Jugendliche. Internationale Gerichte haben die Episode im Bosnien-Krieg als Völkermord anerkannt. Sie gilt als das schlimmste Massaker seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs in Europa. 

Die UN-Vollversammlung hatte den internationalen Gedenktag im Mai 2024 beschlossen, unter anderem Serbien, China, Russland und Ungarn hatten damals dagegen gestimmt. Eine Opfervertreterin, die PrĂ€sidentin des Vereins MĂŒtter von Srebrenica, Munira Subasic, sagte: «Vielen Dank an alle, die bei den Vereinten Nationen fĂŒr die Srebrenica-Resolution (fĂŒr den Gedenktag) gestimmt haben. Denjenigen, die das nicht getan haben, sage ich, sie sollten weiterhin im Dunkeln leben.»

Subasic sprach vor internationalen GÀsten - darunter Ex-BundesprÀsident Joachim Gauck und EU-RatsprÀsident António Costa - in Potocari bei einer Gedenkfeier im damaligen Hauptquartier der niederlÀndischen Blauhelm-Truppen. Ihnen wurde vorgeworfen, das Massaker damals nicht verhindert zu haben. 

Auf dem gegenĂŒberliegenden Friedhof liegen 6.765 der insgesamt 8.372 bosniakischen Opfer des Massakers. Die Identifizierung weiterer Opfer lĂ€uft immer noch. Sieben weitere, darunter zwei damals 19-JĂ€hrige, werden nun dort beigesetzt. Die Region gehört heute zum vorwiegend von ethnischen Serben bewohnten Landesteil Republika Srpska.

Hoher ReprÀsentant benennt Versagen des Westens

Der Hohe ReprĂ€sentant der Internationalen Gemeinschaft fĂŒr Bosnien-Herzegowina, Christian Schmidt, rĂ€umte ein Versagen der westlichen KrĂ€fte wĂ€hrend des Massakers ein: «Ich danke Ihnen fĂŒr die Einladung an uns, diejenigen von uns, die 1995 nicht gegen Mladic und seine Komplizen vorgegangen sind», sagte er. 

Der bosnisch-serbische General Ratko Mladic war fĂŒr das Massaker mitverantwortlich. Er wurde 2017 vom Internationalen Strafgerichtshof fĂŒr das ehemalige Jugoslawien (IStGHJ) zu lebenslanger Haft verurteilt. Der deutsche Politiker Schmidt (CSU) reprĂ€sentiert - auch mit gesetzgeberischen Vollmachten - die internationale Gemeinschaft in Bosnien-Herzegowina aufgrund des Friedensabkommens von Dayton von 1995.

@ dpa.de