Erstmals internationaler Gedenktag fĂŒr Opfer von Srebrenica
11.07.2025 - 13:39:42Zehntausende Menschen gedenken in Bosnien-Herzegowina und in weiteren LĂ€ndern Europas des Völkermords von Srebrenica. Erstmals wird dieser Tag als internationaler Gedenktag begangen. Vor 30 Jahren, am 11. Juli 1995, töteten bosnisch-serbische Truppen mehr als 8.000 Menschen, in der Mehrzahl muslimische MĂ€nner und mĂ€nnliche Jugendliche. Internationale Gerichte haben die Episode im Bosnien-Krieg als Völkermord anerkannt. Sie gilt als das schlimmste Massaker seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs in Europa.Â
Die UN-Vollversammlung hatte den internationalen Gedenktag im Mai 2024 beschlossen, unter anderem Serbien, China, Russland und Ungarn hatten damals dagegen gestimmt. Eine Opfervertreterin, die PrĂ€sidentin des Vereins MĂŒtter von Srebrenica, Munira Subasic, sagte: «Vielen Dank an alle, die bei den Vereinten Nationen fĂŒr die Srebrenica-Resolution (fĂŒr den Gedenktag) gestimmt haben. Denjenigen, die das nicht getan haben, sage ich, sie sollten weiterhin im Dunkeln leben.»
Subasic sprach vor internationalen GĂ€sten - darunter Ex-BundesprĂ€sident Joachim Gauck und EU-RatsprĂ€sident AntĂłnio Costa - in Potocari bei einer Gedenkfeier im damaligen Hauptquartier der niederlĂ€ndischen Blauhelm-Truppen. Ihnen wurde vorgeworfen, das Massaker damals nicht verhindert zu haben.Â
Auf dem gegenĂŒberliegenden Friedhof liegen 6.765 der insgesamt 8.372 bosniakischen Opfer des Massakers. Die Identifizierung weiterer Opfer lĂ€uft immer noch. Sieben weitere, darunter zwei damals 19-JĂ€hrige, werden nun dort beigesetzt. Die Region gehört heute zum vorwiegend von ethnischen Serben bewohnten Landesteil Republika Srpska.
Hoher ReprÀsentant benennt Versagen des Westens
Der Hohe ReprĂ€sentant der Internationalen Gemeinschaft fĂŒr Bosnien-Herzegowina, Christian Schmidt, rĂ€umte ein Versagen der westlichen KrĂ€fte wĂ€hrend des Massakers ein: «Ich danke Ihnen fĂŒr die Einladung an uns, diejenigen von uns, die 1995 nicht gegen Mladic und seine Komplizen vorgegangen sind», sagte er.Â
Der bosnisch-serbische General Ratko Mladic war fĂŒr das Massaker mitverantwortlich. Er wurde 2017 vom Internationalen Strafgerichtshof fĂŒr das ehemalige Jugoslawien (IStGHJ) zu lebenslanger Haft verurteilt. Der deutsche Politiker Schmidt (CSU) reprĂ€sentiert - auch mit gesetzgeberischen Vollmachten - die internationale Gemeinschaft in Bosnien-Herzegowina aufgrund des Friedensabkommens von Dayton von 1995.







