EU-Agentur: Erneut deutlicher RĂŒckgang von AsylantrĂ€gen
03.03.2026 - 08:00:04 | dpa.de
Die Zahl der AsylantrĂ€ge in der EU sowie in Norwegen und in der Schweiz ist im vergangenen Jahr erneut deutlich zurĂŒckgegangen: Insgesamt wurden in den 27 EU-Staaten und den beiden PartnerlĂ€ndern rund 822.000 AntrĂ€ge registriert, was einem RĂŒckgang um etwa ein FĂŒnftel im Vergleich zu 2024 (minus 19 Prozent) entspricht. Dies geht aus dem neuen Jahresbericht der EU-Asylagentur EUAA mit Sitz in Malta hervor.
Grund fĂŒr den deutlichen RĂŒckgang ist dem Bericht zufolge vor allem, dass es weniger AsylantrĂ€ge von Menschen aus Syrien (42.000, 2024 waren es 151.000), aber auch aus Bangladesch (37.000) und der TĂŒrkei (33.000) gab. In Syrien gibt es seit dem Sturz von Langzeitherrscher Baschar al-Assad Ende 2024 bei den Menschen Hoffnung auf eine bessere Zukunft.Â
EU-Migrationskommissar Magnus Brunner fĂŒhrte den RĂŒckgang der AsylantrĂ€ge zudem auf die europĂ€ische Migrationspolitik zurĂŒck. «Ein zentraler Faktor dabei ist unser konsequentes Engagement in den LĂ€ndern entlang der Migrationsrouten», teilte Brunner mit. Die EU verstĂ€rkte zuletzt die Zusammenarbeit mit LĂ€ndern wie Ăgypten oder Libyen - auch um Migranten davon abzuhalten, irregulĂ€r nach Europa zu kommen.Â
Mehr AntrĂ€ge aus Venezuela und AfghanistanÂ
DafĂŒr stieg dem Bericht zufolge die Zahl der AntrĂ€ge auf internationalen Schutz von Menschen aus Afghanistan (117.000) sowie Venezuela (91.000). GrĂŒnde fĂŒr die Zunahme bei den AntrĂ€gen von Venezolanern sind demnach unter anderem restriktivere Einwanderungsregeln der US-Regierung sowie verschĂ€rfte Visabestimmungen fĂŒr Venezolaner in lateinamerikanischen Nachbarstaaten.
Deutschland auf Platz eins, aber mit deutlichem RĂŒckgang
Im ersten Halbjahr 2025 hatte sich nach einem frĂŒheren EUAA-Bericht zunĂ€chst abgezeichnet, dass Deutschland nicht mehr an der Spitze der LĂ€nder mit den meisten dort registrierten AsylantrĂ€gen stehen wĂŒrde. Dem neuen Bericht zufolge hat sich dieser Trend gedreht. Mit 163.000 AntrĂ€gen war Deutschland wieder Zielland Nummer eins, allerdings sank die Zahl im Vergleich zu 2024 um ein Drittel (minus 31 Prozent).
Die nun veröffentlichten Zahlen unterscheiden sich nur geringfĂŒgig von offiziellen Angaben des Bundesamts fĂŒr Migration und FlĂŒchtlinge (BAMF), das 2025 rund 168.000 AntrĂ€ge zĂ€hlte, davon etwa 113.000 ErstantrĂ€ge. Der Bericht der EU-Asylagentur berĂŒcksichtigt ebenfalls Erst- und FolgeantrĂ€ge - schlĂŒsselt sie allerdings nicht einzeln auf.
Ăhnlich wie Deutschland verzeichneten Spanien (143.000), Italien (134.000) und Griechenland (62.000) RĂŒckgĂ€nge - etwa 15 Prozent weniger AntrĂ€ge. Stabil blieben hingegen die Zahlen in Frankreich (152.000). Zusammengenommen entfielen 80 Prozent aller AsylantrĂ€ge auf Deutschland und diese vier LĂ€nder.
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