MAD zÀhlt 962 extremistische VerdachtsfÀlle bei der Bundeswehr
02.06.2023 - 15:30:07Das geht aus dem Jahresbericht der Koordinierungsstelle fĂŒr ExtremismusverdachtsfĂ€lle (KfE) im Verteidigungsministerium hervor. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der VerdachtsfĂ€lle damit um rund ein Drittel gesunken. Laut der Koordinierungsstelle sind die GrĂŒnde fĂŒr den RĂŒckgang vielschichtig - eine generelle Tendenz lasse sich jedoch noch nicht ableiten.
Die KfE zeigte sich "sicher, dass die gezielte PrĂ€ventionsarbeit und Sensibilisierung der Angehörigen der Bundeswehr maĂgeblich zur rĂŒcklĂ€ufigen Entwicklung beigetragen haben". Mit 773 FĂ€llen wird der GroĂteil der VerdachtsfĂ€lle dem Bereich Rechtsextremismus zugeordnet. Auf den von Experten ebenfalls zumeist als rechtsextrem eingeschĂ€tzten Bereich der ReichsbĂŒrger und Selbstverwalter entfallen zudem 55 FĂ€lle. Neu gelistet wird der PhĂ€nomenbereich "Verfassungsschutzrelevante Delegitimierung des Staates", kurz VDS. Sie umfasste im vergangenen Jahr 67 FĂ€lle, denen beispielsweise eine verfassungsfeindliche antiwestliche oder prorussische Gesinnung zugrunde lag. Weitere PhĂ€nomenbereiche umfassen Islamismus (38), Linksextremismus (15) und AuslĂ€nderextremismus (14 FĂ€lle). Das Verteidigungsministerium teilte mit, oberste PrioritĂ€t im Sinne einer "Nulltoleranzlinie" bleibe es, Extremisten von der Bundeswehr fernzuhalten oder sie schnellstmöglich aus dem Dienst zu entfernen. Mit 46 Entlassungen von Soldaten mit Extremismusbezug im Berichtsjahr 2022 hat sich die Zahl im Vergleich zum Vorjahr (81 Entlassungen) deutlich verringert. Der Bericht weiĂt darauf hin, dass die Zahl der Entlassungen zugleich ĂŒber dem Niveau des Jahres 2020 (35 Entlassungen) liege. Im Ministerium werde derzeit ein Gesetzentwurf erarbeitet, mithilfe dessen Soldaten, die verfassungsfeindliche Bestrebungen verfolgen, schneller aus der Bundeswehr entlassen werden sollen, hieĂ es.
dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH


