EuropÀer wollen Moldau vor Putin bewahren
27.08.2025 - 20:40:09Solche symboltrĂ€chtigen SolidaritĂ€tsbesuche hat es zuletzt nur in der Ukraine gegeben. Jetzt stĂ€rken mit Bundeskanzler Friedrich Merz, dem französischen PrĂ€sident Emmanuel Macron und der polnische MinisterprĂ€sident Donald Tusk drei der mĂ€chtigsten EuropĂ€er auch dem kleinen Nachbarland Moldau und seiner proeuropĂ€ischen Regierung gemeinsam den RĂŒcken.Â
Am 34. UnabhĂ€ngigkeitstag der ehemaligen Sowjetrepublik sicherten sie dem Land UnterstĂŒtzung auf dem Weg in die EuropĂ€ische Union und bei der Abwehr russischer Destabilisierungsversuche zu. In einem Monat wird dort gewĂ€hlt. Prorussische Parteien haben sich zum Ziel gesetzt, die proeuropĂ€ische Regierung abzulösen.
Gemeinsamer Auftritt vor Tausenden Menschen
Die drei prominenten Besucher aus der EU wollen dazu beitragen, dass genau das nicht passiert. Sie wurden bei ihrem Besuch mit hoher Symbolkraft von PrĂ€sidentin Maia Sandu zunĂ€chst zu GesprĂ€chen im PrĂ€sidentenpalast in Chisinau empfangen, anschlieĂend ging es weiter zu einem Abendessen auf einem Weingut.Â
Am Abend sprachen alle bei einer riesigen Party zum UnabhĂ€ngigkeitstag auf dem GroĂen Nationalversammlungsplatz in Chisinau vor Tausenden Menschen. «Sie gehören zur europĂ€ischen Familie», rief Merz ihnen zu. «Unser gemeinsames Ziel ist der Beitritt Moldaus zur EuropĂ€ischen Union.» Den meisten Applaus bekam aber Macron, der seine Rede wie Tusk fast komplett in der Landessprache hielt. Merz sprach Englisch.
Kanzler ĂŒber Putin: «Auch Moldau will er zurĂŒckholen»
Dem russischen PrĂ€sidenten Wladimir Putin hatte Merz schon kurz nach seiner Ankunft am Nachmittag hybride Attacken auf das Land vorgeworfen. «Auch Moldau will er zurĂŒckholen in die russische EinflusssphĂ€re», sagte er und versprach der moldauischen Regierung: «Wir stehen Ihnen bei, Ihre Freiheit und Ihre SouverĂ€nitĂ€t zu bewahren.»
Macron ermutigt zu weitere Reformen
Der französische PrĂ€sident Macron ermutigte Moldau zu weiteren Reformen. «Ich sehe, dass die BĂŒrger Moldaus sehr wohl verstanden haben, dass der Beitritt zur EuropĂ€ischen Union eine historische Chance fĂŒr die Zukunft ihres Landes darstellt, eine Chance fĂŒr Wohlstand und Sicherheit.»Â
Tusk betonte, ein EU-Beitritt Moldaus liege im Interesse ganz Europas. «In dieser gemeinsamen Anstrengung tut niemand jemand anderem einen Gefallen oder erweist ihm eine Höflichkeit», sagte er. Europa werde mit Moldau stÀrker sein. «Es gibt keine sichere EU, kein sicheres Polen, Frankreich und Deutschland ohne ein unabhÀngiges Moldau.»
Moldaus PrĂ€sidentin hĂ€lt EU-Beitritt fĂŒr alternativlos
Moldaus PrĂ€sidentin Sandu betonte, dass es keine Alternative fĂŒr ihr Land zu Europa gebe. Gerade der russische Krieg gegen die Ukraine zeige, dass Europa Freiheit bedeute. Die proeuropĂ€ische PrĂ€sidentin warnte vor versuchter russischer Einflussnahme auf die kommende Parlamentswahl am 28. September. Es gebe Desinformationskampagnen und bezahlte Proteste, sagte Sandu.
Besuch am UnabhÀngigkeitstag
Moldau, eins der Ă€rmsten LĂ€nder Europas, ist zwischen proeuropĂ€ischen und prorussischen KrĂ€ften gespalten. In der abtrĂŒnnigen Region Transnistrien, einem schmalen Landstreifen im Osten der Republik, sind seit den 1990er Jahren russische Soldaten stationiert.Â
Vier russlandorientierte Oppositionsparteien
Die Regierung in Chisinau wirft Russland seit langem gezielte Desinformations- und Destabilisierungskampagnen vor. FĂŒr die Parlamentswahl haben vier russlandorientierte Oppositionsparteien die GrĂŒndung eines Wahlblocks angekĂŒndigt. 2021 hatte die EU-orientierte PAS von PrĂ€sidentin Sandu 63 der 101 Sitze im Parlament erlangt. Der Regierungspartei droht angesichts der schwierigen wirtschaftlichen Situation nun aber der Verlust ihrer Mehrheit.





