Verunglimpfung von Zeugen: Richter warnt Trump vor GefÀngnis
06.05.2024 - 18:04:25Im Prozess gegen Donald Trump im Zusammenhang mit Schweigegeldzahlungen an eine Pornodarstellerin muss der frĂŒhere US-PrĂ€sident erneut eine Ordnungsstrafe zahlen. Trump habe wieder gegen eine Nachrichtensperre verstoĂen und Kommentare ĂŒber Prozessangehörige gemacht, befand das Gericht.
Richter Juan Merchan beschloss deshalb, eine Strafe von 1000 Dollar (928 Euro) zu verhĂ€ngen, deutete aber schwerere Strafen bei weiteren Verletzungen an: «Das Letzte, was ich tun möchte, ist, Sie ins GefĂ€ngnis zu stecken», sagte Merchan ĂŒbereinstimmenden Berichten von Journalisten im Gericht zufolge. Er sei sich bewusst, dass Trump der ehemalige und vielleicht zukĂŒnftige PrĂ€sident sei. «Aber am Ende des Tages habe ich einen Job zu erledigen.»
Trump ist bekannt fĂŒr aggressives Verhalten
Bereits vergangene Woche hatte Merchan Trump mit einer Zahlung von 9000 Dollar wegen unerlaubten ĂuĂerungen bestraft. Der 77-JĂ€hrige ist fĂŒr aggressives Verhalten auch in Gerichtsverfahren bekannt. Im Vorfeld des Prozesses hatte er unter anderem Merchan und Bezirksstaatsanwalt Alvin Bragg immer wieder als korrupt und parteiisch dargestellt. Der Richter belegte deshalb Kommentare ĂŒber StaatsanwĂ€lte, Zeugen und Geschworene sowie deren Verwandte mit einer Nachrichtensperre.
Die Anklage wirft Trump vor, er habe den Ausgang der US-PrĂ€sidentenwahl 2016 mit der Zahlung von 130.000 Dollar Schweigegeld an Pornodarstellerin Stormy Daniels beeinflussen wollen. Die Transaktion selbst war zwar nicht illegal, bei der RĂŒckerstattung des Geldes an seinen Anwalt Michael Cohen habe Trump jedoch GeschĂ€ftsunterlagen gefĂ€lscht, um deren eigentlichen Zweck zu verschleiern. Â
Es handelt sich um den ersten Strafprozess gegen einen Ex-PrÀsidenten in der US-Geschichte. Trump drohen mehrere Jahre Haft, die auch zur BewÀhrung ausgesetzt werden könnten, oder eine Geldstrafe. Der Fall könnte den US-Wahlkampf beeinflussen. Trump will im November erneut zum PrÀsidenten gewÀhlt werden. Er hatte auf nicht schuldig plÀdiert.





