Kontroverse um Trump-Besuch auf Nationalfriedhof
29.08.2024 - 00:10:35Ein Besuch des frĂŒheren US-PrĂ€sidenten Donald Trump auf dem Nationalfriedhof in Arlington hat eine neue Kontroverse ĂŒber dessen Respekt gegenĂŒber Veteranen ausgelöst. Trump hatte am Montag auf dem Friedhof nahe der US-Hauptstadt Washington bei einer Kranzniederlegung der vor drei Jahren bei einem Selbstmordanschlag in Afghanistan getöteten US-Soldaten gedacht. Auch einige Familienmitglieder der Opfer waren anwesend. Nun wurde bekannt, dass es bei der Visite zu einer Auseinandersetzung zwischen Trumps Team und Mitarbeitern des Friedhofs kam. Kritiker warfen dem republikanischen PrĂ€sidentschaftskandidaten Trump vor, er habe seinen Besuch fĂŒr Wahlkampfzwecke missbraucht. Seine Kampagne wies das zurĂŒck.Â
Die US-Rundfunkorganisation NPR berichtete, zwei Trump-Mitarbeiter hĂ€tten bei dem Besuch einen Mitarbeiter des Friedhofs beschimpft und zur Seite geschubst, als dieser Film- und Fotoaufnahmen auf einem bestimmten Teil des GelĂ€ndes habe unterbinden wollen.Â
Der Nationalfriedhof teilte auf Anfrage mit: «Wir können bestĂ€tigen, dass es einen Vorfall gab und dass eine Anzeige erstattet wurde.» Um die IdentitĂ€t der betroffenen Person zu schĂŒtzen, wĂŒrden derzeit keine weiteren Angaben gemacht. Der Friedhof betonte, wahlkampfbezogene AktivitĂ€ten seien auf dem Friedhof per Gesetz verboten.Â
Ein Trump-Sprecher schrieb auf der Plattform X, ein Fotograf sei zugelassen gewesen. In einer Stellungnahme fĂŒr NPR erklĂ€rte dieser weiter, der Friedhofsmitarbeiter habe wohl «an einer psychischen Störung» gelitten und sich Mitgliedern des Trump-Teams physisch in den Weg gestellt.
Trumps Wahlkampfteam veröffentlichte auf X auĂerdem eine Stellungnahme von Angehörigen der in Afghanistan getöteten Soldaten, die dem Republikaner fĂŒr seinen Besuch dankten. Sie hĂ€tten der Teilnahme eines Fotografen zugestimmt, und das Verhalten von Trump und dessen Team sei von gröĂtem Respekt geprĂ€gt gewesen.Â
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Trump veröffentlichte auf sozialen Medien spÀter einen Videoclip von dem Besuch, in dem er den Afghanistan-Abzug unter der Regierung des Demokraten Joe Biden einmal mehr als Desaster kritisierte. Eine liberale Veteranen-Organisation, die den Demokraten nahesteht, kritisierte dies scharf und beklagte, Trump schere sich nur dann um getötete Soldaten, wenn er dies zu seinem eigenen Vorteil ausnutzen könne. Auch von anderen gab es Kritik.
Trump hat sich in der Vergangenheit vielfach mit abfĂ€lligen Kommentaren ĂŒber Soldaten und Veteranen hervorgetan. Erst vor wenigen Tagen hatte er bei einem Auftritt gescherzt, dass die höchste zivile Auszeichnung im Land deutlich besser sei als die höchste militĂ€rische Auszeichnung - denn deren EmpfĂ€nger seien «entweder in sehr schlechtem Zustand, weil sie so oft von Kugeln getroffen wurden, oder sie sind tot».Â


