Donald Trump, USA

Versprochene EnthĂŒllungen: Trump sagt Pressekonferenz ab

18.08.2023 - 05:37:52 | dpa.de

Donald Trump liebt den großen Auftritt. Bei einer Pressekonferenz wollte er einmal mehr die MĂ€r vom ganz großen Wahlbetrug auftischen. Seine AnwĂ€lte hielten das wohl fĂŒr eine nicht so gute Idee.

Medienfahrzeuge stehen vor dem Fulton County Courthous in Atlanta. - Foto: Ben Gray/AP
Medienfahrzeuge stehen vor dem Fulton County Courthous in Atlanta. - Foto: Ben Gray/AP

Der ehemalige US-PrĂ€sident Donald Trump hat seine fĂŒr Montag angekĂŒndigte Pressekonferenz zur Anklage gegen ihn in Georgia abgesagt. Seine AnwĂ€lte wĂŒrden die angeblichen Beweise fĂŒr Wahlbetrug in dem US-Bundesstaat bei der PrĂ€sidentenwahl 2020 lieber vor Gericht verwenden, schrieb Trump am Donnerstagabend (Ortszeit) auf der von ihm mitbegrĂŒndeten Plattform Truth Social.

«Daher ist die Pressekonferenz nicht mehr notwendig!» Offen blieb, ob der Republikaner stattdessen eine andere Veranstaltung plant. Laut dem US-Sender ABC hatten Trumps AnwÀlte ihm zu einer Absage der Pressekonferenz geraten, um seine juristische Position nicht zu schwÀchen.

In Georgia war Trump seinerseits kĂŒrzlich im Zusammenhang mit versuchtem Wahlbetrug angeklagt worden. Ein Geschworenengremium entschied, dass er sich vor Gericht verantworten soll wegen seiner Versuche, den Ausgang der PrĂ€sidentenwahl dort vor knapp drei Jahren zu beeinflussen. Mit ihm sind 18 weitere Personen angeklagt. Als Reaktion darauf hatte Trump die Pressekonferenz angekĂŒndigt und erklĂ€rt, er wolle dort angeblichen Wahlbetrug in Georgia aufzeigen.

Wahlniederlage und geheime Regierungsunterlagen

Trump hat seine Niederlage bei der PrĂ€sidentenwahl 2020 bis heute nicht eingestanden und verbreitet die LĂŒge, Wahlbetrug habe ihn damals um den Sieg gegen den Demokraten Joe Biden gebracht. Mangels Beweisen wurden Dutzende Klagen seines Lagers nach der Wahl von Gerichten im ganzen Land abgeschmettert, auch vom obersten US-Gericht.

Laut dem Sender ABC gaben Trumps AnwĂ€lte dem 77-JĂ€hrigen zu bedenken, dass die von ihm geplante Pressekonferenz seine rechtlichen Probleme nur vergrĂ¶ĂŸern wĂŒrde. Und davon hat Trump aktuell eine Menge: Der einstige Immobilienmogul ist der erste Ex-PrĂ€sident in der US-Geschichte, der sich wegen mutmaßlicher Straftaten vor Gericht verantworten muss. Insgesamt gibt es vier Anklagen gegen ihn.

In New York legt die Staatsanwaltschaft Trump die FĂ€lschung von GeschĂ€ftsunterlagen zur Last, in Miami geht es um die AffĂ€re um die Aufbewahrung geheimer Regierungsunterlagen. In der US-Hauptstadt Washington ist der Republikaner auf Bundesebene wegen seiner Versuche angeklagt worden, das Ergebnis der PrĂ€sidentenwahl zu kippen. Trump versucht den Beginn der Prozesse so weit wie möglich zu verzögern - auch mit Blick auf den Wahlkampf. Er will nach der PrĂ€sidentenwahl 2024 fĂŒr die Republikaner noch einmal ins Weiße Haus.

Prozess-Beginn steht noch nicht

Am Donnerstag beantragten seine AnwĂ€lte in dem Verfahren in Washington einen Prozessbeginn im April 2026. Der Sonderermittler Jack Smith hatte hingegen vorgeschlagen, den Prozess am 2. Januar 2024 beginnen zu lassen. Die zustĂ€ndige Richterin will darĂŒber voraussichtlich bei einer Anhörung Ende August befinden. «Die Öffentlichkeit hat ein Interesse an Gerechtigkeit und einem fairen Verfahren, nicht an einem vorschnellen Urteil», heißt es im Antrag der AnwĂ€lte Trumps.

Seine Juristen monieren, das zu sichtende Material der Regierung umfasse 11,5 Millionen Seiten und der Download der Dokumente sei nach zwei Tagen immer noch nicht abgeschlossen gewesen. Man habe die Regierung dann um die Übersendung von Festplatten gegeben und speise das Material nun ins System ein. Zur Veranschaulichung war dem Antrag eine Grafik beigefĂŒgt, die zeigen soll, dass ein Stapel von 11,5 Millionen Seiten höher sei als die Freiheitsstatue und das Washington Monument.

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