Trump postet Polizeifoto bei Twitter-Nachfolgeplattform X
25.08.2023 - 04:28:22Mehr als zweieinhalb Jahre nach seinem letzten Twitter-Eintrag hat der frĂŒhere US-PrĂ€sident Donald Trump sein denkwĂŒrdiges Polizeifoto zum Anlass genommen, um zur Twitter-Nachfolgeplattform X zurĂŒckzukehren.
Trump postete dort das Bild, das kurz zuvor in einem GefĂ€ngnis in Atlanta aufgenommen worden war. Der republikanische PrĂ€sidentschaftsbewerber hatte sich dort den Strafverfolgungsbehörden gestellt, nachdem im Bundesstaat Georgia Anklage gegen ihn erhoben worden war im Zusammenhang mit versuchtem Wahlbetrug. Trump versuchte das historisch einmalige Bild umgehend fĂŒr seine Zwecke zu nutzen und versah es mit der Parole «niemals aufgeben!».
Trump war gegen Ende seiner Amtszeit bei groĂen Online-Plattformen gesperrt worden, nachdem seine AnhĂ€nger am 6. Januar 2021 den Sitz des US-Parlaments in Washington gestĂŒrmt hatten.
Vor dem beispiellosen Gewaltausbruch hatte er seine AnhĂ€nger angestachelt mit der haltlosen Behauptung, er sei durch Betrug um den Sieg bei der PrĂ€sidentenwahl 2020 gebracht worden. In seinen Online-Botschaften vor und nach der Kapitol-Attacke zeigte er offen Sympathie fĂŒr die Randalierer. Die Plattformbetreiber befĂŒrchteten daher, dass es neue Gewalt geben könnte, wenn Trump nicht verbannt wĂŒrde - und blockierten seine Konten.
Trump erhĂ€lt Zugang zurĂŒck
Inzwischen hat Trump den Zugang zu allen groĂen Online-Diensten zurĂŒckbekommen, wo er noch immer Millionen Follower hat. Und auf mehreren KanĂ€len meldete er sich auch zurĂŒck. Bei der Plattform Twitter, die seit kurzem X heiĂt, war er bis jetzt jedoch stumm geblieben. Stattdessen hatte er eine Twitter-Kopie mit aufgebaut, die Plattform Truth Social.
Bei Twitter war sein Account schon im vergangenen Herbst auf GeheiĂ des neuen Besitzers Elon Musk wieder freigeschaltet worden. Der bislang letzte Tweet dort stammte jedoch weiterhin von Januar 2021. Vor und wĂ€hrend seiner Amtszeit im WeiĂen Haus war Twitter das wichtigste Sprachrohr fĂŒr Trump, dort hatte er bis zur Sperre mehr als 80 Millionen Follower und erreichte weltweite Aufmerksamkeit mit seinen Botschaften.
Mehr als 86 Millionen Follower
Trump will als Kandidat der Republikaner in die PrĂ€sidentenwahl 2024 ziehen und muss dafĂŒr den parteiinternen Vorwahlkampf gewinnen. Mehr Online-Reichweite kĂ€me ihm dafĂŒr gelegen. Bei Truth Social hat er gut sechs Millionen Abonnenten, bei Facebook sind es 34 Millionen - bei X weiter mehr als 86 Millionen.
Dort meldet er sich nun mit einem Knall zurĂŒck: mit dem denkwĂŒrdigen Polizeifoto, das die Behörden in Atlanta kurz zuvor publik machten. Trump ist der erste Ex-PrĂ€sident, der wegen einer Straftat angeklagt wurde und in der Folge ein Polizeifoto von sich machen lassen musste. Das Bild dĂŒrfte daher in die Geschichte eingehen. Trump schrieb dazu auf X unter anderem in GroĂbuchstaben: «Wahlbeeinflussung».
Trump bei Behörden in Atlanta
Der Republikaner weist alle VorwĂŒrfe gegen sich zurĂŒck und wertet die Strafverfolgung als Versuch seiner politischen Gegner, ihn von einem Wiedereinzug ins WeiĂe Haus abzuhalten. Trump war gemeinsam mit 18 weiteren Beschuldigten angeklagt worden wegen seiner Versuche, den Ausgang der PrĂ€sidentenwahl 2020 in Georgia zu beeinflussen. Die Staatsanwaltschaft hatte dem Republikaner und den anderen Angeklagten eine Frist bis zu diesem Freitag gesetzt, um aus freien StĂŒcken bei den Behörden in Atlanta vorstellig zu werden.
Bereits am Dienstag und Mittwoch waren diverse Angeklagte in dem Fall im BezirksgefĂ€ngnis in Atlanta erschienen, wo ihre Personalien aufgenommen und Polizeibilder gemacht wurden. Am Donnerstagabend (Ortszeit) folgte nun Trump, um das formale Prozedere, das einer Anklage folgt, ĂŒber sich ergehen zu lassen. Die Behörden in Atlanta gewĂ€hrten ihm dabei aber - anders als die Behörden in den anderen Strafverfahren gegen Trump in New York, Miami und Washington - keine Ausnahmeregelungen.


