Entscheidung, Trump-ImmunitÀt

Entscheidung zu Trump-ImmunitÀt um eine Woche verschoben

12.11.2024 - 16:46:28

Donald Trump steht vor dem Wiedereinzug in Weiße Haus. Droht ihm trotzdem noch eine Strafe im Schweigegeld-Prozess? Die Entscheidung hat ein New Yorker Richter nun zunĂ€chst vertagt.

Eine Woche nach Donald Trumps Sieg bei der US-PrĂ€sidentenwahl hat ein Richter in New York eine Entscheidung ĂŒber die mögliche ImmunitĂ€t des Republikaners in einem Schweigegeld-Prozess um eine Woche verschoben. Entsprechenden AntrĂ€gen von Staatsanwaltschaft und Verteidigung sei stattgegeben worden. Eine Entscheidung soll nun am 19. November mitgeteilt werden, wie aus Gerichtsdokumenten hervorging, die der Deutschen Presse-Agentur in New York vorlagen. 

Eigentlich hatte Richter Juan Merchan Anfang September festgelegt, seine Entscheidung heute mitteilen zu wollen. Sollte er dem Antrag von Trumps Verteidigung auf ImmunitĂ€t stattgeben, wĂ€re der im Mai ergangene Schuldspruch gegen Trump wohl gekippt. Sollte der Richter den Antrag hingegen ablehnen, bliebe die Frage, ob die derzeit fĂŒr Ende November geplante VerkĂŒndung des Strafmaßes Bestand haben wird. 

Verurteilter StraftÀter als US-PrÀsident

Geschworene in New York hatten Trump Ende Mai in 34 Anklagepunkten fĂŒr schuldig befunden. In dem Prozess ging es um die illegale Verschleierung von Schweigegeldzahlungen an eine Pornodarstellerin, um sich Vorteile im PrĂ€sidentschaftswahlkampf 2016 zu verschaffen. Es war das erste Mal in der Geschichte der Vereinigten Staaten, dass ein ehemaliger PrĂ€sident wegen einer Straftat verurteilt wurde. In der vergangenen Woche wurde Trump als verurteilter StraftĂ€ter erneut zum US-PrĂ€sidenten gewĂ€hlt - ebenfalls ein Novum in der Geschichte des Landes. 

UrsprĂŒnglich hĂ€tte das Strafmaß schon Mitte September verkĂŒndet werden sollen. Dann aber gab Richter Merchan einem Antrag Trumps statt, die Strafe erst nach der PrĂ€sidentschaftswahl zu verkĂŒnden. Dem Republikaner könnte theoretisch maximal eine mehrjĂ€hrige Haftstrafe drohen. Eine BewĂ€hrungsstrafe hielten viele Beobachter vor der Wahl aber fĂŒr deutlich wahrscheinlicher. Auch eine StrafmaßverkĂŒndung fĂŒr einen designierten PrĂ€sidenten hat es in der Geschichte der USA noch nie gegeben.

Grundsatzurteil des Supreme Courts als Hebel

Trumps Verteidigung hatte schon wĂ€hrend des Prozesses mit allen Mitteln versucht, das Verfahren zu behindern und ganz zu stoppen. Gelegen kam Trumps AnwĂ€lten dann ein Grundsatzurteil des Supreme Courts: Der oberste US-Gerichtshof entschied Anfang Juli mit seiner rechtskonservativen Richter-Mehrheit, dass PrĂ€sidenten fĂŒr ihre Amtshandlungen sehr weitgehend ImmunitĂ€t genießen. 

Zwar ist der New Yorker Schweigegeldfall an sich anders gelagert, weil er sich in erster Linie um Trumps Handlungen als PrĂ€sidentschaftskandidat vor der Wahl 2016 dreht. Doch das Urteil des Supreme Courts besagt auch, dass Amtshandlungen von US-PrĂ€sidenten nicht als Beweise in Strafverfahren angefĂŒhrt werden können. Trumps AnwĂ€lte argumentieren, dass die Anklage sich in dem Fall auch auf Beweise gestĂŒtzt hat, die aus Trumps Zeit im Weißen Haus stammen.

@ dpa.de