Donald Trump, USA

Versuchter Wahlbetrug: Trump-Prozess ab MĂ€rz 2024

28.08.2023 - 17:46:27

Donald Trumps Kalender fĂŒr 2024 fĂŒllt sich: Der Ex-PrĂ€sident hat einen intensiven Wahlkampf vor sich - und mehrere Gerichtsverfahren. Ein weiterer Justiztermin ist nun vorerst festgezurrt.

Der Prozess gegen den frĂŒheren US-PrĂ€sidenten Donald Trump im Zusammenhang mit versuchtem Wahlbetrug in Washington soll am 4. MĂ€rz 2024 beginnen. Die zustĂ€ndige Richterin Tanya Chutkan legte bei einer Anhörung in der US-Hauptstadt den Termin fest, wie aus Gerichtsdokumenten hervorging, die im Anschluss veröffentlicht wurden.

Es ist einer von insgesamt vier Prozessen, die dem republikanischen PrĂ€sidentschaftsbewerber bevorstehen. Der 77-JĂ€hrige wurde wegen verschiedener VorwĂŒrfe auch in New York, Miami und Atlanta angeklagt.

Trump ist der erste Ex-PrĂ€sident in der US-Geschichte, der sich wegen mutmaßlicher Straftaten vor Gericht verantworten muss. In Washington wurde auf Bundesebene Anklage gegen ihn erhoben wegen seiner BemĂŒhungen, den Ausgang der PrĂ€sidentenwahl 2020 nachtrĂ€glich zu kippen. Trump hatte die Wahl damals gegen den Demokraten Joe Biden verloren, doch er gesteht seine Niederlage bis heute nicht ein. Stattdessen versuchte Trump damals auf verschiedenen Wegen, das Wahlergebnis spĂ€ter noch zu drehen. Sein Feldzug gegen den Wahlausgang gipfelte in einem beispiellosen, gewaltsamen Angriff seiner AnhĂ€nger auf das US-Kapitol am 6. Januar 2021.

Vorwurf: Verschwörung gegen die USA

In der Anklageschrift wurden Trump vier formale Anklagepunkte zur Last gelegt, darunter Verschwörung gegen die Vereinigten Staaten. Im Fall einer Verurteilung könnte ihm eine lange Haftstrafe drohen.

Die Staatsanwaltschaft hatte ursprĂŒnglich Anfang Januar 2024 als Starttermin fĂŒr den Prozess vorgeschlagen. Trumps Verteidiger hatten sich dagegen fĂŒr einen Auftakt im April 2026 stark gemacht - und damit lange nach dem Wahljahr. Trump bezeichnete Chutkan nach der Entscheidung gestern als eine «voreingenommene, Trump hassende Richterin», die mit der Festlegung des Datums auf den 4. MĂ€rz 2024 genau das getan habe, was die «korrupte Regierung» erreichen wollte. Trump kĂŒndigte an, dagegen vorgehen zu wollen.

In den USA wird Anfang November 2024 ein neuer PrĂ€sident gewĂ€hlt. Trump will erneut fĂŒr die Republikaner antreten. Um am Ende der PrĂ€sidentschaftskandidat der Partei zu werden, muss er sich zunĂ€chst in internen Vorwahlen durchsetzen, die im Januar 2024 beginnen. Am 5. MĂ€rz 2024, also einen Tag nach dem nun festgesetzten Termin, steht der sogenannte «Super Tuesday» in den USA an - der wichtigste Vorwahltag mit Abstimmungen in diversen Bundesstaaten. Bislang liegt Trump in Umfragen weit vor allen anderen republikanischen PrĂ€sidentschaftsanwĂ€rtern.

Drei weitere Anklagen

Trump hat es mitten in seinem Wahlkampf noch mit drei weiteren Anklagen zu tun - und so auch mit drei weiteren Gerichtsverfahren. Auch im Bundesstaat Georgia wurde gegen Trump und 18 weitere Beschuldigte Anklage wegen versuchter Wahlbeeinflussung erhoben. In Georgia hatte Trump bei der PrĂ€sidentenwahl 2020 nur ganz knapp gegen Biden verloren. Der Republikaner hatte sich damals auf Georgia und mehrere andere Bundesstaaten konzentriert mit seinen Versuchen, den Wahlausgang umzukehren. Wann in Atlanta ein Prozess starten könnte, ist noch unklar. Dort ist fĂŒr die kommende Woche zunĂ€chst die formale Anklageverlesung angesetzt.

Außerdem wurde Trump in New York und Miami angeklagt. Der New Yorker Fall steht im Zusammenhang mit Schweigegeldzahlungen an einen Pornostar - der Prozess dort soll am 25. MĂ€rz 2024 beginnen. Der Fall in Miami dreht sich um die Aufbewahrung von streng geheimen Regierungsunterlagen in einem Privatanwesen Trumps - das Gerichtsverfahren dazu soll am 20. Mai 2024 starten.

Trump weist alle VorwĂŒrfe zurĂŒck und wertet die Strafverfolgung gegen ihn als Versuch seiner politischen Gegner, ihn von einer weiteren Amtszeit abzuhalten. Experten zufolge wĂŒrde eine Verurteilung den Republikaner rechtlich nicht davon abhalten, bei der Wahl im November 2024 anzutreten - zumal höchst fraglich ist, ob bis dahin ĂŒberhaupt ein rechtskrĂ€ftiges Urteil vorliegen wird.

@ dpa.de