Erfolg fĂŒr Trump: Anklage gibt groĂe Strafverfahren auf
25.11.2024 - 20:25:34GroĂer Erfolg fĂŒr Donald Trump kurz vor seinem Einzug ins WeiĂe Haus: Die US-Staatsanwaltschaft gibt die beiden groĂen Strafverfahren auf Bundesebene gegen den Republikaner auf. Sonderermittler Jack Smith beantragte die Einstellung des Verfahrens wegen versuchten Wahlbetrugs in der US-Hauptstadt Washington - dem gab die zustĂ€ndige Richterin schon wenig spĂ€ter statt. Gleichzeitig zog Smith seine Berufung gegen die Einstellung des Strafverfahrens in der Dokumenten-AffĂ€re im US-Bundesstaat Florida zurĂŒck.Â
Mit der Entscheidung ist das Justizministerium Trump wohl nur zuvorgekommen. Weil es sich um Verfahren auf Bundesebene handelt, hĂ€tte der designierte US-PrĂ€sident die Ermittlungen nach Amtsantritt wohl ohnehin gestoppt und das Justizministerium zur Einstellung der Verfahren angewiesen. Es ist offen, ob die Verfahren nach Trumps Amtszeit wiederaufgenommen werden.Â
Trump wird im Januar als PrÀsident vereidigt
Smith begrĂŒndete die Entscheidungen mit der Gepflogenheit, dass das Justizministerium nicht gegen amtierende PrĂ€sidenten vorgehe. Trump zieht im Januar wieder ins WeiĂe Haus ein - er hatte bei der PrĂ€sidentenwahl Anfang November gegen die Demokratin Kamala Harris gewonnen.Â
Trumps Sprecher bezeichnete das vorlĂ€ufige Ende der Verfahren als «einen groĂen Sieg fĂŒr die Rechtsstaatlichkeit». Die Verfahren selbst bezeichnete er erneut als «unrechtmĂ€Ăig». Das amerikanische Volk fordere «ein sofortiges Ende der politischen Instrumentalisierung» des Justizsystems. Experten halten es auch fĂŒr möglich, dass sich Trump, sobald er im Amt ist, selbst begnadigen könnte - welche langfristigen Folgen dies hĂ€tte, ist unklar.Â
Anklage: UmstÀnde haben sich geÀndert
Trump war in Washington auf Bundesebene im Zusammenhang mit versuchtem Wahlbetrug und dem Sturm auf das US-Kapitol am 6. Januar 2021 angeklagt worden. Es handelte sich um die schwerwiegendsten VorwĂŒrfe gegen den 78-JĂ€hrigen. Im Falle einer Verurteilung hĂ€tte ihm eine jahrzehntelange Haftstrafe gedroht. Smith ĂŒberarbeitete die Anklage im Sommer, nachdem das Oberste Gericht US-PrĂ€sidenten weitreichende ImmunitĂ€t fĂŒr Amtshandlungen bescheinigt hatte.
«Die Position der Regierung zur BegrĂŒndetheit der Strafverfolgung des Angeklagten hat sich nicht geĂ€ndert. Aber die UmstĂ€nde haben sich geĂ€ndert», heiĂt es im Antragsschreiben. Die Staatsanwaltschaft betont, die Entscheidung habe keine inhaltlichen GrĂŒnde. Sie lĂ€sst sich allerdings die Möglichkeit offen, erneut Anklage zu erheben, sobald der Republikaner nicht mehr PrĂ€sident ist.Â
Zweiter Fall war bereits eingestellt
Im US-Bundesstaat Florida wurde Trump beschuldigt, höchst sensible Informationen aus seiner Amtszeit als PrĂ€sident gesetzeswidrig in privaten RĂ€umen aufbewahrt zu haben. Die zustĂ€ndige Richterin in Florida, die einst von Trump ernannt worden war, hat das Verfahren im Sommer eingestellt. Sonderermittler Smith legte dagegen zunĂ€chst Berufung ein - davon nahm er nun Abstand. Allerdings will Smith weiter gegen zwei Mitangeklagte vorgehen: Trumps Assistenten Walt Nauta und Anwalt Carlos De Oliveira.Â
Es hatte sich bereits angedeutet, dass Smith die Verfahren gegen Trump nicht weiter verfolgen wird. Trump hat die Ermittlungen gegen ihn immer als politische Verfolgung bezeichnet und sprach von einer «Hexenjagd». Trump wurde nach seiner ersten Amtszeit mehrfach strafrechtlich angeklagt. Neben den Verfahren in Washington und in Florida wurde Trump in einem Schweigegeld-Prozess auf Ebene des Bundesstaats in New York schuldig gesprochen. Die VerkĂŒndung der Strafe wurde vergangene Woche auf unbestimmte Zeit verschoben.Â
Auch im Bundesstaat Georgia geht die Justiz gegen ihn vor - das Verfahren ist aber aktuell wegen juristischer WinkelzĂŒge weitgehend lahmgelegt. Einst sah es so aus, als wĂŒrde Trump wegen der zahlreichen Ermittlungen gegen ihn das Wahljahr maĂgeblich im Gericht verbringen. Doch mit juristischen Kniffen schafften es Trumps AnwĂ€lte, die Verfahren zu blockieren.





