KĂ€mpfe in Kursk dauern an
10.08.2024 - 09:54:56Nach dem Einfall ukrainischer Truppen im russischen Gebiet Kursk dauern die KĂ€mpfe dort in zahlreichen Ortschaften an. Russische MilitĂ€rblogger sprachen von einer unruhigen Nacht und Versuchen der ukrainischen StreitkrĂ€fte, «einen Blitzkrieg» fortzusetzen. Aus der Ukraine selbst gab es weiter keine Angaben zu der seit Dienstag laufenden Operation.Â
Das russische Verteidigungsministerium veröffentlichte am Morgen ein weiteres Video, das eine VerstĂ€rkung der MilitĂ€rprĂ€senz in der Region zeigen soll. Zu sehen waren Panzer, die Kampfstellungen beziehen sollten, um ukrainische Truppen zu zerstören. Die Aufnahmen waren nicht unabhĂ€ngig ĂŒberprĂŒfbar. Das Ministerium meldete auch zahlreiche abgewehrte ukrainische Drohnenangriffe im Raum Kursk.
«Im Moment hat sich die Lage stabilisiert», schrieb der MilitĂ€rblogger Alexander Chartschenko in einem vom Telegram-Kanal Rybar veröffentlichten Lagebericht. Russische Einheiten kĂ€men voran. «Sudscha steht, das Kommando unternimmt alle Anstrengungen, die Stadt vom Gegner zu sĂ€ubern», teilte Chartschenko mit Blick auf einen Ort in der Region Kursk nahe der ukrainischen Grenze mit. «Wenn der Gegner nicht noch bedeutende KrĂ€fte unerwartet an einem Ort einsetzt, dann kann man sagen, dass der Höhepunkt der Krise ĂŒberwunden ist.»
Drei Zonen fĂŒr Anti-Terror-Operationen fĂŒr hĂ€rteres Vorgehen
Die russische FĂŒhrung erklĂ€rte in der Nacht zum Samstag die Regionen Kursk, Brjansk und Belgorod zu Sonderzonen fĂŒr Anti-Terror-Operationen. Das erweitert die Befugnisse des Verteidigungsministeriums und anderer Teile des Sicherheitsapparats fĂŒr ein hĂ€rteres Vorgehen. Diesen Schritt hatten MilitĂ€rblogger bereits nach Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine 2022 gefordert.Â
In sozialen Netzwerken kursierte ein nicht ĂŒberprĂŒfbares Video, das MĂ€nner in Uniform mit ukrainischer Flagge im Dorf Poros im russischen Gebiet Belgorod wenige Kilometer von der Grenze zur Ukraine zeigen soll. Kremlkritische Medien bezeichneten das als ein mögliches Ablenkungsmanöver der ukrainischen StreitkrĂ€fte. Offizielle Angaben gab es dazu nicht. Nach massiven Angriffen von ukrainischer Seite im vergangenen Jahr hatten Bewohner schon ganze Dörfer an der Grenze verlassen.Â
Nach EinschĂ€tzung des US-Instituts fĂŒr Kriegsstudien (ISW) in Washington versucht das russische Verteidigungsministerium weiter darauf zu verzichten, Truppen von der Front in der Ukraine selbst abzuziehen, um Einheiten in Kursk zu verstĂ€rken. Erweitert hatte Russland zuletzt auch den Schutz des Atomkraftwerks Kursk. Die Internationale Atomenergie-Behörde IAEA warnte vor möglichen Gefahren. Der IAEA-Generaldirektor Rafael Grossi rief beide Seiten auf, sich an die Regeln fĂŒr nukleare Sicherheit in Konfliktgebieten zu halten.


