Kallas fordert ZugestĂ€ndnisse Russlands fĂŒr einen Frieden
15.02.2026 - 13:48:02Die EU-AuĂenbeauftragte Kaja Kallas hat zum Abschluss der MĂŒnchner Sicherheitskonferenz eine stĂ€rkere Einbindung Europas in FriedensbemĂŒhungen fĂŒr die Ukraine gefordert. Dabei machte sie deutlich, dass es in den Verhandlungen zur Beendigung des Krieges zwischen Russland und der Ukraine deutlich mehr darum gehen mĂŒssen, ZugestĂ€ndnisse von Russlands zu verlangen.Â
«Wenn wir einen nachhaltigen Frieden wollen, dann brauchen wir auch ZugestĂ€ndnisse von russischer Seite», sagte sie in MĂŒnchen. Europa habe dabei viele Mitsprachemöglichkeiten, so Kallas. So könnten die Aufhebung der Sanktionen gegen Russland ebenso wie der Umgang mit den eingefrorenen russischen Vermögenswerten europĂ€ische Entscheidungen sein.Â
Seit Freitag hatten Staats- und Regierungschefs, Minister und Vertreter internationaler Organisationen zusammen mit MilitĂ€rs und Wissenschaftler ĂŒber die richtige Reaktion auf internationale Krisen und Destabilisierung beraten. Dabei ging es um den Krieg in der Ukraine, aber vor allem um das transatlantische VerhĂ€ltnis Europas zu den USA.Â
Der aktuelle MSC-Chef Wolfgang Ischinger beendete die Konferenz am Sonntag. Er sagte in seiner Schlussrede, das transatlantische BĂŒndnis könne mehr tun, um Druck auf Russland zu machen und die Kosten des Krieges fĂŒr Russland in die Höhe zu treiben.
Stoltenberg warnt vor Doppelmoral in der Nato
FĂŒr Jens Stoltenberg, der als kĂŒnftiger Leiter der Sicherheitskonferenz vorgesehen ist, muss die Nato sich auch hinsichtlich ihrer GlaubwĂŒrdigkeit klar positionieren und eine «Doppelmoral» vermeiden. Die Mitgliedsstaaten mĂŒssten klar Stellung beziehen, sobald das Völkerrecht verletzt werde, «unabhĂ€ngig davon, wo und von wem», sagte der amtierende norwegische Finanzminister und frĂŒhere Nato-GeneralsekretĂ€r. Eine der Herausforderungen sei der Konflikt im Nahen Osten im Vergleich zur Ukraine. «Es gibt enorme Unterschiede, aber es geht um SouverĂ€nitĂ€t und die Achtung des Völkerrechts.»
Clinton kritisiert Zwang zu «Kapitulationsabkommen»Â
Zuvor hatte die frĂŒhere US-AuĂenministerin Hillary Clinton PrĂ€sident Donald Trumps Haltung zur Ukraine als «schĂ€ndlich» bezeichnet. «Ich halte den Versuch, die Ukraine zu einem Kapitulationsabkommen mit (dem russischen PrĂ€sidenten Wladimir) Putin zu zwingen, fĂŒr beschĂ€mend», sagte die 78-JĂ€hrige. Entweder verstehe Trump das Leid der Ukrainer nicht, oder es sei ihm gleichgĂŒltig, sagte die einstige PrĂ€sidentschaftskandidatin der US-Demokraten. Der russische Angriffskrieg auf das Nachbarland hatte vor fast vier Jahren auf Befehl Putins begonnen.
AfD-Delegation reist Anfang MĂ€rz nach Washington
Die AfD-Bundestagsabgeordnete Anna Rathert hat nach eigenen Angaben am Rande der MĂŒnchner Sicherheitskonferenz Mitarbeiter von US-AuĂenminister Marco Rubio getroffen. Das habe sich «so im Vorbeigehen» ergeben, sagte die Juristin der Deutschen Presse-Agentur. «Es waren sehr konstruktive GesprĂ€che, sehr erfreuliche, sehr positive GesprĂ€che.» Zu Rubio selbst oder zu Vertretern der Republikanischen Partei aus der US-Kongressdelegation habe sie aber keinen Kontakt gehabt.Â
Rathert kĂŒndigte an, dass eine Delegation der AfD Anfang MĂ€rz zu einem internationalen Kongress rechter Parlamentarier unter dem Titel «The Alliance of Sovereign Nations» (Die Allianz unabhĂ€ngiger Nationen) nach Washington reisen werde.Â
Immer wieder ist Trump Thema
Eine Rede Rubios am Samstag war von vielen Teilnehmern der Sicherheitskonferenz mit Erleichterung aufgenommen worden. Sie war im Ton verbindlich, in der Sache pochte Rubio aber auf den Kurs von Trump. «Rubio war freundlicher vom Ton, aber knallhart in der Sache auf Trump-Linie. Und fĂŒr mich ein weiteres Zeichen dafĂŒr, dass wir als EuropĂ€er stĂ€rker und unabhĂ€ngiger werden mĂŒssen», sagte die GrĂŒnen-Chefin Franziska Brantner in MĂŒnchen der dpa.Â
Warme Worte gab es auch an anderer Stelle von US-Seite fĂŒr die EuropĂ€er: Der republikanische US-Senator und Trump-Vertraute Lindsey Graham Ă€uĂerte sich insgesamt sehr positiv zu seinen GesprĂ€chen mit Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und dem britischen Premierminister Keir Starmer am Rande der Sicherheitskonferenz. «Ich war von beiden beeindruckt. Sie scheinen Trump ziemlich gut durchschaut zu haben.»
Der 70-jĂ€hrige Senator Graham zĂ€hlt zu den erfahrensten AuĂenpolitikern der USA, hat einen sehr guten Draht zu Trump und tauschte sich nach eigenen Angaben auch wĂ€hrend der Sicherheitskonferenz mit ihm aus.
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