Biden, Berlin-Besuch

Biden will Berlin-Besuch am Freitag nachholen

13.10.2024 - 17:17:11

Eigentlich hÀtte Joe Biden an diesem Wochenende Deutschland besuchen sollen. Wegen eines Problems daheim verschob er den Trip aber. Jetzt gibt es einen Ersatztermin.

US-PrĂ€sident Joe Biden will seinen wegen des Hurrikans «Milton» verschobenen Deutschland-Besuch schon in wenigen Tagen nachholen - aber in deutlich kleinerem Rahmen. Nach Angaben aus Regierungskreisen und dem BundesprĂ€sidialamt sind fĂŒr kommenden Freitag GesprĂ€che mit Bundeskanzler Olaf Scholz und BundesprĂ€sident Frank-Walter Steinmeier in Berlin geplant. Der große Ukraine-SolidaritĂ€tsgipfel auf dem US-LuftwaffenstĂŒtzpunkt Ramstein in Rheinland-Pfalz wird aber zunĂ€chst nicht nachgeholt. 

Der Staatsbesuch schrumpft zu einem Arbeitsbesuch

Biden hatte ursprĂŒnglich einen Staatsbesuch mit allen protokollarischen Ehren fĂŒr den vergangenen Freitag und Samstag geplant, aber dann kurzfristig wegen des Hurrikans abgesagt. Auch ein anschließender Besuch im afrikanischen Angola fiel deswegen aus.

Nun schrumpft der Staatsbesuch, zu dem immer auch ein Staatsbankett und ein Besuch in einem weiteren Bundesland neben der Hauptstadt gehört, zu einem kurzen Arbeitsbesuch in Berlin zusammen. Den Empfang mit militĂ€rischen Ehren am Schloss Bellevue und die Pressekonferenz mit Scholz wird es aber wohl geben. Laut «Spiegel» ist weiterhin auch geplant, dass Biden von Steinmeier fĂŒr seine Verdienste um die deutsch-amerikanische Freundschaft die Sonderstufe des Großkreuzes des Bundesverdienstordens verliehen bekommt.

NĂ€chstes Ramstein-Treffen wohl auf Ebene der Verteidigungsminister

Noch nicht ganz klar ist, ob das ursprĂŒnglich geplante Vierer-Treffen von Scholz und Biden mit dem französischen PrĂ€sidenten Emmanuel Macron und dem britischen Premierminister Keir Starmer stattfindet. Damit kĂ€men zumindest die vier wichtigsten VerbĂŒndeten der Ukraine im Abwehrkampf gegen den russischen Invasoren zusammen. 

Aus dem Gipfel in Ramstein mit insgesamt 50 verbĂŒndeten LĂ€ndern wird aber erst einmal nichts. Das nĂ€chste Treffen dort zur militĂ€rischen UnterstĂŒtzung der Ukraine wird wohl wieder auf Verteidigungsministerebene stattfinden. Das Berliner Verteidigungsministerium hofft auf einen Termin noch im Oktober.

Der Besuch stellt das Kanzleramt vor einige Herausforderungen in der Terminplanung. Scholz muss dafĂŒr wohl frĂŒher von dem fĂŒr Donnerstag und Freitag geplanten EU-Gipfel in BrĂŒssel nach Berlin zurĂŒckkehren. Sein fĂŒr Samstag geplanter Besuch beim tĂŒrkischen PrĂ€sidenten Recep Tayyip Erdogan in Istanbul soll aber wie geplant stattfinden.

Erster bilateraler Besuch Bidens in Deutschland

Es ist der erste bilaterale Besuch Bidens in Deutschland in seiner knapp vierjĂ€hrigen Amtszeit. Der US-PrĂ€sident hatte zwar 2022 am G7-Gipfel in Elmau teilgenommen und bei anderer Gelegenheit auf der amerikanischen MilitĂ€rbasis in Ramstein Tankstopps mit seinem Regierungsflieger eingelegt, aber Deutschland keinen Solo-Trip gewidmet. Das will der 81-JĂ€hrige nun kurz vor seinem Abschied aus dem Weißen Haus nachholen. 

Im Januar scheidet Biden aus dem Amt und wird dann vom frĂŒheren PrĂ€sidenten Donald Trump oder seiner jetzige VizeprĂ€sidentin Kamala Harris abgelöst. Die Entscheidung darĂŒber fĂ€llt am 5. November. Die Wahl könnte auch fĂŒr die deutsch-amerikanischen Beziehungen erhebliche Folgen haben. Trump hatte Deutschland wegen des deutschen HandelsĂŒberschusses, der aus seiner Sicht zu geringen MilitĂ€rausgaben und der Gas-Pipeline Nord Stream 2 zwischen Deutschland und Russland massiv Druck gemacht. 

Fast Zwei Drittel der Deutschen sehen Trump als Gefahr fĂŒr Beziehungen zu USA

Fast zwei Drittel der Deutschen (62 Prozent) erwarten nun nach einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur eine Verschlechterung der deutsch-amerikanischen Beziehungen, wenn Trump wieder ans Ruder kommt. Nur 10 Prozent meinen, dass sich das VerhÀltnis Deutschlands zu den USA verbessern wird, wenn der Republikaner die Wahl gewinnt. 19 Prozent erwarten, dass es etwa gleich bleibt. 

Sollte die Demokratin Kamala Harris PrĂ€sidentin werden, erwarten dagegen nur 9 Prozent eine Verschlechterung der deutsch-amerikanischen Beziehungen. 35 Prozent meinen, das VerhĂ€ltnis der beiden Nato-Partner wĂŒrde sich eher verbessern. 44 Prozent gehen davon aus, dass es etwa gleich bleiben wĂŒrde.

Große Mehrheit fĂŒr mehr Verteidigungsausgaben

Eine große Mehrheit der Deutschen (63 Prozent) vertritt in der Umfrage die Auffassung, dass Deutschland noch mehr in Verteidigung investieren sollte, um die AbhĂ€ngigkeit von den USA in diesem Bereich zu verringern. 26 Prozent sind dagegen. Die fĂŒr 2026 geplante Stationierung der US-Mittelstreckenraketen in Deutschland wird aber von einer Mehrheit von 51 Prozent unterstĂŒtzt. Nur 37 Prozent lehnen das ab.

@ dpa.de