Guatemalas, PrÀsident

Guatemalas PrÀsident Arévalo nach Verzögerungen vereidigt

15.01.2024 - 08:23:25

Eigentlich sollte der neu gewÀhlte PrÀsident am Sonntagnachmittag vereidigt werden. Doch es kam zu internen Streitigkeiten. Bereits zuvor hatten einige Richter versucht, seinen Amtsantritt zu verhindern.

Trotz massiven Widerstands einflussreicher Kreise und Verzögerungen in letzter Minute hat der Sozialdemokrat Bernardo Arévalo unter Spannungen sein Amt als neuer PrÀsident von Guatemala angetreten.

Nach monatelangen Versuchen seiner Gegner vor allem aus dem Justizapparat, den Machtwechsel zu verhindern, legte Arévalo am Montag nur Minuten nach Mitternacht Ortszeit (07.00 MEZ) als Nachfolger des konservativen Staatschefs Alejandro Giammattei seinen Amtseid ab.

AmtseinfĂŒhrung um mehrere Stunden verzögert

Interne Streitigkeiten und Formfragen im Kongress hatten die ursprĂŒnglich fĂŒr den Sonntagnachmittag geplante AmtseinfĂŒhrung um mehrere Stunden verzögert. Demonstranten hatten deshalb gedroht, das KongressgebĂ€ude zu stĂŒrmen, wie lokale Medien berichteten. «Man versucht, die Demokratie durch IllegalitĂ€t, Nichtigkeiten und Machtmissbrauch zu untergraben», schrieb ArĂ©valo auf der Online-Plattform X, vormals Twitter.

AuslĂ€ndische Delegationen, die zum Regierungswechsel nach Guatemala-Stadt gereist waren, hatten den Kongress aufgefordert, die AmtseinfĂŒhrung ArĂ©valos nicht zu verhindern. Der an den Wahlurnen zum Ausdruck gebrachte Volkswille mĂŒsse geachtet werden, sagte der GeneralsekretĂ€r der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS), Luis Almagro.

Überraschender Wahlseig

Der 65-jĂ€hrige Bernardo ArĂ©valo ist der Sohn des ersten demokratisch gewĂ€hlten PrĂ€sidenten des Landes, Juan JosĂ© ArĂ©valo (1945-1951). Er hat versprochen, die weit verbreitete Korruption in Guatemala zu bekĂ€mpfen. Seit dem ĂŒberraschenden Wahlsieg des frĂŒheren Diplomaten im vergangenen August versuchten die Generalstaatsanwaltschaft und einige Richter, die Wahlen zu annullieren und ArĂ©valos Amtsantritt zu verhindern.

Die EuropÀische Union drohte am Freitag Personen und Organisationen, die die Demokratie und den friedlichen Regierungswechsel in Guatemala untergraben, mit Sanktionen. Rund 300 Menschen wurde bereits das US-Visum wegen Untergrabung der Demokratie entzogen.

Guatemala ist das bevölkerungsreichste Land in Mittelamerika mit 17 Millionen Einwohnern. Die Amtszeit des PrÀsidenten betrÀgt vier Jahre.

@ dpa.de