Scholz fordert von BrĂŒssel klare Botschaft an Putin
11.12.2023 - 15:22:08 | dpa.deWenige Tage vor dem EU-Gipfel hat Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) alle westlichen VerbĂŒndeten dazu aufgerufen, sich klar zur langfristigen Hilfe fĂŒr die Ukraine im Abwehrkampf gegen Russland zu bekennen. «Es ist wichtig, dass wir jetzt gerade in dieser Situation gemeinsam in Europa und auch weit darĂŒber hinaus der Ukraine signalisieren, dass sie sich auf unsere Hilfe verlassen kann», sagte er auf einer Pressekonferenz mit dem scheidenden niederlĂ€ndischen MinisterprĂ€sidenten Mark Rutte in Berlin. Er betonte, dass dies auch eine wichtige Botschaft an den russischen PrĂ€sidenten Wladimir Putin wĂ€re.
Scholz rechnet mit langem Krieg
Man wisse nun, dass der Krieg sich ĂŒber lange Zeit hinziehen werde, sagte Scholz. «Deswegen ist es auch wichtig, eine lange Perspektive zu formulieren, dass wir bereit sind, so lange wie es notwendig ist, die Ukraine zu unterstĂŒtzen - und zwar in dem erforderlichen Umfang.»
Scholz verwies darauf, dass Putin auf eine abnehmende SolidaritÀt mit der Ukraine setze. «Das wÀre eine wichtige Botschaft, wenn wir ihm sagen: Rechne nicht damit, wir sind bereit so lange das Notwendige zu tun, wie das eben erforderlich ist.»
Ukraine warnt vor «verheerenden Konsequenzen»
Bei ihrem Gipfeltreffen am Donnerstag und Freitag in BrĂŒssel wollen die Staats- und Regierungschefs der EuropĂ€ischen Union ĂŒber den Start von EU-Beitrittsverhandlungen mit der Ukraine entscheiden. Ungarn hat allerdings mit einem Veto gedroht. Die Ukraine hat vor «verheerenden Konsequenzen» gewarnt, falls es dazu kommen sollte.
EU berĂ€t auch ĂŒber Finanzhilfen
Beim Gipfel wird es im Rahmen der Verhandlungen ĂŒber den langfristigen EU-Haushalt fĂŒr den Zeitraum 2021 bis 2027 auch um die Finanzhilfen fĂŒr die Ukraine gehen. Ende Juni hatte die EU-Kommission die MitgliedslĂ€nder um 66 Milliarden Euro zusĂ€tzlich fĂŒr die kommenden Jahre gebeten, unter anderem um zusĂ€tzliche Hilfen fĂŒr die Ukraine zu finanzieren. Mehrere LĂ€nder, hatten die Forderung zwar stark kritisiert, die Ukraine-Hilfe aber nicht infrage gestellt. Allerdings droht Ungarn auch hier mit einer Blockade.
ZĂ€he Verhandlungen beim Gipfel erwartet
Es wird mit zĂ€hen Verhandlungen gerechnet. Unklar ist, ob sie vielleicht noch einmal vertagt werden. Scholz zeigte sich entschlossen, auf eine Einigung bei diesem Gipfel hinzuarbeiten. «Was die Verhandlungen in BrĂŒssel betrifft, will ich Ihnen gerne sagen, dass ich bereit bin dahinzugehen und intensiv zu arbeiten, so dass wir eine gemeinsame Lösung erzielen können.» Die sei aber noch nicht da. «Denn es wird nicht gehen, ohne dass es auch eine VerĂ€nderung von Ausgabepositionen im gesamten europĂ€ischen Haushalt gibt. Das kann nicht alles mit frischem Geld gelöst werden.»
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