USA, Regierung

Republikaner revoltieren gegen Trumps EntschÀdigungsfonds

22.05.2026 - 10:52:29 | dpa.de

Ein EntschĂ€digungsfonds von Donald Trump wirft selbst unter den Republikanern Fragen und Bedenken auf – und verzögert so eine besonders fĂŒr den US-PrĂ€sidenten wichtige Abstimmung im Senat.

US-PrĂ€sident Donald Trump hat ĂŒber Justizminister Todd Blanche (rechts) den Plan fĂŒr einen EntschĂ€digungsfonds eingebracht, der die Republikaner spaltet. (Archivbild) - Foto: Manuel Ceneta/AP/dpa
US-PrĂ€sident Donald Trump hat ĂŒber Justizminister Todd Blanche (rechts) den Plan fĂŒr einen EntschĂ€digungsfonds eingebracht, der die Republikaner spaltet. (Archivbild) - Foto: Manuel Ceneta/AP/dpa

Uneinigkeit unter Republikanern ĂŒber einen geplanten EntschĂ€digungsfonds fĂŒr mutmaßliche Justiz-Opfer verzögert eine wichtige Abstimmung im US-Senat. 

Die Republikaner verschoben am Donnerstag laut US-Medien ihre Abstimmung zum Gesetzespaket, das unter anderem die Finanzierung von US-Einwanderungsbehörden wie der ICE regeln soll. US-Medien zufolge begehren mehrere Republikaner damit gegen den EntschĂ€digungsfonds auf, den US-PrĂ€sident Donald Trump ĂŒber das Justizministerium kurzfristig eingebracht hatte und mit ins Gesetzespaket nehmen will. 

EntschĂ€digungen fĂŒr angebliche Verfehlungen der US-Justiz

Nach seinem Willen sollen rund 1,8 Milliarden Dollar (rund 1,5 Milliarden Euro) in einen Fonds fließen, um mutmaßliche Opfer der US-Justiz zu entschĂ€digen. 

Selbst in republikanischen Reihen stĂ¶ĂŸt das Vorhaben jedoch auf große Bedenken. BefĂŒrchtet wird etwa, dass sich der Fonds an Trump-AnhĂ€nger richten könnte, die beim Sturm auf das Kapitol 2021 dabei gewesen und dafĂŒr wĂ€hrend der Regierungszeit Joe Bidens angeklagt worden waren. Trump hatte nach seinem Amtsantritt 2025 etliche Begnadigungen ausgesprochen.

Der einflussreiche republikanische Senator Thom Tillis sagte vor Journalisten: «Diese Leute verdienen keine EntschĂ€digung. Viele von ihnen verdienen eine Haftstrafe.» Auch sein Parteikollege Mitch McConnell kritisierte den Fonds scharf. Der MinderheitsfĂŒhrer der Demokraten im Senat, Chuck Schumer, hatte in dem Zusammenhang von «Schmiergeld» fĂŒr Trump-VerbĂŒndete gesprochen.

Trump stellte den Fonds hingegen als wichtige Hilfe fĂŒr von der Biden-Regierung verfolgte Personen dar. Tillis bezeichnete er auf der Plattform Truth Social als «schwachen und unwirksamen Senator».

Bedenken unter Republikanern nicht ausgerÀumt

Vor der geplanten Abstimmung hatten am Donnerstag nach Angaben der «Washington Post» mehrere Republikaner den amtierenden Justizminister Todd Blanche um KlÀrung zu Trumps geplanten «Anti-Weaponization Fund» ersucht. Seine Antworten sollen die Bedenken allerdings nicht hinreichend ausgerÀumt haben, um das Gesetzgebungsverfahren fortzusetzen, schrieb die Zeitung. Angesichts der offenen Fragen sÀhen sich die Republikaner nicht imstande, das Gesetzespaket mitsamt der Fonds-PlÀne durchzubringen.

Laut dem Sender CNN wurde daraufhin ein geplantes Treffen zwischen Trump und dem Sprecher des ReprĂ€sentantenhauses Mike Johnson abgesagt, ebenso die fĂŒr Freitag angesetzte Abstimmung zum Gesetzespaket. 

Damit wird unwahrscheinlich, dass die Abgeordneten Trumps Anweisung noch gerecht werden können, den Gesetzesentwurf zur Finanzierung der Migrationsbehörden bis zum 1. Juni fertigzustellen. Der Senat legt anlÀsslich des Memorial Day am 25. Mai eine einwöchige Sitzungspause ein. 

ZusĂ€tzliche Fördermittel fĂŒr die Einwanderungsbehörde ICE und die Grenzschutzbehörde CBP haben fĂŒr Trump hohe PrioritĂ€t. Angesichts massiver Kritik am Vorgehen der Behörden wird seit Monaten im Senat darĂŒber gestritten.

So schÀtzen die Börsenprofis Aktien ein!

<b>So schÀtzen die Börsenprofis Aktien ein!</b>
Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlĂ€ssliche Anlage-Empfehlungen – dreimal pro Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt abonnieren.
FĂŒr. Immer. Kostenlos.
de | ausland | 69399822 |

Weitere Meldungen

5.000 US-Soldaten nach Polen: Trump beschwört enge Beziehung. Richtung Polen platziert Trump jetzt eine andere Botschaft. Zwischen Washington und Berlin gab es zuletzt Misstöne, es folgte die AnkĂŒndigung einer Reduzierung der US-TruppenstĂ€rke in Deutschland. (Ausland, 22.05.2026 - 05:11) weiterlesen...

Warum Ex-PrĂ€sident RaĂșl Castro in Kuba so wichtig ist. Die Anklage der USA gegen ihn verschĂ€rft die Spannungen. Der RevolutionĂ€r bleibt trotz fehlender Ämter eine zentrale Figur in Kuba – sowohl fĂŒr die Regierung als auch im Umgang mit Washington. (Ausland, 22.05.2026 - 04:09) weiterlesen...

Trump: USA entsenden zusĂ€tzlich 5.000 Soldaten nach Polen. Jetzt macht Trump eine AnkĂŒndigung, die Warschau begrĂŒĂŸen dĂŒrfte. Zuletzt hatte es Unruhe in Polen nach Berichten ĂŒber einen Stopp der Entsendung von US-Soldaten gegeben. (Ausland, 21.05.2026 - 22:40) weiterlesen...

Rubio: Einigung mit Kuba ist aktuell unwahrscheinlich. US-Außenminister Rubio gibt nun einen Einblick, wie es dabei aus seiner Sicht lĂ€uft. Die USA erhöhen seit Monaten den Druck auf Kuba und fĂŒhren auch seit lĂ€ngerem GesprĂ€che mit Havanna. (Ausland, 21.05.2026 - 18:29) weiterlesen...

Weißes Haus dementiert Abweisung von Ebola-Patient. Warum nicht in den USA? Gab es in Washington Bedenken bezĂŒglich der öffentlichen Wahrnehmung? Das Weiße Haus widerspricht dieser Darstellung. Ein an Ebola erkrankter US-Arzt wird in Berlin behandelt. (Wissenschaft, 21.05.2026 - 10:49) weiterlesen...

USA verschĂ€rfen Druck auf Kuba mit Klage gegen Ex-Staatschef. Havanna wittert hinter der Anklage gegen RaĂșl Castro einen Vorwand. Donald Trumps Regierung lĂ€sst Kubas Ex-PrĂ€sidenten in die USA zitieren - freiwillig oder «auf andere Weise». (Ausland, 21.05.2026 - 02:33) weiterlesen...