Helikopterunfall, Irans

Helikopterunfall: Suche nach Irans PrÀsidenten

19.05.2024 - 17:07:10

Ein Hubschrauber mit Irans PrĂ€sidenten Raisi und Außenminister Amirabdollahian an Bord soll im Nordwesten des Landes verunglĂŒckt sein. Noch ist völlig unklar, was den Passagieren zugestoßen ist.

  • Mit mit SpĂŒrhunden und Drohnen suchen die Rettungsteams nach dem iranischen PrĂ€sidenten Ebrahim Raisi. - Foto: Uncredited/Iranian Presidency Office/AP

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  • Der iranische PrĂ€sident Ebrahim Raisi (l) und sein aserbaidschanischer Amtskollege Ilham Aliyev bei der Einweihung des Staudamms von Qiz Qalasi an der iranisch-aserbaidschanischen Grenze. - Foto: Uncredited/Iranian Presidency Office/AP

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  • Zahlreiche Menschen beten fĂŒr PrĂ€sident Ebrahim Raisi am Imam-Reza-Schrein in der Stadt Mashhad. - Foto: Mohammad Hasan Salavati/Shahrara Daily/AP

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  • Nach der Eröffnung des Staudammes hebt der Hubschrauber mit dem iranischen PrĂ€sidenten Ebrahim Raisi an Bord ab. - Foto: Ali Hamed Haghdoust/IRNA/AP

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  • Ein Sprecher des iranischen Staatsfernsehens informiert ĂŒber den Helikopterunfall. - Foto: Vahid Salemi/AP

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  • Fahrzeuge von Rettungsteams in der NĂ€he des UnglĂŒcksortes. - Foto: Azin Haghighi/Moj News Agency via AP/dpa

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  • Kaum Sicht in der NĂ€he des UnglĂŒcksortes. - Foto: Azin Haghighi/Moj News Agency via AP/dpa

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  • Eine iranische Frau betet fĂŒr PrĂ€sident Ebrahim Raisi bei einer Zeremonie auf dem Vali-e-Asr-Platz im Zentrum von Teheran. - Foto: Vahid Salemi/AP

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Mit mit SpĂŒrhunden und Drohnen suchen die Rettungsteams nach dem iranischen PrĂ€sidenten Ebrahim Raisi. - Foto: Uncredited/Iranian Presidency Office/APDer iranische PrĂ€sident Ebrahim Raisi (l) und sein aserbaidschanischer Amtskollege Ilham Aliyev bei der Einweihung des Staudamms von Qiz Qalasi an der iranisch-aserbaidschanischen Grenze. - Foto: Uncredited/Iranian Presidency Office/APZahlreiche Menschen beten fĂŒr PrĂ€sident Ebrahim Raisi am Imam-Reza-Schrein in der Stadt Mashhad. - Foto: Mohammad Hasan Salavati/Shahrara Daily/APNach der Eröffnung des Staudammes hebt der Hubschrauber mit dem iranischen PrĂ€sidenten Ebrahim Raisi an Bord ab. - Foto: Ali Hamed Haghdoust/IRNA/APEin Sprecher des iranischen Staatsfernsehens informiert ĂŒber den Helikopterunfall. - Foto: Vahid Salemi/APFahrzeuge von Rettungsteams in der NĂ€he des UnglĂŒcksortes. - Foto: Azin Haghighi/Moj News Agency via AP/dpaKaum Sicht in der NĂ€he des UnglĂŒcksortes. - Foto: Azin Haghighi/Moj News Agency via AP/dpaEine iranische Frau betet fĂŒr PrĂ€sident Ebrahim Raisi bei einer Zeremonie auf dem Vali-e-Asr-Platz im Zentrum von Teheran. - Foto: Vahid Salemi/AP

Nach einem Unfall eines Helikopters mit dem iranischen PrĂ€sidenten Ebrahim Raisi und Außenminister Hussein Amirabdollahian an Bord suchen 40 Rettungsteams im Nordwesten des Landes nach dem UnglĂŒcksort. Wie iranische Staatsmedien berichteten, war das Schicksal der neunköpfigen Besatzung zunĂ€chst völlig unklar.

Berichten iranischer Medien zufolge bestand kein Kontakt zum Team um den PrĂ€sidenten, was unter RegierungsanhĂ€ngern große Sorgen schĂŒrte. Die Retter suchten demnach in Irans Provinz Ost-Aserbaidschan auch nach Einbruch der Dunkelheit zu Fuß weiter - bei Regen in einer bergigen Region.

Der 63-jĂ€hrige Raisi war zusammen mit Außenminister Amirabdollahian auf der RĂŒckreise von einem Treffen mit dem PrĂ€sidenten des Nachbarlandes Aserbaidschan, Ilham Aliyev. Gemeinsam hatten sie einen Staudamm eingeweiht. Es sollte ein Zeichen der Kooperation sein, nachdem die Beziehung der NachbarlĂ€nder zuletzt angespannt war. Der Helikopter verunglĂŒckte dann in der Provinz Ost-Aserbaidschan. An Bord waren neun Menschen, darunter auch der Gouverneur sowie der Freitagsprediger aus der Provinzhauptstadt Tabris.

Innenminister Ahmad Wahidi zufolge hatten die RettungskrĂ€fte wegen des Wetters und der Beschaffenheit des GelĂ€ndes keinen einfachen Zugang zum UnglĂŒcksort. Daher gebe es keine genauen Informationen ĂŒber die Lage vor Ort. Ein Reporter im Staatsfernsehen stand wĂ€hrend einer Live-Schalte aus der Provinz im dichten Nebel. Mit Anbruch der Dunkelheit fĂŒrchteten die Retter vor Ort, dass die Suche erschwert werde. Bei der Suche wurden auch SpĂŒrhunde und Drohnen eingesetzt. Wie iranische Medien berichteten, liegt der UnglĂŒcksort in der NĂ€he von Dscholfa - mehr als 600 Kilometer von der Hauptstadt Teheran entfernt, nahe der Grenze zu Aserbaidschan.

Große Sorgen bei Raisis AnhĂ€ngern

In Raisis Heimatstadt Maschhad im Nordosten des Landes versammelten sich Dutzende GlĂ€ubige in dem zentralen Pilgerschrein, wie der staatliche Rundfunk berichtete. Auch in anderen Landesteilen, wie der religiösen Hochburg Ghom, strömten AnhĂ€nger in die Moscheen. Die Sorge war groß, dass Raisi und auch Außenminister Hussein Amirabdollahian etwas zugestoßen sein könnte. In den sozialen Medien hingegen gab es auch viele Iranerinnen und Iraner, die sich ĂŒber das UnglĂŒck freuten. Irans Regierung warnte vor unbestĂ€tigten Informationen.

Irans Luftwaffe gilt als stark veraltet, ihre Modernisierung kommt angesichts scharfer internationaler Sanktionen kaum voran. Viele Flugzeuge und Helikopter stammen noch aus der Zeit vor der Islamischen Revolution von 1979, als das Land enge Beziehungen zu den USA unterhielt. Immer wieder kommt es zu folgenschweren UnfĂ€llen und AbstĂŒrzen. 

Die EuropĂ€ische Union beobachte die Situation, schrieb RatsprĂ€sident Charles Michel auf der Plattform X. «Wir verfolgen aufmerksam die Berichte, dass der Hubschrauber mit dem iranischen PrĂ€sidenten und dem Außenminister an Bord unerwartet landen musste.» 

Regierung steht wegen repressiver Politik in der Kritik

Raisi war im August 2021 als neuer PrĂ€sident des Irans vereidigt worden. Der erzkonservative Kleriker wurde damit offiziell der Nachfolger von Hassan Ruhani, der nach zwei Amtsperioden nicht mehr antreten durfte. Als Spitzenkandidat der politischen Hardliner sowie Wunschkandidat und ProtegĂ© des ReligionsfĂŒhrers Ajatollah Ali Chamenei hatte Raisi die PrĂ€sidentenwahl im Juni mit knapp 62 Prozent der Stimmen gewonnen. Seine Regierung steht seit Jahren wegen der repressiven Politik und der Wirtschaftskrise in der Kritik.

Der Iran stand zuletzt immer wieder in den Schlagzeilen, jĂŒngst drohte gar ein regionaler Krieg mit dem Erzfeind Israel. WĂ€hrend Raisis Amtszeit vertiefte die Islamische Republik ihre wirtschaftliche und militĂ€rische Kooperation mit China und Russland, die Beziehung zum Westen kĂŒhlte unter anderem wegen des Streits ĂŒber das heimische Atomprogramm ab. Außerdem warf der Westen dem Iran massive Menschenrechtsverletzungen vor. Trotzdem gab es erst vor wenigen Tagen wieder Berichte ĂŒber neue, indirekte GesprĂ€che im Golfstaat Oman mit den USA.

Raisi gilt als sehr einflussreich

Der 1960 in Maschhad geborene Raisi gilt innerhalb des islamischen Systems als sehr einflussreich. Er pflegt ein enges VerhĂ€ltnis zu Chamenei. Raisi war ĂŒber drei Jahrzehnte in der Justizbehörde tĂ€tig, 2019 wurde er zum Justizchef ernannt. In seiner frĂŒheren Funktion als Staatsanwalt soll er im Jahr 1988 fĂŒr zahlreiche Verhaftungen und Hinrichtungen politischer Dissidenten verantwortlich gewesen sein, die ihm von Gegnern auch den Titel «SchlĂ€chter von Teheran» einbrachte. Laut Verfassung ist Raisi Regierungschef, Chamenei ist als Staatsoberhaupt mĂ€chtiger und hat in allen strategischen Belangen das letzte Wort. 

Experten hatten Raisi zwischenzeitlich auch als möglichen Nachfolger fĂŒr Chamenei gehandelt, der im April 85 Jahre alt wurde. Innenpolitisch - auch wenn sich die Kritik der jungen Generation inzwischen immer mehr gegen das gesamte System der Islamischen Republik richtet - stand Raisi immer wieder unter Druck. Zuletzt hatte die Regierung ihren umstrittenen Kurs bei der Verfolgung des Kopftuchzwangs vorangetrieben. 

Sollten Raisi und Amirabdollahian bei dem UnglĂŒck ums Leben gekommen sein, dĂŒrfte die Islamische Republik in eine innen- und außenpolitische Krise stĂŒrzen. Insbesondere Irans Außenminister war seit Beginn des Gaza-Kriegs mehr in die Öffentlichkeit gerĂŒckt und bei zahlreichen Reisen zu Gast bei VerbĂŒndeten. Auch dĂŒrfte es der StaatsfĂŒhrung schwerfallen, den Regierungschef mangels Alternativen schnell zu ersetzen.

@ dpa.de