Supreme Court zu irrtĂŒmlicher Abschiebung: Regierung am Zug
11.04.2025 - 03:27:30   Im Streit ĂŒber die versehentliche Abschiebung eines Mannes aus dem US-Bundesstaat Maryland in ein berĂŒchtigtes GefĂ€ngnis in El Salvador hĂ€lt der Oberste Gerichtshof der USA dessen Freilassung fĂŒr geboten. Der Supreme Court erklĂ€rte, eine Bundesrichterin habe die Regierung «ordnungsgemÀû aufgefordert, die Entlassung des Mannes aus der Haft zu «ermöglichen» und «sicherzustellen, dass sein Fall so behandelt wird, wie er behandelt worden wĂ€re, wenn er nicht unrechtmĂ€Ăig nach El Salvador geschickt worden wĂ€re».Â
Der oberste US-Gerichtshof setzte jedoch keine Frist fĂŒr die RĂŒckkehr des Mannes in die USA und Ă€uĂerte sich auĂerdem skeptisch zu einer anderen Passage der Entscheidung auf unterer Instanz. Das Bundesgericht hatte in dem Fall zugleich angeordnet, die Regierung mĂŒsse die RĂŒckfĂŒhrung des Mannes in die USA «herbeifĂŒhren». Dazu erklĂ€rte der Supreme Court, es mĂŒsse klargestellt werden, was genau damit gemeint sei. Möglicherweise habe das Gericht damit seine Befugnisse ĂŒberschritten. Der Fall ist mit der Entscheidung des obersten Gerichts also noch nicht endgĂŒltig entschieden.Â
Ein «administrativer Fehler»
Es geht um Kilmar Abrego Garcia, der aus El Salvador stammt. Der Vater gehört zu einer Gruppe von Migranten, die kĂŒrzlich aus den USA in das salvadorianische HochsicherheitsgefĂ€ngnis Cecot gebracht worden waren â mutmaĂlich trotz einer anderslautenden Anordnung eines Gerichts in Washington.
US-Medien zufolge war Garcia 2012 in die Vereinigten Staaten eingereist. Zwar wurde sein Asylantrag 2019 abgelehnt, doch er erhielt damals Abschiebeschutz wegen drohender Verfolgung in El Salvador. Am 12. MĂ€rz dieses Jahres wurde er dann trotzdem in Maryland festgenommen und wenige Tage spĂ€ter abgeschoben. Die Trump-Regierung rĂ€umte zwar in dem Fall einen «administrativen Fehler» ein - hĂ€lt aber an dem Vorwurf fest, Garcia sei Mitglied der Bande MS-13. Abrego Garcia streitet das ab.Â
Die Bundesrichterin im Bundesstaat Maryland hatte der US-Regierung ursprĂŒnglich eine Frist gesetzt, den Mann bis Montag Mitternacht (Ortszeit) in die USA zurĂŒckzubringen. Darauf hatte sich die Regierung an den Supreme Court gewandt, um mit einem Eilantrag gegen die Anordnung vorzugehen. Der Oberste Gerichtshof verschaffte der Regierung zunĂ€chst eine Atempause und lieĂ die Frist ohne Konsequenzen verstreichen, um sich den Fall genauer anzuschauen.


