Eingreiftruppe nach Benin beordert - Putschversuch vereitelt
08.12.2025 - 03:10:39Unmittelbar nach einem vereitelten Putschversuch in Benin hat die westafrikanische Staatengemeinschaft Ecowas die Entsendung einer militĂ€rischen Eingreiftruppe beschlossen, um die Lage zu stabilisieren. Die Soldaten, unter anderem aus dem Nachbarland Nigeria, sollen die Regierung unterstĂŒtzen und die verfassungsmĂ€Ăige Ordnung des Landes schĂŒtzen, wie Ecowas mitteilte.Â
Der PrĂ€sident der Regionalmacht Nigeria, Bola Ahmed Tinubu, erklĂ€rte, die nigerianische Luftwaffe sei auf Bitten Benins im Einsatz, um den Luftraum zu kontrollieren und schnelle EinsĂ€tze in Koordination mit dem Nachbarland durchzufĂŒhren. Die StreitkrĂ€fte hĂ€tten im Rahmen des Ecowas-Mandats gehandelt und damit die verfassungsmĂ€Ăige Ordnung in Benin verteidigt. Zudem habe das kleine westafrikanische Land Bodentruppen angefordert, um die Regierung zu schĂŒtzen und bewaffneten Gruppen zu begegnen. Nigerianische Bodentruppen seien nun bereits in Benin.Â
Benins PrÀsident gibt Entwarnung
Nigerianische Kampfflugzeuge hĂ€tten dabei geholfen, die Putschisten vom Sitz des staatlichen Fernsehens und aus einem MilitĂ€rstĂŒtzpunkt zu vertreiben, hieĂ es weiter. In Medienberichten war die Rede von Explosionen nach mutmaĂlichen Luftangriffen in der Hafenstadt Cotonou, dem Regierungssitz.
Benins PrĂ€sident Patrice Talon sagte am Sonntagabend ĂŒbereinstimmenden Medienberichten zufolge, die Lage sei inzwischen vollstĂ€ndig unter Kontrolle. Er dankte den StreitkrĂ€ften und der MilitĂ€rfĂŒhrung, die dem Land und der Verfassung treu geblieben seien. Der Putschversuch werde nicht ungestraft bleiben, sagte er demnach im staatlichen Fernsehen.Â
Putschisten mit AnkĂŒndigung im staatlichen Fernsehen
Zuvor waren in der NĂ€he des PrĂ€sidentenpalasts SchĂŒsse gefallen. Eine Gruppe MilitĂ€rs besetzte den Sitz des staatlichen Fernsehsenders und erklĂ€rte Talon fĂŒr abgesetzt. Die Grenzen des Landes seien geschlossen, Oberstleutnant Pascal Tigri sei zum PrĂ€sidenten eines «MilitĂ€rischen Wiederaufbaukomitees» ernannt worden, hieĂ es. Innenminister Alassane Seydou teilte spĂ€ter mit, das Eingreifen der StreitkrĂ€fte habe es ermöglicht, den Putschversuch zu vereiteln. Es soll sich demnach nur um eine kleine Gruppe meuternder Soldaten gehandelt haben.Â
Ob es bei dem Umsturzversuch und dem Einsatz gegen die Putschisten auch Opfer gab, war zunĂ€chst unklar. Auch ĂŒber mögliche Festnahmen wurde zunĂ€chst nichts bekannt.Â
An der Ecowas-Eingreiftruppe fĂŒr Benin sollen sich neben Nigeria auch Sierra Leone, Ghana und die ElfenbeinkĂŒste beteiligen. Es war zunĂ€chst offen, wie viele Soldaten und welches GerĂ€t die Truppe umfassen wĂŒrde.
Benin zÀhlte bislang zu stabileren Demokratien
Benin, ein landwirtschaftlich geprĂ€gter Staat mit rund 15 Millionen Einwohnern und viel Baumwolle-Produktion, gehört zu den Ă€rmsten Staaten der Welt. Die frĂŒhere französische Kolonie zĂ€hlte bislang zu den stabileren Demokratien des Kontinents. Benin gelang 1991 ein friedlicher Wechsel von der Diktatur zu einer demokratischen Regierung. Als Quelle möglicher InstabilitĂ€t wurden zuletzt eher die im Norden angrenzenden LĂ€nder Burkina Faso und Niger betrachtet, in denen es groĂe Probleme mit islamistisch motiviertem Terrorismus gibt.







