Nach Helikopter-Abschuss: US-MilitÀr greift Ziele im Iran an
10.06.2026 - 00:52:36 | dpa.deNach dem Abschuss eines US-MilitĂ€rhubschraubers haben die USA nach eigenen Angaben VergeltungsschlĂ€ge auf Ziele im Iran ausgefĂŒhrt. Die Angriffe erfolgten auf Anordnung von PrĂ€sident Donald Trump, erklĂ€rte das zustĂ€ndige Regionalkommando des US-MilitĂ€rs (Centcom) auf der Plattform X. Trump kĂŒndigte in einem Interview eine «sehr starke, sehr kraftvolle» Antwort des US-MilitĂ€rs auf den Abschuss des Apache-Kampfhubschraubers an, fĂŒr den er den Iran verantwortlich machte.Â
US-Medienberichten zufolge bombardierten die US-StreitkrĂ€fte iranische Luftabwehr- und Radarsysteme rund um die StraĂe von Hormus. «Die Mission stellt eine verhĂ€ltnismĂ€Ăige Antwort auf die ungerechtfertigte iranische Aggression dar», erklĂ€rte Centcom. Die Angriffe, die das MilitĂ€r als «Selbstverteidigung» charakterisierte, hĂ€tten um 23.00 Uhr deutscher Zeit begonnen.
Iran droht sofort mit Gegenangriffen
Der Iran drohte seinerseits unmittelbar mit GegenschlĂ€gen. «Unsere schlagkrĂ€ftigen StreitkrĂ€fte werden keinen Angriff und keine Bedrohung unbeantwortet lassen», schrieb der iranische AuĂenminister Abbas Araghtschi in der Nacht ebenfalls auf X. Er warnte: «Verlassen Sie unsere Region, wenn Sie in Sicherheit sein wollen. Die Geschichte des Persischen Golfs kennt viele Kapitel ĂŒber das tragische Schicksal von Eindringlingen.»Â
Zuvor hatte Teheran auf US-Beschuss einzelner Ziele im Iran mehrfach mit Angriffen auf die Staaten am Persischen Golf wie Kuwait oder die Vereinigten Arabischen Emirate reagiert. Dort befinden sich auch US-MilitĂ€rstĂŒtzpunkte.Â
Trump spricht von sehr kraftvollem VergeltungsschlagÂ
Iranische Medien berichteten infolge der US-Angriffe unter anderem ĂŒber Explosionen in der Stadt Sirik an der StraĂe von Hormus sowie auf der Insel Qeschm. Auch aus dem Bereich der GroĂstadt Bandar Abbas gab es Berichte ĂŒber EinschlĂ€ge. Nach Angaben der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim wurden zwei Wassertanks in einem Bezirk von Sirik getroffen, die Trinkwasserversorgung sei unterbrochen, hieĂ es. Centcom machte zunĂ€chst keine Angaben zu den Zielen oder dem Umfang der Angriffe.Â
Trump sagte dem Sender ABC News in einem Telefoninterview, die Antwort auf den Abschuss mĂŒsse «sehr stark, sehr kraftvoll» ausfallen - «und genau das ist sie auch.» Zudem sagte er - wohl mit Blick auf die zĂ€hen Verhandlungen mit Teheran im Ringen um ein Kriegsende - es gebe ein «sehr gutes Abkommen». Dieses werde wahrscheinlich Bestand haben. NĂ€here Angaben machte der PrĂ€sident dabei nicht. Trump hatte zuletzt wiederholt Optimismus verbreitet, wonach ein Abkommen mit dem Iran hin zu einem Kriegsende greifbar sei.Â
Offiziell gilt im Iran-Krieg seit zwei Monaten eine Waffenruhe, doch zuletzt schien diese von Tag zu Tag brĂŒchiger zu werden: Bereits am Sonntag war der Konflikt mit iranischen Raketenangriffen auf Israel gefĂ€hrlich eskaliert. Die iranischen StreitkrĂ€fte feuerten in der Nacht ballistische Raketen unter anderem auf einen LuftwaffenstĂŒtzpunkt im Norden Israels. Die israelische Luftwaffe flog daraufhin am Montag Angriffe auf Ziele im Iran. Trump rief beide Staaten zu einer «sofortigen» Waffenruhe auf. Sowohl Iran als auch Israel erklĂ€rten dann, ihre jeweiligen Angriffe wieder einzustellen. Die Lage blieb jedoch angespannt.Â
Der Iran hatte seine Angriffe nach Angaben aus Teheran wegen der israelischen Attacken gegen die proiranische Hisbollah-Miliz im Libanon begonnen. Israels Regierung hat jedoch kaum Zweifel daran gelassen, dass sie auch weiter gegen die schiitische Miliz im nördlichen Nachbarland vorgehen wird.Â
Abkommen fĂŒr ein Ende des Krieges nicht in Sicht
Am Dienstag hatte Trump wegen des Abschusses des Apache-Kampfhubschraubers VergeltungsschlĂ€ge gegen den Iran angekĂŒndigt. Die USA mĂŒssten «zwangslĂ€ufig» auf diesen iranischen Angriff reagieren, erklĂ€rte er auf seiner Plattform Truth Social. Die beiden Besatzungsmitglieder des abgeschossenen Hubschraubers seien unverletzt und in Sicherheit.
Trump hatte zu Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar einen schnellen Sieg versprochen, doch die BemĂŒhungen um ein dauerhaftes Kriegsende stocken seit Wochen.
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