Sorge vor Unruhen bei Frankreichs Nationalfeiertag
14.07.2023 - 15:39:45Frankreichs traditionelle MilitÀrparade am Nationalfeiertag hat in diesem Jahr mit indischer Beteiligung stattgefunden. Ehrengast war der indische Premierminister Narendra Modi.
Auch 240 indische Soldaten und drei indische Kampfflugzeuge nahmen an der Parade teil. Mit dem Besuch Modis sollte die 25-jĂ€hrige strategische Partnerschaft zwischen den beiden LĂ€ndern gewĂŒrdigt werden. «Riese der Weltgeschichte, mit einer entscheidenden Rolle fĂŒr die Zukunft, strategischer Partner, Freund», twitterte Staatschef Emmanuel Macron. «Ich bin glĂŒcklich, Indien als Ehrengast der Parade an diesem 14. Juli begrĂŒĂen zu dĂŒrfen.»
Bei einem Empfang von Modi im ĂlysĂ©epalast sollte es auch um eine vertiefte strategische Zusammenarbeit gehen - unter anderem angesichts eines immer stĂ€rkeren Chinas. Erwartet wurde die offizielle BestĂ€tigung des Kaufs von 26 französischen Rafale-Kampfflugzeugen und drei U-Booten durch Indien.
«Nach 25 Jahren Partnerschaft ist dies ein groĂer Fortschritt, der die InteroperabilitĂ€t zwischen unseren Marinen im Dienste der StabilitĂ€t des Indischen Ozeans stĂ€rken wird», sagte der Generalstabschef der französischen Marine, Pierre Vandier.
Gewalt befĂŒrchtet
An der beeindruckenden MilitĂ€rparade auf den Pariser Champs-ĂlysĂ©es und in den LĂŒften ĂŒber der Hauptstadt waren 6500 Vertreter der Streit- und SicherheitskrĂ€fte beteiligt, dazu 157 MilitĂ€rfahrzeuge, 66 Flugzeuge und 28 Hubschrauber, 200 Pferde und 86 Hunde. Der 14. Juli erinnert an die Französische Revolution, insbesondere den Sturm auf das Bastille-GefĂ€ngnis in Paris am 14. Juli 1789.
Nach den jĂŒngsten Unruhen in Frankreich waren am Nationalfeiertag neue Ausschreitungen befĂŒrchtet worden. Diese blieben in der Nacht aber weitgehend aus, teilte Innenminister GĂ©rald Darmanin mit. Es habe weniger SachbeschĂ€digungen gegeben als 2022.
Dennoch meldete das Ministerium landesweit 97 Festnahmen und 218 ausgebrannte Autos, berichtete die Zeitung «Le Parisien». In Mont-Saint-Martin an der Grenze zu Luxemburg und Belgien legten Randalierer Feuer in einer Grundschule.
45.000 Beamte waren in ganz Frankreich mobilisiert, um ein erneutes Aufflammen der Unruhen zu verhindern. Mit gleicher StÀrke will die Polizei am Abend des Nationalfeiertags selber prÀsent sein.
Nach dem tödlichen Schuss eines Polizisten auf einen Jugendlichen bei einer Verkehrskontrolle bei Paris vor gut zwei Wochen gab es in Frankreich tagelang schwere Unruhen. Beamte wurden mit Feuerwerk angegriffen und öffentliche GebĂ€ude wie Polizeiwachen und Schulen in Brand gesetzt. Tausende Autos brannten aus. Die Unruhen flauten zwar ab. BefĂŒrchtet wurden aber nun zum Nationalfeiertag neue Krawalle.





