Duda, PiS-Politiker

Duda will verurteilte PiS-Politiker erneut begnadigen

11.01.2024 - 16:39:17 | dpa.de

Ein zweites Mal? Andrzej Duda will erneut zwei ehemalige PiS-Mitglieder begnadigen, ein Schritt, der die politische Spannung in Polen verstÀrken könnte.

Der PrÀsident von Polen: Andrzej Duda. - Foto: Radek Pietruszka/PAP/dpa
Der PrÀsident von Polen: Andrzej Duda. - Foto: Radek Pietruszka/PAP/dpa

Polens PrÀsident Andrzej Duda will zwei rechtskrÀftig verurteilte ehemalige Mitglieder der abgewÀhlten nationalkonservativen PiS-Regierung ein zweites Mal begnadigen.

Einen entsprechenden Antrag habe er bei Justizminister Adam Bodnar gestellt, sagte Duda in Warschau. Der PrÀsident hatte sich zuvor mit den Ehefrauen der beiden PiS-Politiker getroffen.

Der Streit zwischen der neuen Mitte-Links-Regierung von Donald Tusk und dem frĂŒheren Regierungslager der PiS um die Verhaftung des Ex-Innenministers Mariusz Kaminski und seines Stellvertreters Maciej Wasik hat Polen an den Rand einer Staatskrise gebracht.

Die beiden Politiker waren am Dienstag verhaftet und ins GefÀngnis gebracht worden, nachdem sie zunÀchst Schutz im PrÀsidentenpalast gesucht hatten. Die PiS bezeichnet die beiden als «politische Gefangene». Kaminski trat am ersten Tag seiner Haft in den Hungerstreik.

Kaminski und Wasik waren im Dezember in einem Berufungsverfahren von einem Warschauer Bezirksgericht wegen Amtsmissbrauchs zu zwei Jahren Haft verurteilt worden. Duda hatte die beiden nach einem ersten Verfahren 2015 begnadigt. Das Oberste Gericht hatte diese Begnadigung aber fĂŒr nicht rechtmĂ€ĂŸig erklĂ€rt, da seinerzeit das Berufungsverfahren noch lief.

Tausende demonstrieren gegen Regierung von Tusk

Unterdessen haben mehrere Tausend Menschen haben in Polen gegen die Mitte-Links-Regierung von Donald Tusk demonstriert. Die ĂŒberwiegend Ă€lteren AnhĂ€nger der nationalkonservativen Oppositionspartei PiS versammelten sich vor dem ParlamentsgebĂ€ude in Warschau. Sie trugen polnische Fahnen sowie Plakate mit der Aufschrift: «Hier ist Polen, kein Tuskoland» und «Kulturminister - Zensurminister». Der PiS-Vorsitzende Jaroslaw Kaczynski sagte vor den Demonstranten: «Das ist keine polnische Regierung.» Die PiS unterstellt Tusk, dass er im Auftrag von Deutschland handele.

Der von den im Oktober abgewĂ€hlten Nationalkonservativen organisierte «Protest der freien Polen» sollte sich ursprĂŒnglich gegen die Umgestaltung der öffentlich-rechtlichen Medien richten. Die Regierung von Tusk hatte vor einigen Wochen mit dem Umbau des Fernsehsenders TVP, des polnischen Radios sowie der Nachrichtenagentur PAP begonnen, die die PiS in ihrer achtjĂ€hrigen Regierungszeit unter ihre Kontrolle gebracht hatte.

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