Kremlnahe Experten sehen keine Gefahr durch Trumps Drohung
02.08.2025 - 12:27:06Kremlnahe Politiker und Experten in Moskau sehen in der von US-PrĂ€sident Donald Trump verfĂŒgten Verlegung von zwei Atom-U-Booten in die NĂ€he von Russland keine Bedrohung. Das sei keine Gefahr fĂŒr Russlands Sicherheit, sagte der Ex-General und Duma-Abgeordnete Leonid Iwlew staatlichen Nachrichtenagentur Tass. Die Stationierung solcher US-Waffen sei Russland bekannt.Â
Der Parlamentsabgeordnete Viktor Wodolazki meinte, es sei sinnlos, Russland Angst machen zu wollen. Die Nuklearmacht habe weit mehr und besser ausgestattete Atom-U-Boote in den Weltmeeren â und dabei auch die US-Flotte im Visier.
Der Kreml und auch der von Trump wegen seiner Provokationen besonders kritisierte Ex-PrĂ€sident Dmitri Medwedew, Vizechef des nationalen Sicherheitsrates, hĂŒllten sich weiter in Schweigen. Auch das AuĂenministerium oder andere Stellen der russischen FĂŒhrung, die sonst schnell reagieren, verzichteten allem Anschein nach demonstrativ auf Reaktionen.
Der Abgeordnete Wodolazki meinte, dass es auf solche ĂuĂerungen Trumps keine Antwort brauche, weil jedem klar sei, dass der US-PrĂ€sident dauernd seine Meinung Ă€ndere. Gleichwohl sei nicht klar, warum ein PrĂ€sident auf die Worte eines stellvertretenden Vorsitzenden eines Sicherheitsrates so reagiere. Wichtiger sei vielmehr ein Abkommen zwischen Moskau und Washington, mit dem alles Gerede ĂŒber einen Dritten Weltkrieg ende.
Politologe: Trumps Handeln «dumm und unverantwortlich»
Der kremlnahe Politologe Sergej Markow schrieb bei Telegram, dass Trump jedes MaĂ verliere, «dumm und unverantwortlich» agiere. Zudem gebe der US-PrĂ€sident nun Medwedew, der mit seinen ĂuĂerungen in den sozialen Medien vor einem atomaren Krieg gewarnt hatte, recht. Trump verletze zudem seine Versprechen an die US-WĂ€hler, Kriege beenden zu wollen. Anscheinend wolle der Republikaner ablenken von innenpolitischen Problemen, darunter seine Rolle bei der AufklĂ€rung der AffĂ€re um SexualstraftĂ€ter Jeffrey Epstein.
Dagegen meinte der MilitĂ€rexperte Juri Fjodorow in dem in der EU produzierten kremlkritischen russischen YouTube-Kanal The Breakfast Show, dass eine Verlegung der zwei Atom-U-Boote in Russlands NĂ€he sehr wohl eine Bedrohung sei.Â
Wenn die U-Boote etwa vor Zypern Stellung bezögen, benötigten die Atomraketen nur zehn Minuten, um Zentralrussland zu erreichen. Auch Kremlchef Wladimir Putin könne dann in seiner Residenz Nowo-Ogarjowo vor den Toren Moskaus nachts gar nicht so schnell wach werden und seinen Atomkoffer bedienen, wie sein Anwesen in einen nuklearen Krater verwandelt werde, sagte Fjodorow.


