Musk, Doge-Kostensenker

Musk bringt Doge-Kostensenker nach Rassismus-Eklat zurĂŒck

08.02.2025 - 02:06:09

Einer von Elon Musks Spar-Beauftragten im US-Finanzministerium trat wegen rassistischer BeitrĂ€ge ab. Doch der Tech-MilliardĂ€r und VizeprĂ€sident J.D. Vance holen ihn schnell wieder zurĂŒck.

Wegen rassistischer Online-BeitrĂ€ge hatte ein Kostensenker im US-Finanzministerium den Job verloren - jetzt holt Elon Musk ihn wieder zurĂŒck. UnterstĂŒtzung bekam Musk von VizeprĂ€sident J.D. Vance, der schrieb, «dumme Social-Media-AktivitĂ€t sollte nicht das Leben eines Jungen ruinieren».

Der 25-jĂ€hrige Vertreter von Musks Kostensenkungs-Gremium Doge wurde mit einem inzwischen gelöschten Konto bei Twitter und der Nachfolgeplattform X in Verbindung gebracht, bei dem es unter anderem hieß: «Ich war rassistisch, bevor es cool wurde.» Der Autor schrieb auch, er wĂŒrde selbst fĂŒr Geld nicht außerhalb seiner ethnischen Gruppe heiraten. Zum Nahost-Konflikt meine er, er hĂ€tte kein Problem damit, wenn Gaza und Israel beide vom Erdboden verschwĂ€nden.

RĂŒcktritt nach Medien-Nachfrage

Die BeitrĂ€ge waren vom «Wall Street Journal» mit dem Doge-Vertreter in Verbindung gebracht werden. Die Sprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, teilte dann auf eine Nachfrage der Zeitung zu dem Konto mit, der 25-JĂ€hrige sei zurĂŒckgetreten. Er hatte zuvor unter anderem fĂŒr Musks Weltraumfirma SpaceX gearbeitet.

Der 25-JĂ€hrige war einer von nur zwei Doge-Vertretern, denen in einer Gerichtsentscheidung der vorlĂ€ufige Zugang zum zentralen Überweisungssystem des US-Finanzministeriums gestattet wurde.

RĂŒckendeckung von Musk und Vance 

Musk startete am Freitag eine Kampagne, um den Mitarbeiter zurĂŒckzubringen. Die Journalistin des «Wall Street Journal», die den Bericht veröffentlicht hatte, nannte er bei X eine «widerliche und grausame Person». Auch ließ er X-Nutzer in einer Umfrage darĂŒber abstimmen, ob der 25-JĂ€hrige seinen Job zurĂŒckbekommen solle. 78 Prozent der gut 385.000 teilnehmenden Nutzer sprachen sich dafĂŒr aus. Nach der UnterstĂŒtzung von Vance schrieb Musk bei X: «Er wird zurĂŒckgeholt.» Irren sei menschlich und verzeihen göttlich.

Moderatoren des Nachrichtensenders CNN hoben nach Vance' Einschreiten hervor, dass dessen Ehefrau Usha Vance indische Wurzeln hat. In dem Account war mit Blick auf die Vielzahl indischer BeschÀftigter im Silicon Valley auch dazu aufgerufen worden, Hass auf Inder zu normalisieren.

Trump zeigt sich unwissend 

Auch US-PrĂ€sident Donald Trump wurde bei einer Pressekonferenz zu der Situation gefragt. Er sagte, er wisse darĂŒber nicht Bescheid - aber wenn Vance der Meinung sei, «stehe ich hinter dem VizeprĂ€sidenten». 

Trump hatte Tech-MilliardĂ€r Musk mit der Senkung der Regierungsausgaben beauftragt. DafĂŒr wurde ein Gremium mit dem Namen Doge (Department of Government Efficiency) gebildet, das an das Weiße Haus angeschlossen ist.

Doge hat nach Informationen der «New York Times» bisher etwa 40 Mitarbeiter. Viele wurden Medienberichten zufolge aus dem Umfeld von Musks Firmen rekrutiert. Er fĂŒhrt neben SpaceX unter anderem auch den Elektroauto-Hersteller Tesla. Dem Weißen Haus zufolge soll Musk selbst aufpassen, dass keine Konflikte mit seinen wirtschaftlichen Interessen auftreten.

@ dpa.de